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Legende: Video Kantone wollen Ausländerkinder sprachlich fördern abspielen. Laufzeit 02:25 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.08.2019.
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Deutschkurse vor Kindergarten Experten befürworten Frühförderung für Ausländerkinder

Immer häufiger starten Kinder den Kindergarten, ohne auch nur ein Wort Deutsch zu sprechen. Das soll sich ändern.

Wenn heute in vielen Kantonen wieder das Schuljahr beginnt, treten auch Kinder in den Kindergarten ein, die kaum Deutsch sprechen. Ein Grund dafür: Sie stammen zum Beispiel aus fremdsprachigen Familien und sind bisher nicht in Kontakt mit deutschsprachigen Kindern oder Bezugspersonen gekommen. Sprachliche Frühförderung schon vor dem Kindergarten wird so immer mehr zum Thema.

«Unglaublich grosse Auffassungsgabe»

«Man weiss aus der Forschung, je früher ein Kind sprachlich gefördert wird, desto besser ist die Sprachkompetenz», sagt Dieter Isler von der Pädagogischen Hochschule Thurgau. «Diese frühe Förderung funktioniert nicht über den sogenannten Sprachunterricht. Sondern sehr spielerisch.»

Legende: Video «Man muss dafür sorgen, dass Kinder, die kein Deutsch sprechen, mit Kindern zusammenkommen, die Deutsch sprechen» abspielen. Laufzeit 00:22 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.08.2019.

Kinder können, so Isler, je jünger sie seien, umso mehr aufnehmen – vor allem im Spiel mit anderen Kindern. «So lernen sie eine Sprache ganz natürlich. Deshalb ist es wichtig, dass fremdsprachige Kinder, die zu Hause nicht in Kontakt mit der deutschen Sprache kommen, noch vor dem Kindergarten in Spielgruppen oder ähnlichen Settings die Sprache lernen.»

Rückstände schwierig aufzuholen

Im Kindergarten kommen Kinder zum ersten Mal mit dem Schweizer Schulsystem in Kontakt. Hier lernen sie auch Deutsch – durch den Kontakt mit anderen Kindern oder spezielle Deutschkurse. Das sprachliche Niveau mit dem sie später in die Primarschule kommen, ist aber je nach Kind unterschiedlich.

Für Christian Hugi, den Präsidenten der Zürcher Lehrerinnen und Lehrer, ist ein obligatorisches Programm vor dem Kindergarten daher wünschenswert. Inwiefern würde ein obligatorisches Förderprogramm vor dem Kindergarten Sinn ergeben? «Immer mehr Kinder starten mit schlechten Deutschkenntnissen die Primarschule. Und das ist in einer Schullaufbahn dann wahnsinnig schwierig aufzuholen.»

Legende: Video «Mit einer frühen Förderung könnte man der Chancenungleichheit entgegenwirken» abspielen. Laufzeit 00:19 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.08.2019.

Ein schlechter Start habe meist Auswirkungen auf eine gesamte Schulkarriere, so Hugi weiter. Es brauche also Lösungen, wie obligatorische Kurse, um die Chancengleichheit der Schüler zu wahren. «Es ist auch günstiger, früh zu investieren, als später mit immer noch mehr Sonderprogrammen zu versuchen, aufzuholen», so Hugi.

Es ist günstiger, früh zu investieren, als später mit immer noch mehr Sonderprogrammen zu versuchen, aufzuholen.
Autor: Christian HugiPräsident der Zürcher Lehrerinnen und Lehrer

Die Kantone reagieren

In vielen Kantonen reagiert man bereits auf diese Situation. In Basel-Stadt macht man seit 2013 mit obligatorischen Spielgruppen für sprachlich weniger weite Kinder gute Erfahrungen. Und auch im Kanton Zürich soll jetzt früher angesetzt werden.

«Wichtig ist, dass man es einerseits spielerisch macht und vor allem, dass man nicht nur mit speziellen Deutschkursen die fremdsprachigen Kinder schon wieder absondert», rät Isler. «Es braucht vor dem Kindergarten Spielgruppen mit deutschsprachigen Kindern und später dann auch integrative Massnahmen in den Kindergarten- und Schulklassen.» Spezial-Förderunterricht ist gemäss Isler gut und recht, aber wenn die Kinder so abgeschottet würden, bringe es auch nichts.

Spielend eine Sprache lernen: Das ist in jungen Jahren gut möglich. Man muss aber mit Muttersprachlern in Kontakt kommen. Solange das freiwillig ist, fallen immer einige durch dieses Netz.

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66 Kommentare

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  • Kommentar von u. Felber  (Keule)
    Also mal an alle motzer hier: Fragt euch mal, was das sinnlose Schulfranzösisch so kostet. Und vor allem, mit 16 können sie es immer noch nicht. Mit den zwei sprachigen haben sie sprachprofis in gröberen umfang. Das rechnet sich wirtschaftlich langfristig, da ist die Frühförderung ein klax dagegen.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Die Sprachprobleme der vielen ankommenden Migranten aus allen Kulturen und Länder der Welt, ist ein klares Faktum. Wenn dann in einer Klasse oft bis zu 85% (!) Kinder solcher unintegrierten Eltern sitzen, wird es für alle (Schüler, Lehrer und Eltern) sehr schwierig! Somit ist eine sprachliche Vorschul-Möglichkeit sicher wünschenswert und richtig. Nur, es geht einmal mehr darum: Muss auch diese verlangte Sprach-Vorstufe auch wieder von der Allgemeinheit (mit Steuergelder) bezahlt werden? Eben..!
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    1. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      Ich frag mich sowieso, woher das Geld für alle diese Sonderwünsche kommen soll.
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  • Kommentar von Martin Aeschlimann  (TinuAeschlima)
    Beim Nutzen der PFZ und es gibt natürlich positive Seiten der Bilateralen, muss man auch die negativen Seiten miteinberechnen. Z.B. teurere Mieten, mehr Umweltbelastung, Integrationskosten, Infrastruktur- und Administrationsausbau etc.
    Weniger wäre für mich persönlich hier mehr...
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    1. Antwort von Frank Henchler  (Die Wahrheit ist oft unbequem)
      Ok, diese Meinung darf man vertreten. Aber dann sollten gewisse Parteien mal ehrlich dem Volch verstehen zu geben, dass man Binnenmarkt und PFZ nur im Doppelpack bekommt. Wenn man das nicht will, bleibt es der CH offen die Bilateralen einseitig zu kündigen. Dafür fehlt der SVP aber der Mut, weil sie keinen Plan für danach hat. So siehts aus. Also hört endlich auf zu jammern.
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    2. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      Würde man eine Vollkostenrechnung machen, wäre dieses Projekt unter dem Strich ein Verlust.
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    3. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      Die CH muss die restlichen Bilateralen nicht kündigen, wieso auch?
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