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Dynamisches Pricing in Skigebieten
Aus 10 vor 10 vom 11.10.2018.
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Dynamische Preise Skigebiete kämpfen mit aggressiveren Preismodellen um Gäste

Mit Zermatt und St. Moritz setzen zwei weitere Regionen auf flexible Tarife. Belohnt wird, wer früh und für mehrere Tage bucht.

Schweizer Skigebiete hatten in den letzten Jahren mit Schneemangel und sinkenden Gästezahlen zu kämpfen. Immer mehr stellen deshalb ihre Preispolitik um. Das Rezept kennt man aus der Flugbranche und heisst: dynamische Preise.

Andermatt machte es im Vorjahr vor. Nun ziehen mit St. Moritz und Zermatt zwei Hochpreis-Destinationen mit einem solchen flexiblen Modell nach. «Das Ziel ist es, nachfrageschwachen Zeiten mit attraktiven Preisen anzukurbeln und in nachfragestarken Zeiten mit etwas höheren Preisen die Nachfrage zu glätten», sagt Sandra Stockinger von den Zermatter Bergbahnen.

Schönes Wetter treibt Preise in die Höhe

Fixpreise gibt es dort nun nicht mehr. Ein Algorithmus legt aufgrund der erfahrungsgemässen Nachfrage für jeden Tag einen Tarif fest. Von da an kann dieser nur noch steigen. Die Anzahl verkaufter Tickets und gute Wetteraussichten erhöhen den Preis.

Belohnt wird, wer online, möglichst früh und für mehrere Tage bucht. Viel bezahlt hingegen, wer spontan bei schönem Wetter und in der Hochsaison Skifahren will.

Das hat eine erhebliche Preisspanne zu Folge. Zwei Beispiele:

  • In St. Moritz könnte der Tarif diesen Winter für eine Tageskarte von 45 bis 105 Franken schwanken. Letztes Jahr lag der Preis noch fix bei 79 Franken.
  • In Zermatt bewegt sich der Preis für einen 6-Tages-Pass neu zwischen 338 und 422 Franken. Letzte Saison kostete er noch fix 380 Franken.

Alex von Hettlingen von der Stiftung für Konsumentenschutz kritisiert den Tarif-Dschungel: «Der Kunde weiss nicht mehr, was eigentlich der Normalpreis ist. Dieser gäbe ihm einen Anhaltspunkt, um ihn mit anderen Skigebieten zu vergleichen. So aber wird es schwierig, die Übersicht zu wahren.»

Wetterabhängiges Pricing

Kundenfreundlicher findet er das meteo-dynamische Modell, das die Fachhochschule St. Gallen in den letzten zwei Jahren im Pizol (SG) testete. Hier gibt es im Online-Vorverkauf einen Tagespreis von 54 Franken. Sobald sich aber die Wetterprognose verschlechtert, fällt der Preis. Im Extremfall auf bis zur Hälfte von 27 Franken.

Die Pizolbahnen machten gute Erfahrungen damit: Rund die Hälfte des Umsatzes aus den Tagesverkäufen kam von Gästen, die nur dank den vergünstigten Tickets angereist waren. Mit der Belalp im Wallis und neu dem Wierihorn im Berner Oberland setzen zwei weitere Gebiete auf dieses wetterabhängige Pricing.

Christian Kluge, der mit seinem Berliner Start-Up-Unternehmen die Modelle für St. Moritz und Zermatt entwickelt hat, sagt: «Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren die Mehrheit aller grossen und mittelgrossen Skigebiete auf dynamische Preise umsteigen werden.» In den USA sind solche längst etabliert, in Europa übernimmt die Schweiz damit eine Vorreiterrolle.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Hans-Peter Grüter  (HP Grueter)
    Die machen nur verdeckte Werbung für andere Skidestinationen! ;-)
    Direkt beim Horu 1 Woche für bis 600Fr., Saisonabo xy für weniger oder in grösseren Skigebieten etwa gleichviel.
    Suche im Internet gibt erstaunliche(s) preis/(Preise).
  • Kommentar von Charles Dupond  (Egalite)
    Das Hauptproblem ist das Wegbrechen der Massenkaufkraft der Schweizer Bevoelkerung. Schi faehrt die ganze Nation ist endgueltig Geschichte. Anstatt mit den Bilanzueberschuessen die Binnenwirtschaft wieder anzukurbeln, wird das Heil in dem nur noch mit Waehrungsmanipulationen fuer ein paar Private gewinntraechtig bleibenden Exportgeschaeft gesucht. Die Massenkaufkraft wird aber global gekeult und dann bleiben die meisten Auslaender auf den Skipisten auch aus....
  • Kommentar von Werner Christmann  (chrischi1)
    momoll, 6 Tage Skifahren für 442.--. Sind die Skilifte dort vergoldet?
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Genau bei diesem Preis hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen, er beträgt 422.- statt 442.-. Wir haben das mittlerweile im Artikel korrigiert.