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Eine eigene Botschaftsstelle für den Zwergstaat Vatikan?
Aus HeuteMorgen vom 07.09.2021.
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Diplomatische Vertretung Geplante Botschaftsstelle im Vatikan sorgt für Kritik

Der Bundesrat will die Zusammenarbeit mit dem Kirchenstaat stärken. In Politikkreisen kommt das nicht überall gut an.

Es war während eines Besuchs im Vatikan diesen Mai, als Bundespräsident Parmelin ganz nebenbei erwähnte, dass der Bundesrat beabsichtige, einen ständigen Botschafter beim Vatikan zu installieren. Das zuständige Aussendepartement EDA begründet auf Anfrage von Radio SRF die Absichten des Bundesrates: «Eine Botschaft vor Ort soll eine engere und kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Vatikan ermöglichen. Dies ist ein mittel- und langfristiges Ziel.»

Kostspielige Pläne

Aktuell ist der in Slowenien ansässige Botschafter auch für die diplomatischen Belange beim Vatikan zuständig. Aber der Aufwand nehme laufend zu. So schreibt das EDA: «Die Zahl der hochrangigen offiziellen Besuche aus der Schweiz (Bundesrat und Parlament) hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Sie erfordern eine kontinuierliche diplomatische Vorbereitung, Begleitung und Nachbearbeitung vor Ort.»

Es gibt andere Staaten, die dringender auf eine Botschaft warten als der Vatikan.
Autor: Fabian Molina SP-Nationalrat Zürich

Die alleinigen Betriebskosten für eine Botschaft im Vatikan schätzt das EDA auf rund 860'000 Franken jährlich. Aussenpolitiker und EVP-Nationalrat Nik Gugger ist vor allem aus Kostengründen skeptisch, ob es eine ständige Vertretung im Vatikan braucht. «Die Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Vatikan sind sicher wichtig. Es lässt sich aber hinterfragen, ob wir eine ständige Botschaft vor Ort, welche sehr kostenintensiv ist, brauchen», so Gugger.

Die Frage der Priorität

Für Aussenpolitiker und SP-Nationalrat Fabian Molina hat der Standort Vatikan schlicht keine hohe Priorität. «Es gibt andere Staaten, die dringender auf eine Botschaft warten als der Vatikan.» Sollte es organisatorische Probleme geben, könne ja die Botschaft in Rom aushelfen, meint Molina.

Aber genau dies ist nicht möglich. Sowohl der Vatikan als auch Italien akzeptieren nicht, dass ein Botschafter für beide Länder zuständig ist. Dazu kommt, dass diese auch nicht im selben Büro arbeiten dürfen. So muss die Schweiz also für den künftigen Botschafter des Vatikans neue Räumlichkeiten suchen – und zwar in Rom. Denn auf dem Gebiet des Vatikans sind keine ausländischen Botschaften erlaubt.

SRF 4 News, 07.09.2021, 06:00 Uhr

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71 Kommentare

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  • Kommentar von Franz Peter Lehmann  (nashorn19)
    Zum Thema Botschaft im Vatikan! wenn das EDA nichts mehr weiter zu tun hat, dann wirkt für mich als Steuerzahler und Stimmbürger alles aus dieser Ecke langsam lächerlich und komisch, haben wir doch in Rom und vor der Haustüre des Vatikans sowieso schon lange eine der für die Schweiz wichtigen und relevanten Botschaften welche die Papiervertretung kostenlos gleich mit übernehmen könnte, was soll das?
  • Kommentar von Peter Belmi  (P.B.)
    Wenn der Vatikan keine Botschaft auf seinem Gelände will, dann soll er es eben sein lassen. Ist zudem ohnehin Geld zum Fenster hinaus geworfen für eine Organisation der nur die Hälfte der Schweizer angehört, und die sich auf dem Weg in die Irrelevanz befindet.
    1. Antwort von Bobby Senn  (Hardcorehansi)
      nur für einen drittel ist der heilige vater das religiöse oberhaupt!
  • Kommentar von Sebastian Demlgruber  (SeDem)
    Wenn man den Vatikan bislang von Slowenien aus betreut, kann man den Ministaat künftig doch gleich von Bern aus betreuen, oder? Ist auch nicht viel weiter weg und kommt erst noch günstiger.