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Steht die Axpo bei der Wasserkraftreserve in der Pflicht?
Aus 10 vor 10 vom 07.11.2022.
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Drohende Energiekrise So viel Strom verbraucht die Schweiz – und weitere Grafiken

Der kommende Winter könnte ungemütlich werden – zumindest was die Energieversorgung angeht. Der Bundesrat warnt sowohl vor einer Gas- als auch vor einer Strommangellage. Doch wie sieht die aktuelle Lage in der Schweiz aus? Wirkt die Stromsparkampagne des Bundes? Wie reagiert der Strom- und Gaspreis an der Energiebörse auf die Krise? Die folgenden Grafiken zeigen die Situation am Schweizer Energiemarkt – sie werden laufend aktualisiert.

Stromverbrauch

Aktuell meldet der Stromnetzbetreiber Swissgrid den Stromverbrauch der Schweiz nur monatlich und mit Verzögerung. Denn es dauert eine Weile, bis die gemeldeten Daten der rund 600 lokalen Versorger validiert sind. Zudem kann es bis 6 Monate zurück später noch zu Korrekturen kommen. Diese Daten zeigen in obiger Grafik bis September im Vergleich zu den Vorjahren kaum einen Effekt der Sparkampagne des Bundes. Im Oktober liegt der Verbrauch deutlich tiefer als in den Vorjahren, hier dürfte aber das ausserordentlich warme Herbstwetter mit ein Grund dafür sein.

Bund arbeitet an Strommonitoring

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Der Bund arbeitet an einem Strommonitoring: Brauchbare Verbrauchsdaten sollen schneller zur Verfügung stehen und mittels Modellen sollen so kurzfristige Prognosen möglich sein. Diese Prognosen könnten als Grundlage für allfällige Stromkontingentierungen dienen.

Stromverbrauch Stadt Zürich

Im Gegensatz zu Swissgrid berechnet EWZ, der Stromversorger der Stadt Zürich, den Stromverbrauch in der Stadt tagesaktuell. Hier zeigt sich, dass der Verbrauch seit September leicht unter dem Minimum der Jahre 2010 bis 2021 liegt. Auch hier dürfte das ausserordentlich warme Wetter im Oktober einen Einfluss haben.

Stromverbrauch Zentralschweiz

Auch für die Zentralschweiz gibt es tagesaktuelle Daten. Der Stromversorger CKW versorgt dort ungefähr 180'000 Endkunden mit Strom. Bei einem Grossteil dieser Kunden wurden seit dem Jahr 2020 moderne Stromzähler, sogenannte Smartmeter, installiert. Damit weiss das Unternehmen ständig, wie viel Strom ein Kunde aktuell verbraucht. Diese Daten sind anonymisiert öffentlich zugänglich. Sie zeigen, dass die CKW-Kunden bereits seit Beginn des Jahres weniger Strom verbrauchen, als im Vorjahr. Seit Beginn der Sparkampagne des Bundes ist kein zusätzlicher Effekt sichtbar, der Verbrauch liegt im September gar höher als 2021. Im Oktober wurde dann weniger Strom als im Vorjahr nachgefragt, auch hier dürfte vor allem das warme Wetter für den Rückgang verantwortlich sein.

Stauseen

Die Stauseen in den Schweizer Bergen sind die Batterie der Schweiz. Sie können Wasser speichern, mit dem auf Abruf knapp 9 Terawattstunden Strom erzeugt werden können. Zum Vergleich: 2021 verbrauchte die Schweiz gut 58 Terawattstunden Strom. Im Spätherbst sollten die Speicherseen also gut gefüllt sein, bevor sie bis in den späten Frühling kontinuierlich geleert werden. Die obige Grafik zeigt den aktuellen Füllstand in Vergleich zu früheren Jahren.

Kilowattstunde, Mega-, Gigawatt & Co.

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Eine Kilowattstunde (KWh) ist eine Energiemasseinheit. Sie finden die Einheit auf ihrer Stromrechnung. Ein Gerät, das eine Leistung von 1000 Watt braucht (zum Beispiel ein Haarföhn), verbraucht in einer Stunde 1 Kilowattstunde Strom. Ein recht effizienter Kühlschrank der Effizienzklasse D (ehemals A) mit Gefrierfach verbraucht rund 120 Kilowattstunden pro Jahr.

Strom wird in Mega-, Giga- oder Terawattstunden gehandelt: 1000 Kilowattstunden sind 1 Megawattstunde (MWh), 1000 Megawattstunden sind 1 Gigawattstunde und 1000 Gigawattstunden (GWh) sind eine Terawattstunde (TWh). Alle Schweizer Kernkraftwerke produzieren im Jahr rund 22 Terawattstunden Strom. Damit können 183 Millionen Kühlschränke ein Jahr lang betrieben werden.

Stromproduktion Schweiz

Diese Grafik zeigt den Anteil der verschiedenen Erzeugungsarten an der täglichen öffentlichen Stromproduktion der Schweiz. Die geringe Produktion der AKWs im Sommer ist auf Abschaltungen und Leistungsdrosselungen wegen Revisionen zurückzuführen. Nicht enthalten ist die Stromproduktion von Privaten und Firmen, welche Energie ins Netz einspeisen, etwa von ihren Solaranlagen.

Strompreis an der Börse

Strom wird auch an der Börse gehandelt. Die Netzbetreiber und Erzeuger können sich dort mit Energie eindecken. Am Preis am sogenannten Spotmarkt für die Schweiz kann man ablesen, wie teuer Strom für die Schweiz aktuell gehandelt wird. Hier wird elektrische Energie gehandelt, welche kurzfristig verfügbar ist. Dieser Preis hatte sich seit dem Sommer 2021 verzehnfacht und ist jetzt wieder massiv gesunken.

Produktion in den AKW Frankreich

Die Schweiz kann vor allem im Winter ihren Eigenbedarf an Strom nicht decken. Sie ist auf den Import von elektrischer Energie angewiesen. Viel Strom bezieht die Schweiz normalerweise aus Frankreich, der Grossteil davon ist französischer Atomstrom. Die französischen Atommeiler produzieren derzeit aber deutlich weniger Energie als normalerweise. Etwa die Hälfte der Kernkraftwerke produzieren derzeit wegen geplanten Wartungsarbeiten oder unvorhergesehenen Reparaturarbeiten keinen Strom. Falls sie nicht rechtzeitig auf den Winter wieder ans Netz kommen, dürfte das für die Schweiz zum Problem werden.

Benzinpreis

Auch Benzin wurde im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine in der Schweiz viel teurer. Wegen der Trockenheit sind zudem viele Flüsse in Europa nur noch erschwert schiffbar, was einen Transport von flüssiger Energie wie Benzin, Diesel und Co. auch in die Schweiz deutlich erschwert. Ende August zeichnet sich beim Benzinpreis eine kleine Entspannung ab.

Gaspreis

Auch der Gaspreis ist seit Januar rasant gestiegen, wie die Grafik vom Preis am Spotmarkt zeigt. Hier wird Gas gehandelt, das im kommenden Monat geliefert werden muss. Gas- und Strompreise entwickeln sich am Spotmarkt zum Grossteil parallel, da es in Europa viele Gaskraftwerke gibt, die bei Spitzenbedarf zu Stromproduktion eingesetzt werden. Eine Megawattstunde kostet am Spotmarkt Ende August weit über 300 Euro. Ende 2021 lag der Preis noch deutlich unter 50 Euro.

Füllstand Gasspeicher Deutschland

Ein wichtiger Indikator, ob es im Winter zu einer Gasmangellage kommen wird, ist der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland. Die Schweiz verfügt über keine eigenen Speicher. Trotz Einstellung der Lieferungen aus Russland sind die Speicher in Deutschland derzeit praktisch voll.

10vor10, 7. November, 21.50 Uhr

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