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Schweiz Der Bund will bei der Erhaltung der Artenvielfalt nachhelfen

Die Bauern befürchten, dass der Bund oder die Kantone ihnen Land wegnehmen könnten. Der Grund dafür ist der «Aktionsplan Strategie Biodiversität Schweiz». Damit will der Bund die Artenvielfalt fördern. Enteignungen seien nicht geplant, heisst es beim Bund. Trotzdem sind die Bauern aber skeptisch.

Bund und Kantone sollen Land einfacher von Bauern abkaufen können. Das Ziel: Mehr Ökoflächen um die Artenvielfalt zu erhalten. Dies hat der Bundesrat letzte Woche in der Fragestunde im Nationalrat gesagt.

Seither herrscht bei den Bauern Unruhe. Sie haben Angst, dass die öffentliche Hand auch vor Landenteignungen nicht zurückschrecken könnte. Franziska Schwarz, die Vizedirektorin des Bundesamts für Umwelt, versteht die Aufregung nicht: Es gehe nur um eine Anpassung des bäuerlichen Bodenrechts, sagt sie. Und eben ums Kaufen. «Es geht nicht um eine Enteignung. Wenn ein Verkäufer da ist und es einen Käufer – das wäre der Bund oder ein Kanton – gibt, wäre der Handel möglich.» Dazu müsse das Gesetz geändert werden. Zurzeit erlaube das Gesetz nur in Ausnahmefällen, dass Bund oder Kanton einem Bauern Land abkaufen dürfen.

Neue Dimension?

Der Landwirt und SVP- Nationalrat Andreas Aebi, der im Rat die Frage gestellt hatte, bleibt skeptisch. «Es ist für mich eine neue Dimension, dass nicht mehr die Landwirtschaft, sondern die öffentliche Hand Biodiversitätsland bewirtschaften will. Das kann es doch nicht sein», sagt er. Die Bauern könnten selber erfolgreich Ökoflächen pflegen.

Der Bundesrat will, dass dereinst auf 17 Prozent des Landes Magerwiesen, Naturhecken, Moore und Ähnliches Vorrang haben. Noch fehlen drei Prozent bis zum Ziel. Das sei viel Land, meint Aebi. Dieses Kulturland werde beim Futtermittel-und Nahrungsmittel-Anbau fehlen.

Nun können die Kantone ihre Meinung zu den vorgesehenen Massnahmen der Bundesstrategie abgeben. Die Bauern werden dies scharf beobachten.

19 Kommentare

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  • Kommentar von Max Müller, Wangen
    Den Bauern sollte man vielleicht auch mal etwas IQ verteilen anstelle der Subventionen. Jetzt jammern sie, dabei sind es doch am Ende die Bauern die von dem Aktionsplan Strategie Biodiversität Schweiz am meisten profitieren (finanziell gesehen).
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    1. Antwort von Alois Wutz, Gerlafingen
      Manchen Kommentarschreibern auch...
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    2. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Sicher fehlts den meisten Bauern an Wissen,Willen+Einsicht.Mitschuld daran sind aber auch die Bauernschulen,die solch wichtiges Wissen gar nicht vermitteln.Dass sich diese Branche dabei in den eigenen Hintern beisst,scheint auch denen bisher nicht aufgefallen zu sein.Zumindest werden Subventionen inzwischen von wertvolleren Ökoflächen,weniger von der Anzahl Tiere abhängig gemacht.Meine Hauptkritik geht aber nach wie vor an die Adresse der Konsumenten,die IP-,Import- ua Billigfleisch auftischen.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Zur Artenvielfallt gehoert auch Hanf!!!!
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  • Kommentar von Kurt Gugganig, Egnach
    Naturwiesen versus Giftwiesen Richtig, dort wo in absoluter Seenähe Wiesen extrem gedüngt und unvernünftig viel Gülle eingebracht wird, muss man annehmen, dass dem Besitzer das Verständnis für "Biodiversität" fehlt oder zumindest bewusst ignoriert wird. Solche Flächen sollten der Natur zur Verfügung gestellt werden, dann blühen nach einiger Zeit auch wieder Blumen und nicht nur gelber Hahnenfuss.
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