Zum Inhalt springen

Einsatz für Katastrophenhilfe Die Armee ist in Bondo nicht gefragt

Auch nach den neuen Murgängen steht die Armee im Bergell weiterhin nicht im Einsatz. Das sind die Gründe.

Legende: Video «Bondo kommt nicht zur Ruhe» abspielen. Laufzeit 1:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.09.2017.

Wer entscheidet über einen Einsatz der Armee? «Wir stehen für einen Einsatz bereit» sagt Armeesprecher Daniel Reist im Interview mit SRF. Doch einen Armeeeinsatz anfordern müsse die Bündner Regierung. Bereits vor einigen Tagen hatte Verteidigungsminister Guy Parmelin Hilfe angeboten. Die Bündner Regierung hat diese bis jetzt abgelehnt. Der zuständige Bündner Regierungsrat Christian Rathgeb sagte heute auf Anfrage von SRF, dass er auch nach den neuen Murgängen keinen Armeeeinsatz verlangt habe.

Es hat sich grundsätzlich nichts am Armeeeinsatz geändert.
Autor: Christian RathgebRegierungsrat Kanton Graubünden

Warum bot die Bündner Regierung die Armee bislang nicht auf? Bereits nach dem Bergsturz analysierten Spezialisten Einsatzmöglichkeiten für Armeeangehörige. Doch verfügt die Armee nicht über genügend grosse Maschinen wie Bagger, die im Moment benötigt werden. Die zivilen Kräfte würden im Moment ausreichen, erklärte Regierungsrat Rathgeb gegenüber der «NZZ». Zudem machte der Regierungsrat auch Sicherheitsbedenken geltend: Armeeangehörige müssten sich während der Arbeit im überschwemmten Auffangbecken im Notfall innert vier Minuten in Sicherheit bringen können. Das sei nicht möglich, weil das abgebrochene Material in Bewegung sei, sagte Rathgeb am Montag der Nachrichtenagentur sda. Armeesprecher Daniel Reist erklärt dazu, dass dies nicht Bedenken der Armee seien, sondern der Bündner Behörden.

Es ist eine Frage der Zeit, bis die Armee zum Einsatz kommt.
Autor: Daniel ReistChef Kommunikation Verteidigung VBS

Ist die Armee gar nicht präsent im Bergell? Bereits seit Anfang dieser Woche sind acht Gebirgsspezialisten der Armee im Val Bondasca im Einsatz. Zudem hat der Kanton ein Löschwasserbecken sowie Übermittlungsinstrumente für die Alarmierung angefordert. «Das Material wird gegenwärtig ins Krisengebiet gebracht», erklärt Armeesprecher Daniel Reist. Die Armee sei permanent in Kontakt mit den zuständigen Stellen. Für einen Einsatz ist der Bereitschaftsverband Katastrophenhilfe mit 200 Leuten vorgesehen. «Es ist eine Frage der Zeit, bis die Armee zum Einsatz kommt», sagt Reist.

25 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Phil Oettli (Phil O)
    Dass die armee keine qualifizierten leute haben, ist schlicht eine ausrede immerhin gehen auch berufsbaggerfahrer und bauarbeiter zur armee und die armee weiss gewiss wie sie solche spezialisten einsetzen kann! Die armee könnte auch eine hubschrauberflotte im katastrophengebiet mit piloten zur verfügung stellen um alle arbeiter so schnell wie möglich in sicherheit zu bringen. Die armee kann sehr vielseitig eingesetzt werden, wenn man sie denn nur lassen würde. Und Maschinen sind schnell besorgt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Niklaus Bächler (sensus communis)
      Herr Oettli,ihr Kommentar ist sicher gut gemeint,ich muss ihnen aber widersprechen. In vielen Einsätzen konnte die Armee nicht reüssieren,weil ihr Apparat für solche Operationen zu schwerfällig ist.Und,leider hat die Armee auch nicht immer das geeignete Personal & Gerät.Die Baumaschinen müssen idR. inkl. Bedienungspersonal eingemietet werden.Pro aktiven ADA auf der Baustelle kommen bis zu 1 1/2 - 2 ADA im rückwärtigen Dienst & additionale Kommandostrukturen.Ein Irrsinn für solche Operationen!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Phil Oettli (Phil O)
      Herr Bächler, ich verstehe was sie meinen.. Doch hier zur anmerkung; (hoffe der link wird nicht gelöscht (seriöse seite)) https://www.admin.ch/cp/d/37942436.0@fwsrvg.bfi.admin.ch.html Nur ein beispiel, von mehreren.. Es kann durchaus laufen wie ein geschmiertes uhrwerk :) ich habe auch das gefühl es ist ein typisch schweizerisches "ding" in der öffentlichkeit zu sagen; "wir berücksichtigen zuerst die örtliche wirtschaft". Es geht hier nicht um ein bauprojekt, sondern um eine katastrophe!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      @ Oettli: Gehen Sie doch in nächster Zeit mal auf eine Baustelle Ihrer Wahl. Ich werde Ihnen gratulieren, wenn Sie einen Baggerfahrer mit Schweizer Pass finden. Es gibt praktisch keine Schweizer Männer mehr, die sich zum Bauarbeiter, Baggerfahrer, Kranführer etc ausbilden lassen. Wichtig ist, dass an solchen Orten Profis arbeiten. Die Armee wird bezahlt dafür die Schweiz zu verteidigen und nicht fürs Baggerfahren.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Da geben wir Milliarden für eine untätige Armee aus. Dabei könnten die hier in der Praxis üben, anstelle derer gestellten Szenarien die nie der Realität entsprechen. Für was haben wir überhaupt eine Armee? Im Kriegsfall ist die eh zu klein, hat zu wenig Flugzeuge und kaum ein Abwehrsystem, de Facto also nutzlos und nach ein paar Tagen überrannt. Da könnte man die Armee wenigstens für hier nutzen, anstatt nun Millionen an private Räumungsunternehmen auszugeben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Was bitte soll denn die Armee dort in der Praxis üben? Sollen sie gegen den Willen der zuständigen Behörden dort einfach einmarschieren? Das Angebot für Hilfe vom VBS ist ja da. Und in der momentanen Situation, ist die Armee dort eben völlig überflüssig. Wenn, denn Zivilschützer. Aber wenn die Behörden das nicht wollen, liegt das nicht an der Armee. Und die zuständigen Behörden werden schon wissen, was sie tun.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Niklaus Bächler (sensus communis)
      Ich verstehe ihren Ärger. Leider hat die Vergangenheit gezeigt,dass bei Armeeeinsätzen Aufwand & Ertrag in einem krassen Missverhältnis stehen.Subsidiäre Armeeopationen verschlingen eine Unmenge an Personal,dies auf ziviler,wie auch auf militärischer Seite.Hinzu kommt,dass die Armee über kein geeignetes Gerät verfügt & dieses jeweils einmieten muss.Die Armee ist hierfür zu schwerfällig,mit den lokalen Gegebenheiten überfordert & somit eher hinderlich.Das VBS ist seit Jahren ohnmächtig, leider...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Was läuft hier falsch?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Nichts Frau Casagrande ,ich war in Maloja. Weil ich zu Verwandten nach Soglio wollte, aber nicht durchkam. Einige Einwohner erzählten mir, dass der Einsatz vorbildlich geklappt hätte. Mir schlugen sie Scherzenshalber vor, nimm doch den berühmten Wanderweg nach Soglio, den kennst Du ja. Ich gehöre aber nicht mehr zu der Wandergeneration (ca 7 Stunden)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen