Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Die Gewässer sind belastet – das betrifft auch die Fische abspielen. Laufzeit 01:10 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 30.01.2019.
Inhalt

Dünger und Klimawandel Schweizer Gewässer unter Druck

  • Fische und somit auch die Fischerei leiden wegen überdüngter Gewässer und klimabedingt zu warmem Wasser.
  • Die Sauerstoffkonzentration in der Hälfte der grössten Schweizer Seen ist tiefer als es die Gewässerschutzverordnung vorschreibt.
  • Das steht in einem Bericht, den der Bundesrat auf Bestellung des Parlaments erstellt nun verabschiedet hat.

Fliessende Gewässer und Seen stehen unter Druck. Grund dafür sind Verbauungen, Rückstände von Pestiziden und Düngemitteln, Verunreinigungen, der Klimawandel und gebietsfremde Arten.

Künstliche Belüftung wegen zu viel Dünger

Dank dem Phosphatverbot für Waschmittel und Auflagen für die Landwirtschaft sei die Belastung der Seen mit Nährstoffen geringer geworden, wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) schreibt. Trotzdem erfüllen viele der grossen Seen die Anforderungen der Gewässerschutzverordnung nicht.

Vor allem in Regionen mit vielen Nutztieren und viel Ackerbau sind Seen nach Angaben des Bafu noch immer massiv überdüngt. So müssen beispielsweise der Sempachersee, der Baldeggersee und der Hallwilersee künstlich belüftet werden.

Seen müssen sich genügend abkühlen können

Die Klimaerwärmung lässt die durchschnittlichen Wassertemperaturen steigen, das ist relevant für das Überleben der Fische. Wasserschichten können sich nur dann durchmischen, wenn der See im Winter genügend abkühlen kann. So gelangt der Sauerstoff von der Oberfläche in die Tiefen und die Nährstoffe an die Oberfläche des Sees.

Der Bericht empfiehlt darum bestehende und neue Massnahmen konsequent umzusetzen. So sollen mit Schatten spendenden Gehölzen am Ufer von Fliessgewässern naturnahe Temperaturen gefördert werden. Weiter sollten mehr Grund- statt Quellwasser genutzt werden und die Kläranlagen für das Herausfiltern von Mikro-Verunreingungen aufgerüstet werden.

Wenn Fische leiden, leiden auch die Fischer

Die Ansiedlung und Ausbreitung von gebietsfremde Arten, die den Fischen ebenfalls zusetzen, sollen wenn immer möglich verhindert werden.

Der Bericht des Bafu nimmt auch die Berufsfischer in die Pflicht. Diese sollen langfristig planen und spezifische Lösungen für die Seen in ihren Gebieten erarbeiten. Eine nationale Plattform könnte laut Bericht den Austausch fördern. Denn was den Fischen zusetzt, lässt auch die Fischerei leiden.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Lungile Gyger  (Lu Gyger)
    Was in diesem Beitrag zu wenig deutlich angesprochen wird: die Maßnahmen die vor Jahren getroffen wurden greifen. Allerdings braucht es erst Jahrzehnte, bis ein Teil von dem was zuvor unkontrolliert in die Gewässer gelangt ist abzubauen. Die Natur erholt sich nicht einfach von heute auf morgen. Viele dieser Prozesse laufen ohne Sauerstoff und bei relativ tiefen Temperaturen ab, das geht langsam! Je weniger jetzt in die Gewässer kommt, desto besser. Zeit braucht es trotzdem.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Harry Birchler  (Harbir)
    Schon etwas absurd, diese offensichtliche Kehrtwende in Sachen Nährstoffe und Gewässer. Es ist noch nicht so lange her, da war in verschiedenen Medien die Rede davon, unsere Seen künstlich mit Nährstoffen (Phosphaten?) anzureichern, da diese offenbar "zu mager" seien...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von frank müller  (frankysrf)
      ist eine frage des optimums, das eine bandbreite zwischen zu viel und zu wenig ist: lange gab es zu viel phosphat, das schadete, nun ist es zu wenig, das den fischen fehlt. jetzt sollte man wieder etwas mehr zulassen, um ins optimum zu kommen. das wäre somit "fine tuning".
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Wann handeln die teuren Zuständigen: BAG - BAFU - BLW - BLV - ParlamentarierInnen - Bundesrat und Co....gegen die konstante Vergiftung (Chemie), Zerstörung der Lebensgrundlage von Mensch und Tier??
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von W. Pip  (W. Pip)
      Leider ist das nicht möglich. Die PFZ verhindert wohl jegliche griffige Massnahmen in Sachen Umweltschutz, denn was wir auch tun, es wird x-fach überkompensiert durch Wachstum. Vielleicht kapieren's die Leute erst, wenn es komplett zu spät ist (dauert nur noch ganz kurz).
      Ablehnen den Kommentar ablehnen