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Schweiz Der Anti-Korruptionsexperte: «Wir haben noch viel solches Geld»

Auf Schweizer Bankkonten sollen Schmiergelder aus Griechenland in Millionenhöhe liegen. Antikorruptionsexperte Mark Pieth warnt: «Wir haben noch relativ viel solches Geld.» Die Bundesanwaltschaft hat mittlerweile zehn Millionen Franken blockiert.

Ein Korruptionsskandal in Griechenland erschüttert auch die Schweiz. Schmiergelder, die von Rüstungsfirmen ans griechische Verteidigungsministerium gezahlt wurden, sind auf Schweizer Bankkonten gelandet.

Namentlich betroffen seien unter anderen auch die Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie Julius Bär, wie verschiedene in- und ausländische Medien, darunter der «Tages-Anzeiger» berichten. Die Bundesanwaltschaft bestätigte gegenüber SRF News Online, dass sie mittlerweile zehn Millionen Franken blockiert hat.

Porträt von Mark Pieth.
Legende: Mark Pieth: «Die Banken müssen Acht geben, dass sie solches Geld nicht annehmen.» SRF

Wann wurden die Gelder überwiesen?

Ob die Schweizer Banken in dieser Geschichte rechtlich belangt werden, bleibt jedoch offen. Laut Antikorruptionsexperte Mark Pieth stellt sich vor allem die Frage, bis wann diese Gelder auf Schweizer Konten flossen. Denn die Auslandsbestechung sei auch in der Schweiz seit etwa 2000 strafbar. Damit ist auch die Geldwäsche von Auslandsbestechung ein Problem für die Banken.

«Die Banken müssen Acht geben, dass sie solches Geld nicht annehmen. Wenn sie es doch annehmen, riskieren sie unter Umständen aufsichtsrechtliche oder strafrechtliche Konsequenzen», erklärt Pieth in der «Tagesschau». Journalist Tasos Telloglou, der den Fall in Griechenland recherchiert hat, weiss aus gutunterrichteter Quelle, dass die Gelder auch nach 2000 in die Schweiz geflossen seien.

Kein Einzelfall

Legende: Video Griechisches Schmiergeld auf Schweizer Banken abspielen. Laufzeit 02:18 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.01.2014.

Laut Pieth handelt es sich bei der aktuellen Schmiergeldaffäre nicht um einen Einzelfall. «Wir haben noch relativ viel solches Geld in der Schweiz, nehme ich an. Man wird ganz genau hinschauen müssen, ob die Banken in der neueren Zeit ihren Pflichten nachgekommen sind.»

Richtig heikel für die Banken wird es ab 1997. Ab dann gilt das Geldwäscherei-Gesetz.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Marie-Luise Reck, Turbenthal
    " Wir haben noch relativ viel solches Geld in der Schweiz " weiss er es oder weiss er es nicht, wen nicht ist schweigen Gold wert.
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  • Kommentar von Marlies Artho, Schmerikon
    Darf ich M. Pieth fragen, wie es Global aussieht mit den Banken? Ist die Überprüfung in gewissen Länder auch so streng gehalten, wie hier in der Schweiz? Meiner Meinung nach stinkt das Geld bis zum Himmel, weil einfach die Gier im Vordergrund steht und dies nicht nur in der Schweiz, sondern auf dem ganzen Planeten. Jeder weiss aus Geld wird Macht, deshalb werden Menschen umgebracht, oder verarmen da einige nie genug haben. Ist dies nicht fast eine Ausbeutung der Schweiz, durch Intern. Intrigen.
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    1. Antwort von Marie-Luise Reck, Turbenthal
      Also mich würde Luxenburg interessieren das in der EU ist wie es da aussieht.
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  • Kommentar von M Jaeger, Wildwil
    «Wir haben noch relativ viel solches Geld in der Schweiz, nehme ich an.... Na ja, Verdächtigungen kann jeder aussprechen, sie sind leicht gesagt. Ich könnte auch sagen dass die meisten "Experten" ein Verhältnis mit ihrer Sekretärin haben; und wenn nicht, sollen sie doch das Gegenteil beweisen. Die CH Banken werden genau nach diesem Muster fertiggemacht, bis alle um sind.
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