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Weniger Treibhausgas «Die Autoindustrie hat in der Vergangenheit schon gejammert»

Legende: Audio Die Autobranche ist gefordert abspielen. Laufzeit 1:56 Minuten.
1:56 min, aus HeuteMorgen vom 07.06.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Heute debattiert der Ständerat über das Klimaabkommen von Paris.
  • Sagt nach dem Nationalrat auch die Kleine Kammer Ja zum Abkommen, verpflichtet sich die Schweiz, ihren Ausstoss an Treibhausgasen deutlich zu senken.
  • Dazu sollen auch die Autoimporteure beitragen; sie sollen auf sauberere Autos setzen.

CO2-Vorschriften für die Autoimporteure gibt es schon heute: Die Händler müssen eine Art Strafgebühr zahlen, wenn sie zu viele Neuwagen verkaufen, die pro Kilometer besonders viel klimaschädliches Treibhausgas ausstossen.

Gleich wie in der EU liegt der Grenzwert derzeit bei 130 Gramm CO2 pro Kilometer. Im Gleichschritt mit der EU will der Bund nun diesen Wert weiter auf 95 Gramm pro Kilometer senken. Grundsätzlich könne sich die Autobranche damit arrangieren, sagt Andreas Burgener, Direktor des Importeurverbands Auto Schweiz: «Wenn es nicht strenger und schärfer ist als in der EU – dann machen wir selbstverständlich mit.»

Wenn es nicht strenger und schärfer ist als in der EU – dann machen wir selbstverständlich mit.
Autor: Andreas BurgenerDirektor Importeurverband Auto Schweiz

Allerdings dürfe es nicht so rasch gehen, wie es der Bundesrat nun will. Die Branche brauche mehr Zeit, um sich anzupassen, denn: Der hiesige Automarkt sei ein vergleichsweise schwieriges Pflaster für den Verkauf klimafreundlicher Autos. Auf Schweizer Strassen seien zum Beispiel mehr schwere Autos mit Vierradantrieb unterwegs als im übrigen Europa, sagt Burgener.

Das sei ein vorgeschobenes Argument, hält Matthias Müller vom Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) entgegen: «Die Autoindustrie hat in der Vergangenheit schon gejammert und die Ziele trotzdem erreicht. Und hier geht es darum, noch mehr Geld auf Kosten der Umwelt und der Gesundheit der Menschen zu verdienen – und das finden wir nicht in Ordnung. Es ist wichtig, dass wir jetzt mit effizienten Autos vorwärts machen.»

Es ist wichtig, dass wir jetzt mit effizienten Autos vorwärts machen.
Autor: Matthias MüllerVerkehrs-Club der Schweiz

Deshalb hofft Müller, dass sich der Ständerat heute zu den ehrgeizigen Zielen des Pariser Klimaabkommens bekennt.

Die vorberatende Kommission ist mehrheitlich dafür, das Abkommen zu ratifizieren. Folgt der Ständerat seiner Kommission, würde sich die Schweiz darauf festlegen, ihre Treibhausgasemissionen gegenüber dem Stand von 1990 zu halbieren. Und sollten in der Schweiz bald mehr effiziente Autos mit geringem CO2-Ausstoss unterwegs sein, würde das sicher helfen, das Klimaziel zu erreichen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    Die grössten Schreihälse sind wohl direkt betroffen.
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  • Kommentar von Achim Frill (Afri)
    Und was ist mit dem gigantisch umweltverschmutzenden Flugverkehr? Den enorm dreckigen Hochseeschiffen? Den Heizungen? Der Industrie? Und das Militär blässt ja ebenfalls enorme Abgasmengen in die Luft. Aber nein, immer nur auf das bitterböse Auto eindreschen. So was von hyperventilierend und kurzsichtig.
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  • Kommentar von Urs Heim (Ursus)
    Das nicht jeder Schweizer, jede Schweizerin sich ein Elektroauto kaufen kann oder will ist verständlich und muss nicht sein. Der Spritverbrauch für den Individualverkehr muss aber im Schnitt deutlich unter die maximal fünf Liter sinken. Wer sich trotzdem noch einen Wagen mit höherem Verbrauch gönnen möchte, zahlt zwanzig Prozent Zuschlag auf den Katalogpreis der zur Verbilligung von E-Autos verwendet wird. Diese Maßnahme ist nicht illusorisch sondern nur Konsequent.
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    1. Antwort von Patric Huber (Patric Huber)
      Und wo kommt das Lithium für die Akkus her? Und der Strom wenn alle ein E-Auto hätten? Ach ja... aus dem Katalog und der Steckdose/... Wie kurzsichtig! E-Autos sind keineswegs die Lösung. Weniger sinnloses und unausgelastetes Rumfahren wäre die Lösung. Und ein Verbot von Schwerölmotoren (Schiffahrt) und strengere Emmissionsvorschriften für Flugzeuge.
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