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Ausbau von Staudämmen gegen die Versorgungskrise
Aus HeuteMorgen vom 23.08.2022. Bild: Keystone/Gian Ehrenzelelr
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Drohende Strommangellage Wirtschaft will Stauseen ausbauen

  • Aufgrund der drohenden Versorgungskrise werden neue Ideen zur Energieproduktion lanciert.
  • Den Anfang macht die Wirtschaft. Mittels Initiative sollen Staudämme erhöht und neu gebaut werden.

Wegen der Versorgungskrise will Swissmem-Chef Stefan Brupbacher den Ausbau von Wasserkraftwerken mittels Initiativen lancieren. Die Politik ist interessiert, es gibt aber auch kritische Stimmen.

Stefan Brupbacher im Gespräch
Legende: Swissmem Stefan Brupbacher will den Ausbau von Wasserkraftwerken schnell vorantreiben. Keystone/Marcel Bieri

Die 15 Wasserkraftprojekte seien unbestritten, ein Teil davon werde aber seit Jahren durch Einsprachen verzögert oder verhindert, sagt Brupbacher. Aber warten könne man nicht mehr. Er fordert darum: «Diese Einsprachemöglichkeiten müssen wir drastisch verringern. Die Verfahren müssen gekürzt oder vereinigt werden, damit das Volk, wenn möglich, nächstes Jahr über eine Beschleunigungsinitiative zum Bau dieser 15 Anlagen abstimmen kann.»

Die Einsprachemöglichkeiten müssen drastisch verringert werden.
Autor: Stefan Brupbacher Direktor Swissmem

Das Ziel wäre, Ende dieses Winters eine konkrete Vorlage zu haben, so Brupbacher weiter.

Ein interessanter Vorschlag, findet SP-Energiepolitiker Roger Nordmann. «Mein Ziel ist es, diese 15 Projekte zu bauen. Sie erhöhen die Versorgungssicherheit massiv und sie produzieren ökologisch Strom. Der biologische Schaden ist quasi inexistent. Dort wo es schon eine Staumauer gibt, ändert sich nichts, wenn man diese erhöht.»

Roger Nordmann hält eine Rede
Legende: Auch SP-Politiker Nordmann ist der Ansicht, dass die Schweiz von den Wasserkraftprojekten profitieren würde. Keystone/Valentin Flauraud

Die Staumauern müsste man bei 13 Projekten erhöhen. Zwei Staumauern müssten an der Trift im Berner Oberland neu gebaut werden. Dort blockieren Einsprachen von Umweltschützerinnen und -schützern seit Jahren den geplanten Bau. Auch am Gorner oberhalb von Zermatt im Wallis haben Naturschützerinnen und -schützer bereits Widerstand angekündigt.

Am Ziel vorbei?

Pro Natura-Präsidentin und SP-Nationalrätin Ursula Schneider-Schüttel steht ebenfalls zum Ausbau der 15 Projekte. Sie sagt aber, dass Brupbachers Idee am Ziel vorbeischiesse. Denn der Ausbau der Wasserkraft würde bereits in den Umweltkommissionen diskutiert und bald ins Parlament kommen. «Eine Volksabstimmung würde hier gar nichts bringen.»

Eine Volksabstimmung würde hier gar nichts bringen.
Autor: Ursula Schneider Schüttel SP-Nationalrätin

Und auch die Bewilligungsverfahren könnten nicht so einfach ganz zusammengestrichen werden. «Wir vonseiten der Umweltorganisationen haben den Eindruck, dass die Interessen des Umweltschutzes jetzt sehr stark unter Druck kommen.»

Ein Stausee mit Staumauer in den Bergen
Legende: Wie weit darf die Versorgungssicherheit gehen, bevor sie die Umwelt belastet? Keystone/Gian Ehrenzeller

Eine Sache steht für die Umweltorganisationen fest: Der Naturschutz dürfe nicht zugunsten der Versorgungssicherheit geopfert werden.

Video
Notfall-Stromplan für den Winter
Aus 10 vor 10 vom 23.08.2022.
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HeuteMorgen, 23.08.2022, 6 Uhr

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156 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Community, vielen Dank für Ihre spannenden Beiträge - für heute schliessen wir die Kommentarspalte und wünschen Ihnen weiterhin einen schönen Abend.
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Ich bin kein Energieexperte. Aber eines ist klar. Wir müssen raschmöglichst Kompromisse finden und HANDELN. Wasserenergie, so weit möglich. Dann wäre es überlegenswert, an Bergflanken oberhalb der Waldgrenze Riesensonnenkollektoren zu montieren. Dann sollen Grüne aber nicht aufjucken wegen Landsschutz. Gleichzeitig muss der Bürger/die Bürgerin bereit sein, das Ganze mitzufinanzieren. Wir alle müssen private Kommoditäten etwas herabstufen zu Gunsten der Umwelt.
  • Kommentar von Erich Singer  (Mairegen)
    Also wenn ich die Debatte hier verfolge wo jeder jedem widerspricht frage ich mich schon wie sich die Politik da einigen soll die ja ebenfalls heillos zerstritten adäquate Lösungen zur Stromknappheit zu finden. Von Zuhören und Kompromisse schliessen ist da nix; im Gegenteil: Jeder beharrt auf seiner Meinung und einige Vielschreiber glauben sich als Experten aufspielen zu müssen. Rauft euch endlich mal zusammen sonst wird es tatsächlich einen kalten Winter geben! gilt auch für die PolitikerInnen.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Erich Singer: Wenn wir nicht sparen, wird es bestimmt einen kalten Winter geben; unabhängig davon, ob alle gleicher Meinung sind wie z.B. in China oder ob wir streiten wie in allen demokratischen Ländern.