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Amateur-Fussball in Corona-Zeiten
Aus 10 vor 10 vom 26.08.2020.
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Dutzende Spieler in Quarantäne Amateur-Meisterschaft im Fussball in Gefahr

Kaum ist die Fussballsaison angepfiffen, droht schon wieder der Abbruch. In den unteren Ligen müssen Dutzende Fussballspieler in Quarantäne. Einige ziehen sich nun freiwillig vom Spielbetrieb zurück: Sie wollen ihren Job neben dem Rasen nicht verlieren.

Sandro Kohler ist Goalie beim 2. Liga-Verein SV Meiringen. Gestern erhielt er einen Anruf des kantonsärztlichen Dienstes Bern mit einer klaren Anweisung. Er müsse sich unverzüglich in Quarantäne begeben. Der Grund: Kohler hatte vergangenen Donnerstag eine Halbzeit gegen den FC Bethlehem Bern gespielt. Dort wurde nachträglich ein Spieler positiv auf Corona getestet. Bilanz dieser Begegnung: 30 Spieler und 4 Trainer befinden sich in Quarantäne.

Arbeit hat Vorrang

Gemeinsam mit Sandro Kohler bleiben nun auch seine Frau und seine drei Kinder im Vorschulalter zu Hause. Vor allem aber bleibt seine Arbeit als stellvertretender Geschäftsführer einer Baufirma mit 40 Angestellten liegen. «Ein zweites Mal können wir uns das nicht leisten», sagt Kohler gegenüber SRF und zieht persönlich die Konsequenzen: keine weiteren Meisterschaftspiele mehr.

Trainer Toni Secchi versteht diesen Entscheid. Auch er sagt: «Wenn das noch einmal passiert, kann ich das Traineramt nicht mehr ausüben, meine Arbeit hat Vorrang.» Secchi geht davon aus, dass auch andere Spieler des Vereins von ihren Arbeitgebern angehalten werden, sich gut zu überlegen, ob sie weiterspielen wollen. Alle sind sie Amateure, mit Fussball verdient in den unteren Ligen niemand Geld.

Meisterschaft ist gefährdet

Gemäss dem kantonsärztlichen Dienst Bern sind derzeit fünf Vereine im Kanton von Quarantäne-Massnahmen betroffen. Insgesamt waren es aber schon zehn, schätzt Marco Prack, Geschäftsführer des Fussballverbandes Bern/Jura. Er schliesst nicht aus, dass die Meisterschaft abgebrochen werden muss. Diese Entscheidung obliegt allerdings dem Schweizerischen Fussballverband. Nächsten Sonntag wollen die Präsidenten der Regionalverbände bei einem Treffen die Regeln festlegen, wie bereits ausgeführte Spiele bei einem allfälligen Saisonabbruch gewertet werden sollen.

Unterschiedliche Quarantäne-Regeln

Coronafälle im Amateur-Fussball gibt es in mehreren Kantonen. Nur ist die Handhabung seitens der Behörden nicht überall gleich. Auch beim SC Schwyz befinden sich momentan Spieler in Quarantäne. Im Gegensatz zum Spiel Bethlehem-Meiringen musste in Schwyz die gegnerische Mannschaft aber nicht in Quarantäne, obwohl der positiv getestete Spieler bei diesem Spiel auf dem Rasen stand.

10vor10, 26.08.2020

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Pierre Schoellkopf  (Polschof)
    Amateurfussballsport ist wie ein Schüttelbecher für Covid19. Da geraten Sportler aneinander, welche ansonsten den verschiedensten Beschäftigungen nachgehen - eine totale Vermaschung und Vermischung - ein totales Out für jegliches Tracing. Im Gegensatz dazu stehen nun Profifussballclubs einiges besser da, weil die meisten angestellten Profis begriffen haben, dass ausserhalb Club und Familie nichts mehr läuft.
    1. Antwort von Franco Caroselli  (FrancoCaroselli)
      Vereine in der Schweiz haben eine lange Tradition. Ob Schwingen, Fussball, Jodeln, Turnen oder MotoKlubs. Das vereint viele Schweizer/innen und fördert das Soziale untereinander. Man kann nicht einfach kommen wie Sie und meinen, alles sei abzubrechen, weil es ein Schüttelbecher für ConVid sei. Wir sind und bleiben ein Volk mit Hunderten Vereinen durch und durch. Hopp SV Meiringen in der 2.3. und 5. Liga !!!!
  • Kommentar von Bruno Achermann  (Achermann)
    Ich habe Mühe damit, dass in Bern auch die gegnerische Mannschaft unter Quarantäne gestellt wurde. Für mich ist das eine Überreaktion. Da gefällt mir die Reaktion in Schwyz besser. Wie ist die Handhabung in andern Kantonen?
  • Kommentar von Töbu Merz  (Saibot Zrem)
    Diese Saison wird für den Amateur Fussball ein echtes Problem werden. Ich sehe beim besten Willen nicht, wie der Sfv zusammen mit den vielen Regionalverbänden dem Problem Herr werden will...

    Ein Abbruch ist sehr wahrscheinlich..
    LEIDER...

    Da sind einfach zuviele Unsicherheitsfaktoren, welche nicht förderlich sind für den Bereich Amateur Fussball.

    Ich wünsche mir, dass eine für alle Parteien optimale Lösung gefunden wird!

    Sehr sehr Schade!!