Die leidige Geschichte mit den Pyros

Die Frage, wie im Schweizer Fussball mit Pyros umgegangen werden solI, beschäftigt die Gemüter. Obschon die gefährlichen Fackeln verboten sind, werden sie Woche für Woche in den Stadien abgebrannt. Österreich hat deshalb einen anderen Weg eingeschlagen.

Aufnahme auf einen Fan-Sektor, zahlreiche Pyros brennen, Rauch roter Fackelschein und Fahnen sind zu sehen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Verboten, und trotzdem brennen sie bei praktisch jedem Fussballspiel: Pyros. Keystone

Grundsätzlich sind Pyros in der Schweiz wie auch in Österreich verboten. Doch seit vier Jahren gibt es die Möglichkeit von Ausnahme-Bewilligungen. Konkret können die Fans über die Klubs beantragen, Pyros im Stadion zu zünden, wenn gewisse Voraussetzungen gegeben sind.

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Gefährliche Pyros

Gefährliche Pyros

Fast bei jedem Fussballspiel brennen Fussballfans in den Schweizer Stadien sogenannte Pyros ab, obwohl dies verboten ist. Die meist orange-roten Fackeln brennen mit Temperaturen von über 1000 Grad Celsius und sind nicht zu löschen. Deshalb bergen sie eine grosse Verbrennungsgefahr für Umstehende.

Sicherheit muss gewährleistet sein

Es müssten Sandkübel bereit stehen und der Abstand zu den Zuschauern durch Absprerrungen gesichert sein, sagt der Vorstand der Österreichischen Bundesliga, Christian Ebenbauer. Weiter sei es meist sinnvoll, die Pyros zu Beginn oder am Ende einer Halbzeit und nicht mitten im Zuschauersektor abzubrennen.

Trotz dieser Auflagen hält sich ein grosser Teil der Fans in Österreich daran. Vier Fünftel der Klubs in der obersten Liga in Österreich würden keine, oder fast keine Probleme mehr machen, sagt Ebenbauer. «Wenn man die Statistiken zu Rate zieht, sieht man, dass die Verstösse massiv zurückgegangen sind.»

Fans von Rapid Wien machen nicht mit

Dass die aktuellen Zahlen nicht noch viel besser sind, liegt an einem einzigen Club, der rund 500 der 700 illegal gezündete Fackeln zu verantworten hat. So weigern sich die Fans von Rapid Wien schlicht, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig zeigt dies, dass mit einer Teil-Legalisierung nicht einfach alle Probleme vom Tisch sind.

Dennoch will der Vorstand der österreichischen Bundesliga nicht zurück zum absoluten Verbot. Schliesslich funktioniere die Regelung bei den meisten Clubs und ausserdem würde sonst wieder überall illegal Feuerwerk abgefackelt, sagt Ebenbauer. «Dadurch wäre die Sicherheit der Zuschauer weit mehr gefährdet.»

Schweiz hält am Verbot fest

Weil Pyros so gefährlich sind, sind sie in den Schweizer Stadien überhaupt nicht erwünscht. Derzeit gebe es auch keine Gespräche über eine mögliche Legalisierung wie in Österreich, sagt Philippe Guggisberg, Mediensprecher der Swiss Football League. Bei Sondierungen in Zürich hätten sich die beteiligten Parteien nicht auf eine Lösung einigen können. «Deshalb wurden die Gespräche nicht weitergeführt.»

In der Schweiz wird eine Lösung favorisiert, welche die Eingangskontrollen wieder entschärft. Im Gegenzug wird dann per Kamerasystem versucht, jene Fans zu identifizieren, welche trotz des Verbots Pyros abbrennen, und sie zu bestrafen.

Das System zeigt in St.Gallen zwar erste Erfolge, beinhaltet aber einen wichtigen Teil des österreichischen Modells nicht: Das Ernstnehmen der Fans, welche die Pyros als Teil ihrer Fankultur verstehen.