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Legende: Audio Berner Steueramt benachteiligt Ehefrauen abspielen. Laufzeit 03:50 Minuten.
03:50 min, aus Espresso vom 19.03.2019.
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Der Amtsschimmel wiehert Berner Steueramt benachteiligt Ehefrauen

Das Berner Steueramt vergütet Geld nur auf das gemeinsame Konto oder auf das des Ehemannes. Das sorgt für Kopfschütteln.

Bei der Steuerverwaltung des Kantons Bern sind die traditionellen Rollenbilder immer noch sehr verankert. Für Rückerstattungen von Steuerguthaben können Ehepaare nur ein gemeinsames oder das Konto des Mannes angeben. Das Konto der Frau ist standardmässig nicht vorgesehen und muss auf ausdrücklichen Wunsch manuell erfasst werden.

Gleichstellungsfachfrau schüttelt den Kopf

Barbara Ruf ist Gleichstellungsbeauftrage des Kantons Bern. Sie bekommt immer wieder Reklamationen zur Praxis der kantonalen Steuerverwaltung: «Es beschweren sich regelmässig Frauen und Ehepaare, die das nicht mehr zeitgemäss finden. Wer eine gleichberechtigte Partnerschaft führt, möchte frei entscheiden können, auf welches Konto das Guthaben überwiesen wird und nicht auf ein traditionelles Rollenmodell reduziert werden.»

Berner Steueramt ändert Praxis im Sommer

Warum ticken die Uhren bezüglich Gleichstellung in der Berner Steuerverwaltung so langsam? Tanja Bertholet, Mediensprecherin der Berner Steuerverwaltung, sagt: «Wir nehmen bei der Steuerverwaltung standardmässig immer die erstgenannte Person des Steuerdossiers und das ist bei einem Ehepaar der Ehemann.» Wenn das Konto auf den Namen der Frau laute, ergebe das Probleme bei der Bank. «Wir sind aber dabei, unser System so zu ändern, dass eine separate Zuordnung der Konten möglich wird.» Auch der Brief des Steueramts, dass nur das Konto des Ehemanns oder ein gemeinsames Konto akzeptiert werde, sei neu formuliert worden. Ab Juni 2019 würde der neue Brief verschickt.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Diana Strassburger (Diana Strassburger)
    Mich erwischte es krass. In unserer Ehe war ich die Alleinverdienerin und Alleinbesitzerin des Vermögens. Nachdem mein Ehemann abgehauen war, erhielt er von der Berner Steuerbehörde eine Gutschrift von mehreren Tausend Franken. Es war mein Geld, aber ich sah es nie wieder. Zum Zahlen der Steuern war ich als Ehefrau jedoch immer gleichberechtigt.
    Im Kanton Bern gilt natürlich die Gleichstellung. Aber die Männer sind immer noch gleicher...
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    1. Antwort von T. Meyer (Kloober)
      Das ist natürlich falsch was Ihnen passiert ist und hätte nie geschehen dürfen, aber die Verallgemeinerung, dass Männer "gleicher" sind, stimmt so natürlich nicht. Es gibt Bereiche, wo das zutrifft (wie dieser Artikel aufzeigt), aber es gibt auch Bereiche, wo die Frauen krass bevorzugt sind (wie kein Artikel aufzeigt). Immer nur die Benachteiligungen der Frauen aufzuzeigen, ohne auch die Bevorzugung zu berücksichtigen ist total einseitig.
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  • Kommentar von Robert Frei (RFrei)
    Verglichen mit dem, was ein gemeinsamer Haushalt verdient, ist es doch fast immer vernachlässigbar was man vom Steueramt zurückbekommt. Bei dieser Diskussion geht es also weniger um die Sache als ums Prinzip. Und die Prinzipiendiskussionen sollte man sich eher für wichtigere Probleme aufheben. Diese Diskussion sorgt für Kopfschütteln.
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  • Kommentar von Max Wyss (Pdfguru)
    Wie wäre es, wenn auf der Steuererklärung das zu bedienende Konto angegeben würde? Eigentlich sollte es dem Steueramt keine Rolle spielen wohin ausbezahlt wird, bzw. woher mit Lastschriftverfahren belastet wird…
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