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Schweiz Die SRG soll auch die Generation Smartphone erreichen

Die SRG soll weiterhin einen umfassenden Service public anbieten. Der Bundesrat will das heutige Modell nicht auf den Kopf stellen – jedoch soll die junge Generation verstärkt mit digitalen Angeboten erreicht werden.

Doris Leuthard vor den Medien in Bern.
Legende: Die SRG solle die Menschen dort abholen, wo sie sich informieren – auch im Internet. Keystone

«Staat und Politik müssen ein Interesse daran haben, die jungen Menschen zu erreichen», sagte Bundesrätin Doris Leuthard vor den Medien in Bern. Deswegen sei es unerlässlich, dass auch die SRG die junge Generation dort abhole, wo sie sich informiert – nämlich im Internet. «Wenn man sie verliert, sieht es düster aus», so die Bundesrätin.

Legende: Video SRG soll junge Menschen erreichen abspielen. Laufzeit 01:00 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.06.2016.

Der Bundesrat möchte dafür in zwei Schritten vorgehen, wie er in seinem Bericht zum medialen Service public, Link öffnet in einem neuen Fenster schreibt. Zunächst will er bei den neuen Konzessionen im Jahr 2019 Anpassungen vornehmen. Mittelfristig will er angesichts der Digitalisierung und der veränderten Mediennutzung das heutige Radio- und Fernsehgesetz zu einem Gesetz über elektronische Medien weiterentwickeln.

Weil sich die Mediennutzung zusehends ins Internet verlagere, sollten künftig auch reine Online-Angebote als Service public anerkannt werden können. Man könne den digitalen Wandel gut oder schlecht finden, so die Kommunikationsministerin: «Aber es ist nun einmal so.»

Die nächsten Neukonzessionierungen böten Gelegenheit konkrete Anpassungen vorzunehmen. Die aktuellen Werbeeinschränkungen – auch jene im Online-Bereich – sollen vorderhand bestehen bleiben. Damit werde ein gewisser wirtschaftlicher Ausgleich gegenüber den privaten Medien geschaffen, hält der Bundesrat in seinem Bericht fest.

Information als zentraler Pfeiler

Die SRG soll ihre Programme und Online-Angebote in Zukunft noch deutlicher als bisher von kommerziellen Inhalten unterscheiden. Der breite Umfang und das hohe Niveau bei der Information sollen weiterhin den zentralen Pfeiler bilden. Der Bundesrat geht davon aus, dass die SRG mindestens die Hälfte der ihr zufliessenden Empfangsgebühren für die Information aufwendet.

Legende: Video Mehr Swissness bei der SRG abspielen. Laufzeit 00:39 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.06.2016.

Bei der Unterhaltung erwartet der Bundesrat von der SRG eine kritische Überprüfung ihrer bisherigen Praxis beim Einkauf von bestimmten Fremdproduktionen. «Wir erwarten, dass sich die SRG stärker von den Privaten unterscheidet und damit ihr Profil schärft», so die Bundesrätin. Die SRG habe eine Leitbildfunktion zu erfüllen. Im Sport sei die SRG gefordert, vermehrt Kooperationen mit anderen Veranstaltern einzugehen.

Weiter erwartet der Bundesrat, dass sich der Service public als Dienst an der Gesellschaft in Zukunft «besser legitimiert und seinen Mehrwert für die Gesellschaft deutlicher aufzeigt». Den Umfang der Finanzierung will der Bundesrat beibehalten.

Lokalradios von Leistungsauftrag befreien

Die Verkehrsministerin unterstrich weiter die Bedeutung regionaler Berichterstattung: «Zentral ist für die Menschen das, was vor ihrer Haustüre passiert», so Leuthard. Bei den gebührenfinanzierten Lokalradios und Regionalfernsehen will der Bundesrat präzisere Vorgaben erlassen, um regionale Informationsleistungen einzufordern. Anpassungen soll es bei den konzessionierten kommerziellen Lokalradios geben, die heute einen publizistischen Leistungsauftrag, aber keinen Anspruch auf Gebührenunterstützung haben.

Künftig rechtfertige es sich nicht mehr, diese Veranstalterkategorie staatliche Pflichten aufzuerlegen, da die Frequenzknappheit im UKW-Band wegfalle, heisst es im Bericht. Der Bundesrat beabsichtigt, sie von der Konzessionspflicht und dem Leistungsauftrag zu befreien.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Meier (Kurt3)
    Der srf.online befindet sich noch im digitalen Steinzeitalter . Damit meine ich , Geschwindigkeit der Verarbeitung der eingehenden Kommentar , umständliches Login , keine Melde/Missbrauchsfunkion . Guckt mal bei Watson rein . Benachrichtigung beim Aufschalten des Kommentars , Statitistiken über Kommentare Likes und dislikes , also kommt in die Hufe oder vergesst es.
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  • Kommentar von Kurt Meier (Kurt3)
    Da muss sich aber noch einiges ändern , wenn man die i-phon Generation ansprechen will . Die Foren von SFR online werden von einer Handvoll rechtsnationalen ultrakonservativen Dauerkommentatoren beherrscht . Ich kenne die Redaktoren nicht , aber da gibst noch Luft nach oben, auch wenn man die Freischaltungstempi anschaut . Die Zeit der Leserbriefe ist vorbei . Jetzt lesen Sie bitte den Beitrag von Herr oder Frau Roe unten . Ich ebenfalls schon mehrmals das Fehlen einer Meldefunktion vermisst.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Der Direktor wird älter und ...., und es scheint, dass SRF ihren Standard um einiges zurückstufen will. Die Generation der "Handyabhängigen" braucht nicht viel gescheites, nur "Action" und etwas Nervenkitzel, Kriege und Geköpfte, das wird genügen. Ich hoffe, dass sich die ernstzunehmenden Benutzer von TV und Radio dagegen wehren, dass wir auch noch dafür bezahlen müssen. Das sollen die Electronic- und IT-Süchtigen selber berappen, dann kann SRF von mir aus zeigen, was es will!
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