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Die Hochwasser von 1999
Aus News-Clip vom 09.06.2019.
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Deutlich verbesserter Schutz 20 Jahre nach dem Jahrhundert-Hochwasser

An Auffahrt und Pfingsten 1999 standen grosse Teile der Schweiz unter Wasser. Heute ist man besser gerüstet. Vollständiger Schutz bleibt jedoch illusorisch.

Exakt zwanzig Jahre ist es her, dass ein Jahrhundert-Hochwasser die Schweiz in Atem hielt. Im ganzen Land kam es über Auffahrt und Pfingsten 1999 zu Überschwemmungen. Im Berner Mattequartier etwa mussten hundert Personen evakuiert werden. Der Flughafen Bern-Belp stand unter Wasser. Und in Thun hatte die Aare Teile der Innenstadt überflutet. Auch die Altstadt von Rheinfelden stand unter Wasser. Der Bodensee und der Vierwaldstättersee traten vielerorts über die Ufer.

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Legende: Die Hochwasser von Auffahrt und Pfingsten 1999 betrafen grosse Teile der Schweiz und richteten Schäden in Höhe von über einer halben Milliarde Franken an. SRF

Die Wasserstände erreichten Werte teilweise weit über der Schadensgrenze. Am extremsten beim Thunersee und beim unteren Bodensee mit je 87 Zentimetern. Die Jahrhundertflut richtete Schäden in der Höhe von über einer halben Milliarde Franken an.

Schutzbauten, Entlastungsstollen und Gefahrenkarten

Bis heute ist die Gefahr durch Hochwasser nicht gebannt und grossenteils abhängig vom Wetter. Ausserdem liegt in den Bergen Schnee wie schon lange nicht mehr. Damit steigt die Gefahr für Hochwasser. Die Schweiz sei aber gut gerüstet, sagt Josef Eberli, Leiter Gefahrenprävention des Bundesamtes für Umwelt. Verschiedene Schutzbauten, Entlastungsstollen, Gefahrenkarten und Auffangbecken minimieren das Risiko für Hochwasser.

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Seit 1999 wurde viel in den Hochwasserschutz investiert
Aus Tagesschau vom 09.06.2019.
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Auch die Juragewässerkorrektion, Frühwarnsysteme und die Regulierung der Seepegel wurden seit 1999 eingeführt. Extreme Hochwasser aber könnten auch diese regulatorischen Massnahmen nicht abwenden, sagt Josef Eberli. Siedlungen, die sich in den Gefahrengebieten ausdehnen und der Klimawandel erhöhen das Risiko zusätzlich. Einzelne Gewitter, wie das Unwetter in Zofingen im Sommer 2017, können Schäden in der Höhe von einer Million Franken anrichten.

Schäden minimieren, nicht ausschliessen

Auch wenn man Extrem-Situationen nicht in den Griff bekommt, gelte es solche Schäden zu minimieren, sagt Josef Eberli vom Bundesamt für Umwelt. Aber auch die Raumplanung ist gefordert. «Wir müssen darauf achten, dass künftig die Gebäude nicht mehr in Gefahrengebieten gebaut werden».

Josef Eberli appelliert auch an die Eigenverantwortung der Hauseigentümer. Mit erhöhten Lichtschächten oder Fenstern, die den Wasserdruck bei Extremereignissen aushalten, können Schäden an Objekten kostengünstig verringert werden.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Roman Loser  (Jessica)
    Jeder Quadratmeter überbauter Boden liefert mehr Wasser direkt in die Flüsse ab! Eigentlich eine einfache Binsenwahrheit !
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    1. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Wenn der Thunersee über die Ufer tritt hat dass wenig zu tun mit zugebaut en Böden. Zuviel Wasser ist einfach zuviel Wasser.
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    2. Antwort von Urs Dupont  (udupont)
      Und, werter Herr Stalden, war dies früher nicht der Fall, dass es ab und zu mal vorkam? Der historische Rückblick zeigt sogar, dass dies früher sogar öfters geschah, denn die versiegelten Böden- und das gewaltige Bauvolumen der letzten Jahrzehnt verschlimmern die Hochwassersituation. Genau so, wie ihre Funktion als riesiger Wärmespeicher im Sommer und gigantische Umweltheizungen im Winter mitverantwortlich (oder hautverantwortlich?) für die Klimaerwärmung und verfälschte Messungen sind.
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    3. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Ja Herr Dupont das ist ja der Punkt. Lange bevor alles zubetoniert wurde gab am Thunersee Hochwasser. Das Problem ist dass Riesige Einzugsgebiet an Wasser das in denn Thunersee fliesst. Darum hat die Verbauung wenig damit zu tun. Im Falle des Thunersees ist eben die Aussage von Loser falsch. Auch ohne einen Meter Beton gab es schon immer Hochwasser durch Schneeschmelze gepaart mit Starken Regenfällen in Thun. Dass Riesige Einzugsgebiet bringt im Extremfall dass Viele Wasser und nicht der Beton.
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    4. Antwort von Roman Loser  (Jessica)
      Stalden, existiert die Hochwassergefahr für Sie nur in Thun?
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  • Kommentar von Urs Dupont  (udupont)
    Seit 20 Jahren kein so schlimmes Hochwasser mehr und auch fast so lange keinen neuen Hitzerekord mehr. .. wie kommen nun trotzdem einige Wissenschaftler darauf, dass wir in Zukunft mit noch mehr Hochwasser und dramatisch höheren Temperaturen zu rechnen haben?
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    1. Antwort von Theres Keiser  (TheKe)
      Kein so schlimmes Hochwasser aufgrund der Schneeschmelze. Es hat auch selten so viel Schnee gegeben wie im Winter 1998/99. Aber das Hochwasser vom 21./22. August 2005 haben wohl ganz viele als dramatische Situation in Erinnerung. - Wo waren Sie da? Ihren Kommentar finde ich zynisch und ignorant.
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    2. Antwort von Urs Dupont  (udupont)
      Frau Keiser, ich habe nicht geschrieben, dass es seit 1999 kein Hochwasser mehr gab. 21./22.8.2005 mag auch schlimm gewesen sein, aber es kommt alleine auf Grund der Schadenssumme nicht an dasjenige vom Frühling 1999 an. 19999 war es nicht nur die grosse Schneemenge, sondern vor allem auch der lange und intensive Regen. Bitte bleiben Sie doch etwas sachlich statt persönlich. Danke.
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Es wurde im Hochwasserschutz sehr gute Arbeit geleistet. Vielen Dank dafür! Wichtig aber bleibt, dass wir den Naturkräften den nötigen Respekt zollen. Mit Schnee- und Wassermassen lässt sich nicht spassen. Die Natur ist ZUM GLÜCK nach wie vor stärker als wir Menschen.Und dort, wo sich Siedlungen Richtung Hochwasserrisikogebiet ausdehnen, dort - finde ich - sind die dort Wohnenden selber fürs eingegangene Risiko verantwortlich.Es ist die Frage, ob Versicherungen im Schadenfall aufkommen sollen.
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    1. Antwort von Urs Dupont  (udupont)
      Die Natur ist tatsächlich sehr stark, was aber nicht heisst, dass wir gar nichts tun können. Gerade im Falle von Hochwasser und Wasserknappheit, kann mit Stauseen und Seeregulierungen sehr viel getan werden, Oft kommen diese Ereignisse auch nicht völlig überraschend, insbesonders z.B. die Schneeschmelze. Deshalb ist oft eine prophylaktische Gefahrenabwendung möglich, d.h. hier frühzeitig den Seespiegel absenken bzw. Wasser nur noch dosiert "den Bach hinunter schicken".
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