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Legende: Audio Lob und Tadel für die NZZ abspielen. Laufzeit 04:22 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 18.07.2019.
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Deutschland-Strategie der NZZ «Von einem Rechtsrutsch ist nichts zu spüren»

NZZ-Chefredaktor Eric Gujer freut sich über den Vergleich zum «Westfernsehen». Die Zeitung bewege sich aber nicht nach rechts.

Die NZZ bemüht sich um die deutschen Leserinnen und Leser – und wird dort auch wahrgenommen. Auffallend viel Lob kommt von rechts, von Politikern der «Alternative für Deutschland» (AfD). Verschiedene AfD-Exponenten haben die NZZ als «neues Westfernsehen» bezeichnet.

Dieser Begriff stammt aus der DDR, wo die Medien gleichgeschaltet waren. Deshalb schauten die DDR-Bürger damals gerne Westfernsehen, weil dieses ohne Zensur über die Ereignisse in Ostdeutschland berichtete.

Wiederholte Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik

NZZ-Chefredaktor Eric Gujer lehnt den Vergleich zwar ab, freut sich aber dennoch darüber: «Es ist ein Kompliment, weil es heisst: Wir stehen für einen nüchternen, kritischen Blick auf Deutschland aus dem Ausland.»

Die NZZ sagt sich: Da geht ein Markt auf und wir können in diesem Grenzbereich zwischen AfD und rechtem CDU-Flügel sehr viele Leser abgreifen.
Autor: Daniel BinswangerRedaktor beim Online-Magazin Republik

Auffällig ist aber auch, dass dieser kritische Blick insbesondere auf die deutsche Kanzlerin Angela Merkel fällt. In ihren Kommentaren kritisierte die NZZ etwa immer wieder die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin.

Eric Gujer
Legende: NZZ-Chefredaktor Gujer bestätigt, dass die NZZ verstärkt eine deutsche Leserschaft ansprechen will. Dies aber mit kritischem Journalismus ohne gezielten Rechtsdrall. Keystone

Laut dem Medienjournalisten Daniel Binswanger vom Onlinemagazin Republik decken sich die Positionen der NZZ oft mit jenen der AfD. Gezielt stosse die Neue Zürcher Zeitung in diese Richtung vor.

Die AfD lege massiv zu, es gebe eine gesellschaftliche Dynamik in Deutschland, so Binswanger: «Die NZZ sagt sich: Da geht ein Markt auf und wir können in diesem Grenzbereich zwischen AfD und rechtem CDU-Flügel sehr viele Leser abgreifen. Das ist nachvollziehbar.»

Wenn Sie die NZZ kritisch lesen und sich auf Ihre eigene Lektüre verlassen, werden Sie sehen, dass von einem Rechtsrutsch nichts zu spüren ist.
Autor: Eric GujerChefredaktor der NZZ

Doch NZZ-Chefredaktor Gujer schüttelt den Kopf. Die Zeitung bewege sich nicht gegen rechts: «Wenn Sie die NZZ kritisch lesen und sich auf Ihre eigene Lektüre verlassen, werden Sie sehen, dass von einem Rechtsrutsch nichts zu spüren ist.»

Expansionsstrategie in Deutschland

Es sei hingegen richtig, dass man mit doppelt so vielen Journalisten als früher über Deutschland berichte und dass die Zeitung in Deutschland stärker beachtet werde. Die Expansionsstrategie gehe auf: «Wir haben jetzt rund 14'000 Abonnenten in Deutschland. Und vor allem: Rund ein Drittel der Besucher auf nzz.ch kommen aus Deutschland – wir werden dort zu einer gefragten Medienmarke.»

Auch in Deutschland gibt es Zeitungen, die ein konservatives Milieu ansprechen – etwa die FAZ oder die Welt. Als ausländische Zeitung ist die NZZ aber nicht in die deutsche Innenpolitik verstrickt und nutzt ihre grössere Ellbogenfreiheit, um pointierter über die deutsche Politik zu berichten – mit einem anderen Blick eben.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von u. Felber  (Keule)
    Sobald etwas nicht mehr links ist, gilt es bei den linken schon fast als Braun und Rechtsradikal. Es ist wirklich unglaublich, was für einen intoleranten Fanatismus unsere Linken und Grünen an den Tag legen (dürfen)!
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  • Kommentar von u. Felber  (Keule)
    Herr Henchler, übertreiben sie es nicht langsam, mit ihrer Schweiz-Phobie?
    Stört es sie, dass sich die Schweiz nicht den deutschen via EU unterwirft? oder was genau ist eigentlich ihr Problem, hier täglich gegen Schweizer Bürger und deren Eigenheiten zu Hetzen? Haben sie ein Problem mit Minderheiten? Oder ist es einfach purer Neid?
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  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Eine Zeitung kann rechts wie links Dinge finden die Leser interessieren, da nun mal die rechts gelagerten Leser mehr Geld in der Tasche haben , neigt die Not der Zeitungen, denen zum Munde zu schreiben die auch kaufen ( können und wollen ). Eine sehr einfache kaufmännische Regel. Es ist müssig sich darüber zu monieren. Wer Klarsicht behalten will, muss beide Seiten in ihren Aussagen vergleichen. Nur der Fake - Vergleich von beiden Seiten führt einigermassen zur relativen Wahrheit .
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