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Frühfranzösisch – quel malheur Die Meinungen der Forscher im Sprachenstreit

Wie lernt man am besten Sprachen und ab wann ist es am erfolgversprechendsten?

Der Sprachenstreit um das Frühfranzösisch hat sich verschärft, seit die Linguistin Simone Pfenninger in einer Studie darauf hinweisen hat, dass es keinen Zusammenhang zwischen einem frühen Sprachunterricht und der späteren Sprachkompetenz gibt. Oberstufenschüler, die neu eine Sprache erlernen, holen laut der Studie in einem halben Jahr spielend auf, was andere ab der dritten Klasse im Unterricht lernen.

Bei einem frühen Beginn erreichen Schüler am Schluss der obligatorischen Schule am ehesten ein minimales Niveau.
Autor: Stefan C. WolterDirektor der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung

«Ältere Schülerinnen und Schüler lernen alles schneller, dass man jedoch in einem halben Jahr den Schulstoff von drei Jahren aufholen kann, wird durch die neuen Evaluationen nicht gestützt», sagt hingegen Stefan C. Wolter, Direktor der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF). Die SKBF gehört dem Bund und der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK).

Wolter ist deshalb dafür, dass Schüler früh mit der Fremdsprache beginnen: «So erreichen Schüler am Schluss der obligatorischen Schule am ehesten ein minimales Niveau.»

Sind Schüler überfordert?

Viele Lehrer sagen, die Schüler seien mit zwei Fremdsprachen auf der Unterstufe überfordert: Wolter dazu: «Wer eine neue Sprache lernt, verbessert sich auch in einer schon erlernten Sprache. Das bestätigt die von der Schweiz in Auftrag gegebene einzige internationale Studienübersicht. Indizien für eine Überforderung durch das parallele Erlernen von Fremdsprachen könne man deshalb nicht sprechen.

Eine Intensivierung des Lernens wäre wünschenswert. Etwa punktuell Fachinhalte in einer anderen Sprache zu vermitteln.
Autor: Raphael BertheleProfessor für Mehrsprachigkeit

Raphael Berthele, Professor für Mehrsprachigkeit an der Universität Freiburg, hat an einer Studienübersicht zum Effekt des Alters auf das Fremdsprachenlernen mitgearbeitet. Nach seiner Einschätzung wird der Einfluss des Alters bei Beginn oft überschätzt. Das frühe Lernen einer fremden Sprache führe nicht automatisch zu höheren Kompetenzen am Ende der Schulzeit, meint er.

Dass man beim Lernen einer Sprache von Kompetenzen in einer anderen Sprache profitieren kann, bestreitet auch er nicht, allerdings hängen diese Effekte davon ab, um welche Sprachen es sich genau handelt und wie gut diese bereits beherrscht werden.

Reichen zwei Lektionen pro Woche?

«Es spielen viele andere Komponenten eine wichtige Rolle.» Zum Beispiel ist laut Berthele die Sprachkompetenz und vor allem das eigene Sprachenlernen der Lehrer wichtig. Oder auch die Neugierde, das Engagement, die Lust des Lehrers an der Sprache. Oder auch die Anzahl Lektionen.

In den meisten Kantonen werden heute in der Primarschule wöchentlich etwa zwei Lektionen pro Fremdsprache eingesetzt. «Eine Intensivierung des Lernens wäre aus Forschersicht wünschenswert. Etwa punktuell Fachinhalte in einer anderen Sprache zu vermitteln», so Berthele.

Wolter sagt dazu: «Schüler lernen zwar mehr mit mehr Lektionen, die Lernkurve steigt aber nicht linear. Ab drei Lektionen pro Woche verflacht die Kurve deutlich, speziell bei schwächeren Schülern.»

Wie sinnvoll ist es, dass in die Schüler in der Schweiz zwei Fremdsprachen in der Primarschule lernen? Hier geht es zum Haupttext.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Wer glaubt, dass man ohne Wörter- und Grammatikbüffeln eine Fremdsprache lernen kann, ist auf dem Holzweg. Jede Sprache besteht aus Wörtern und Grammatik. Wer will, wird lernen.
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  • Kommentar von rosi gantenbein (lara croft)
    Die Motivation, eine Sprache erlernen zu wollen, muss vorhanden sein, das ist matchentscheidend. Da kann sich der gute Pädagoge noch so abstrampeln, wenn ein Primarschüler partout nicht einsehen kann, weshalb er Franz lernen soll. Genau da liegt das Problem...Bonsoir!
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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Am besten lernen die Schüler, wenn sie in ihrem Leben möglichst wenig Pädagogen kennen gelernt haben. D.h wenn man ihnen die Chance gibt, selber Lösungen zu finden, und nicht mit sozial-pädagogischem Geschnorr vollquatscht.
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