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Diskriminierung im Sponsoring? Akanji: «Sponsor sagte, ich wirke nicht schweizerisch genug»

VW Schweiz soll den Vertrag mit Manuel Akanji nicht verlängert haben, weil er «nicht schweizerisch genug» wirke.

Manuel Akanji erhebt in der neuen Dokumentarserie «The Belonging» Vorwürfe gegen einen früheren Sponsor. Dieser habe eine Zusammenarbeit nicht verlängert, weil er «nicht genug schweizerisch» wirke. Recherchen von SRF zeigen: Gemeint ist Volkswagen Schweiz.

Die Serie beschäftigt sich mit Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Ausgrenzung. Auch Rassismus ist ein zentrales Thema. Nationalspieler Breel Embolo schildert darin, wie schnell sich die öffentliche Wahrnehmung verändern könne: «Wenn wir gewinnen, dann sind wir ja die Kings. Und wenn man verliert, dann hast du einfach brutal viele rassistische Nachrichten.»

«Nicht genug schweizerisch»

Besonders aufhorchen lässt eine Aussage von Manuel Akanji. Der Verteidiger von Inter Mailand erzählt von einer Sponsoring-Partnerschaft, die nach zwei Jahren nicht verlängert worden sei. «Sie haben gemeint, dass ich nicht genug schweizerisch wirke und dass ich bei ihrem Zielpublikum nicht genug als Schweizer ankomme.»

Wie SRF-Recherchen zeigen, handelt es sich beim Sponsor um Volkswagen Schweiz, seit Jahren ein Sponsor des Schweizerischen Fussballverbandes. VW hatte 2019 und 2020 zudem einen privaten Sponsoringvertrag mit Akanji als Markenbotschafter.

Was ist «The Belonging»?

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«The Belonging» ist eine vierteilige Doku-Serie der Lomotion AG in Koproduktion mit Sky Switzerland und Blue Entertainment. Sie begleitet Fussballer wie Manuel Akanji, Breel Embolo, Ivan Rakitić, Albian Hajdari und Nachwuchsgoalie Gonçalo Fernandes da Silva.

Im Zentrum stehen Fragen nach Identität, Herkunft und Zugehörigkeit. Die Serie zeigt, wie es ist, zwischen mehreren Kulturen aufzuwachsen, Erwartungen von aussen zu erleben und sich für oder gegen ein Nationalteam zu entscheiden.

Mit persönlichen Gesprächen und intimen Einblicken porträtiert The Belonging die Menschen hinter den Fussballstars – und erzählt zugleich von Themen, die weit über den Sport hinausgehen. Die ersten beiden Episoden erscheinen am 3. Juni 2026.

Die Amag-Gruppe, der exklusive Schweizer Generalimporteur von VW, distanziert sich von jeglicher Art der Diskriminierung. Vielfalt und Inklusion seien zentrale Bestandteile der Unternehmenskultur. Bei der Kommunikation der Nichtverlängerungen sei es zu Missverständnissen gekommen. Grund sei die generelle Reduktion der Markenbotschafter gewesen. In einer Stellungnahme gegenüber SRF schreibt das Unternehmen:

«Es gab 2020 nie einen direkten Austausch mit Manuel Akanji, sondern ausschliesslich mit seinem Management. Wir haben keine Kenntnis über die Kommunikation zwischen Management und Manuel Akanji und können nicht ausschliessen, dass es dort zu einem Missverständnis kam.»

Zwei jubelnde Fussballspieler in roten Trikots auf dem Spielfeld.
Legende: Manuel Akanji jubelt über ein Tor im Spiel Schweiz gegen Kosovo im September 2025. Reuters/Denis Balibouse

Akanjis Managerin Vanessa Luperti bestätigt gegenüber SRF, dass die Gespräche damals über sie geführt worden sind. Sie hält jedoch fest: «Die von 10vor10 aufgegriffene Aussage in 'The Belonging' wird meines Erachtens korrekt dargestellt.» Zudem sei Volkswagen Schweiz die Möglichkeit gegeben worden, sich in der Dokumentation zu äussern. Das Unternehmen habe dies abgelehnt.

Experten uneinig

Für die Soziologin und Antirassismus-Expertin Anja Nunyola Glover wäre eine solche Aussage problematisch, falls sie tatsächlich so fiel: «Es ist eindeutig Rassismus, Schwarze als Grund zu nehmen, um nicht genug schweizerisch zu sein.»

Hans-Willy Brockes, Präsident des ESB Marketing Netzwerks, verweist dagegen auf die Rolle der Marktforschung. Was als «schweizerisch» wahrgenommen werde, entscheide letztlich die Bevölkerung. «Marktforschung gibt immer nur ein Spiegelbild dessen wieder, was eine Bevölkerung denkt und was gefragt wird», sagt Brockes.

Klärendes Gespräch zwischen Akanji und Volkswagen

Glover widerspricht. Wer bestehende Vorurteile in Marketing- oder Sponsoringentscheide übernehme, trage dazu bei, diese weiter zu verfestigen. «Es geht ja nicht nur darum, was man macht, um dem Publikum zu gefallen, sondern auch, welche Macht man hat und welche Bilder man beeinflusst», sagt Glover.

Der Schweizerische Fussballverband betont: Entscheidend sei gewesen, dass die Angelegenheit zwischen Akanji und seinem damaligen Sponsor bilateral geklärt werden konnte.

Volkswagen bleibt weiterhin Partner des Schweizerischen Fussballverbands. Zwischen Akanji und Volkswagen hat mittlerweile 2025 ein klärendes Gespräch stattgefunden. Die Sache sei damit abgeschlossen, betonen alle Seiten übereinstimmend.

10vor10, 5.6.2026, 21.50 Uhr

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