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Auf der Spur von Crystal Meth
Aus Schweiz aktuell vom 02.03.2021.
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Drogenkriminalität Rohe Gewalt wegen Crystal Meth – auch in der Schweiz

In Neuenburg kam es wiederholt zu Gewalt zwischen Crystal-Meth-Dealern und Konsumenten. Anzeige wird selten erstattet.

Es wird geschnupft, geraucht oder injiziert und macht rasch süchtig: Crystal Meth. Verglichen mit anderen Drogen wie etwa Kokain ist Crystal Meth in der Schweiz zwar nach wie vor ein Nischenprodukt. Trotzdem hat die synthetische Droge eine Schattenseite.

Weil vergleichsweise wenig Menschen Crystal Meth konsumieren, ist das organisierte Verbrechen mit seinen klaren Strukturen bisher kaum in dieses Drogensegment eingestiegen. Mit der Konsequenz, dass die Dealer meistens auch selbst Konsumenten sind. Da Crystal Meth zu aggressivem Verhalten führen kann, werden Konflikte im Milieu oft mit roher Gewalt gelöst. Dies zeigt sich in der Schweiz vor allem in Neuenburg.

Mit Machete in Rücken gestochen

Seit rund 20 Jahren gilt die Region als Hotspots für Crystal Meth. Ursprünglich brachten thailändische Prostituierte die Droge in die Region. Seitdem gibt es dort eine rege und gut vernetzte Szene von Konsumenten und Dealern. Zur genauen Anzahl der Konsumenten können jedoch weder die Neuenburger Polizei noch die Experten von Sucht Schweiz genaue Angaben machen.

Crystal Meth
Legende: Crystal Meth – oder Methamphetamin – ist eine stark abhängig machende Droge. In der Schweiz kostet ein Gramm bis zu 300 Franken. RTS

Verglichen mit anderen Drogen ist Crystal Meth sehr teuer. Ein Gramm kostet bis zu 300 Franken. Viele Dealer verfügen nicht über viele liquide Mittel und beziehen ihren Stoff deshalb erstmal auf Kredit. Wenn sie dann ihre Lieferanten nicht mehr bezahlen können, kann das zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führen.

Die Neuenburger Polizei spricht in diesem Zusammenhang von tätlichen Angriffen mit Messern und anderen Waffen, die zu teils erheblichen Verletzungen führten. Einem Mann wurde beispielsweise mit einer Machete mehrmals in den Rücken gestochen.

In Niederlanden gehen die Dealer noch weiter

Ein Crystal-Meth-Konsument erzählte gegenüber dem Westschweizer Fernsehen RTS, dass er von einem Dealer mit einer Axt attackiert wurde. Nur weil sein Vater rechtzeitig dazwischenging, konnte Schlimmeres verhindert werden. Weder er noch die meisten anderen Opfer solcher Gewalttaten erstatten jedoch Anzeige. Zu gross ist ihre Angst vor Racheakten.

Folterkammer
Legende: Solche schalldichten Folterkammern entdeckte die niederländische Polizei bei Razzien in der Crystal-Meth-Szene. Youtube / Dutch Police

Wie weit die Gewalt eskalieren kann, zeigt der Blick in die Niederlande. Da sind die Zustände in der Crystal-Meth-Szene weit dramatischer als in der Schweiz. Dort entdeckte die Polizei bei einer Razzia schalldichte Folterkammern. Sie dienten offensichtlich zum Quälen zahlungsunwilliger Dealer und Konsumenten.

Laut Drogenexperten von Sucht Schweiz sei man hierzulande von solchen Zuständen jedoch noch weit entfernt.

Schweiz aktuell, 02.03.2021, 19:00 Uhr

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Vischer  (Martin Vischer)
    Rohe Gewalt im Zusammenhang mit Suchtstoffen gibt es seit Jahrhunderten. Der Stoff heisst Alkohol.
    1. Antwort von Daniel Gion  (dgion)
      Ihr Ernst? Sie vergleichen CM mit Alkohol? Dann ist wie wenn Sie eine Person mit einem Messer für gleich gefährlich halten wie zehn Terroristen mit Maschinengewehren, ja auch mit Messer werden Menschen getötet...
  • Kommentar von Flurina Fisch  (flufi)
    Zum Gewaltpotenzial der Droge:
    Die Blitzkriege der deutschen Wehrmacht wären ohne Crystal Meth (Pervitin) nicht möglich gewesen. Auch in anderen Armeen wurde CM verordnet.
    Auch IS-Kämpfer benutz(t)en die Droge, um Gräueltaten und Selbstmordattentate zu begehen.
    1. Antwort von Callisto Moon  (Callisto)
      Das ist schrecklich!
  • Kommentar von Hans Peter Dütsch  (HPDU)
    Wer mit CM handelt oder konsumiert ohne den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen ist selber schuld, wenn er eines auf die Rübe kriegt. Die Justiz/Politik hier in der Schweiz ist so oder so zu lasch mit dem Delikt Drogenhandel, also muss man mit dem Leben.
    1. Antwort von Desirée Kleger  (Desirée)
      Sie finden es also gerechtfertigt, dass jemand erstochen oder gefoltert wird, weil er/sie nicht zahlen kann?