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Schweiz Drogenschmuggel im Körper: Bodypacking boomt

Immer häufiger gehen den Schweizer Zollwächtern Bodypacker ins Netz. Schmuggler, die ihre Drogen im Körper transportieren. Eine lebensgefährliche Methode.

Legende: Video Drogenschmuggel: Anstieg des Bodypackings abspielen. Laufzeit 0:35 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 05.02.2013.
Ein Röntgenbild zeigt Drogen-Päckchen im Körper
Legende: Durch eine Röntgenaufnahme werden die Drogen-Fingerlinge sichtbar. SRF

Die Jahresstatistik 2012 der Eidgenössischen Zollverwaltung belegt keine Zunahme an sichergestellten Betäubungsmitteln im letzten Jahr, im Vergleich zum Vorjahr (siehe Kasten).

Ein neuer Trend konnte hingegen beim Drogentransport festgestellt werden: das Bodypacking. Dabei werden Drogen in Form von Päckchen im Körper versteckt.

 Rund 40 Prozent mehr Bodypacker haben die Zollbehörden 2012 gestoppt als im Vorjahr. Von den insgesamt 192 an der Grenze gestoppten Drogenkurieren waren 105 Bodypacker.

Nur durch Röntgenaufnahmen sichtbar

Die Kuriere füllen Luftballone oder Kondome mit Drogen, schlucken die Päckchen beispielsweise und bringen sie so unauffällig über die Grenze. Erst eine Röntgenaufnahme macht die sogenannten Fingerlinge sichtbar.

Mit dieser Methode transportiert ein Drogenkurier durchschnittlich 500 Gramm bis ein Kilogramm. Letztes Jahr wurde ein Trend zu kleineren Mengen festgestellt.

Der Chef der Grenzwachkorps, Jürg Noth, erklärt sich dies mit einem erhöhten Risikobewusstsein der Drogenschmuggler: «Ich glaube, dass die Gegenseite ein kleineres Risiko eingehen will, damit bei einem Aufgriff durch das Grenzwachtkorps oder die Polizei ein kleinerer Verlust entsteht.»

Schulen für den Drogenhandel

Bodypacker werden für ihren Transport extra geschult. «Es gibt neuerdings Bodypacker-Schulen in Mittelamerika und Westafrika», sagt Noth. Da würden die Leute trainiert, wie sie die Ladung möglichst lange im Magen und Darmtrakt behalten und das kostbare Gut gefahrlos ausscheiden können.

Bodypacking ist lebensgefährlich. Ein geplatzter Fingerling mit Kokain bedeutet den sicheren Tod.

Drogen-Statistik 2012

Im letzten Jahr stellten die Zollbeamten folgende Mengen an Drogen sicher: 34 Kilogramm Heroin (+70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), 124 Kilogramm Kokain (-6 Prozent) und 140 Kilogramm Haschisch und Marihuana (-66 Prozent). Die Anzahl Pillen mit psychoaktiver Wirkung wie LSD oder Ecstasy betrug 3659 Stück (-45 Prozent).

Weitere Statistik-Ergebnisse

2012 zählte die Eidgenössische Zollverwaltung über 10'000 Fälle von illegalem Aufenthalt – fast doppelt so viele wie 2011. Die Statistik der Grenzwächter zeigt aber auch: Der Schmuggel blüht, besonders mit Lebensmitteln. mehr

2 Kommentare

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  • Kommentar von Marco Schildknecht, Schweiz
    Ein Einwurf ganz anderer Art: der Drogenkonsum steigt markant. Wohl, weil immer mehr Leute die Realität nicht permanent so ertragen wollen, wie sie ist. Statt nach den Ursagcen zu fragen und diese anzugehen (Stress? Sozialer Druck? Ausbeutung? ...) verstrickt man sich darin, den Drogennachschub zu unterbinden. Den Teufel kann man auch mit dem Beelzebub austreiben. Funktioniert bloss nie lange...
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  • Kommentar von Lucas Kunz, Sallneck
    Finde diese Pseudoausdrücke saudoof - einfach nichts sagend. Da ist das Wort "Maultier" wesentlich stärker und man kann sich auch das Drum und Dran an der Ausbeutung der "Maultiere" viel plastischer vorstellen.
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