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Schweiz Ehe für alle – bald auch Realität in der Schweiz?

In 19 Ländern weltweit dürfen nun Lesben und Schwule heiraten – nicht nur ihre Partnerschaft eintragen lassen. In Irland ist der Entscheid per Volksentscheid gefallen. Darauf hofft auch die hiesige Gemeinde aus lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgender Menschen.

Legende: Video Zuspruch für Ehe zwischen homosexuellen Paaren wächst abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.05.2015.

Als erstes EU-Land hat ausgerechnet das erzkatholisch geprägte Irland am Freitag in einer Volksabstimmung für die völlige Gleichstellung der Ehe gleichgeschlechtlicher Paare gestimmt.

Nach diesem Ja zur Homoehe strebt nun auch die LGBT-Gemeinde in der Schweiz einen weiteren Schritt hin zur Institution Ehe für alle an – also die lesbischen, schwulen, bisexuelleen und transgender Menschen. Ginge es nach Ihnen, sollte dies in der Schweiz längst für alle möglich sein.

Schweizer Politik soll jetzt auch handeln

Maria von Känel vom Dachverband Regenbogenfamilien zu SRF News: «Die Reaktionen in den letzten 48 Stunden waren überwältigend.» Viele Menschen hätten angerufen und sich erkundigt, welchen Beitrag sie leisten könnten, um die Homoehe auch in der Schweiz einzuführen.

Lesben, Schwule, Bi- und Transmenschen sind ein Teil der Bevölkerung.
Autor: Maria von KänelDachverband Regenbodenfamilien

«Jetzt liegt es an der Politik zu handeln. Die Forderung ist klar: Die Ehe-Öffnung in der Schweiz beantragen.» Die Chancen stünden gut, so von Känel, dank der guten Öffentlichkeitsarbeit in den letzten Jahren von Menschenrechtsorganisationen und der LGBT-Gemeinde. «Sie haben aufzeigen können, dass Lesben, Schwule, Bi- und Transmenschen ein Teil der Bevölkerung sind.»

Erste Debatte in der Sommersession

Dies sieht auch die parlamentarische Initiative der Grünliberalen vor, die im Februar viel Zuspruch gefunden hatte und nun in der Sommersession besprochen wird.

Gleichgeschlechtliche Paare vor dem Standesamt der Stadt Zürich im Juli 2002. (keystone)
Legende: Lesben, Schwule, Bi- und Transmenschen wollen die Ehe für alle – nicht nur eine eingetragene Partnerschaft. Keystone

Die politischen Knackpunkte bei der Debatte um die Homoehe sind das Adoptionsrecht und die Fortpflanzungstechnik. Diese wurde bereits zur Abstimmung für die eingetragene Partnerschaft explizit nicht erlaubt.
«Am umstrittensten ist laut Meinungsumfragen in der Bevölkerung, ob gleichgeschlechtliche Paare auch Kinder adoptieren dürfen. Hier wissen wir nicht, wie eine Volksabstimmung herauskommen würde», sagt der Politologe Georg Lutz zu SRF News.

Dieser Punkt werde deshalb in der parlamentarischen Initiative der Grünliberalen nicht mit der Frage der Homoehe verknüpft. Dies sei durchaus sinnvoll, so Lutz. «Das ist Teil des politischen Prozesses, um Mehrheiten finden zu können.»

Homoehe beschäftigt auch Vatikan

Die Ehe für alle ist nicht nur in der Schweiz Thema. Der Volksentscheid in Irland hat auch Auswirkungen auf die gesellschaftspolitische Diskussion im Vatikan. Dort tagt derzeit der Rat der Bischofssynode, um die Familiensynode im kommenden Oktober vorzubereiten.

Diese Woche wird auch Papst Franziskus an den Beratungen teilnehmen. Und viele Gläubige, vor allem in Europa, erhoffen sich von Franziskus eine Öffnung der Kirche in Familienfragen.

Der Umgang der katholischen Kirche mit Homosexuellen ist unter ihm immerhin zu einem Thema geworden, das diskutiert wird. 2013 sagte er: «Wenn jemand schwul ist und er den Herrn sucht und guten Willen zeigt, wer bin ich, das zu verurteilen.»

Katholische Kirche in Osteuropa strikt gegen Homoehen

Das sieht die katholische Kirche in Osteuropa offensichtlich anders als der Papst. In den letzten drei Jahren hatten drei Volksabstimmungen zum entgegengesetzten Ziel beigetragen:

  • Am 1. Dezember 2013 stimmten die Bürger Kroatiens mit grosser Mehrheit dafür, das christliche Ehemodell in der Verfassung festzuschreiben. Die mächtige katholische Kirche hatte das Referendum gegen die Regierung durchgesetzt.
  • Am 8. Februar 2015 scheiterte in der Slowakei ein Referendum, das die Rechte Homosexueller dauerhaft beschneiden sollte. Eine von der katholischen Kirche unterstützte «Allianz für die Familie» hatte ein Verbot der Homoehe durchsetzen wollen.
  • In Slowenien, wo bereits 2012 eine Liberalisierung des Eherechts per Volksentscheid verhindert worden war, sammelte die von der katholischen Kirche unterstützte Initiative «Es geht um die Kinder» genug Stimmen für ein Referendum zur Verhinderung der Homoehe. Das slowenische Parlament erklärte am 25. März 2015 allerdings eine solche Volksabstimmung für verfassungswidrig.

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154 Kommentare

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  • Kommentar von Sandra Vontobel, Luzern
    @ nannie "Ich habe 2 Frauen, wohne mit beiden unter einem Dach..kann ihren Vorschlag also nur unterstuetzen. Und wenn ich in die CH ruecksiedle.. ja dann haben "SIE" beide zu akzeptieren.. geht unter Familiennachzug und ist EGfMR kompatibel..." Schön für Sie... Warum haben die beiden Frauen nicht auch jeden 2 Männer"??? Oder passt es nicht in Ihren Denkweise? Wenn sie "ruecksiedle" dann bitte die hiesige Gesetze akzeptieren... oder in ihr "Kaia" weiter leben!
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Es lebe die zeitlose Ehe zwischen Mann und Frau, sowie die Familie mit Vater, Mutter und Kind(er) !!! Wir wollen es nicht soweit kommen lassen, dass die traditionelle Ehe und Familie zugunsten einer so genannten neuen Form abgewertet und als altmodisch und hinterwäldlerisch abgekanzelt wird.
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    1. Antwort von J.Baltensperger, Zürich
      1. Homosexualität ist nichts neues, sondern es gab sie schon seit Menschengedenken. 2. Wenn homosexuelle Menschen heiraten betrifft dies heterosexuelle Menschen in keinster Weise und ändert nichts an der Ehe zwischen diesen. 3. Die Traditionen sind vollumfänglich gewahrt.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Zu diesem Thema werden ALLE Kommentare, die nicht zu 100% der Irischen Mehrheit stehen, zensuriert (nicht aufgeschaltet!)! Da nützen noch so viele reale Fakten und das Einhalten des Netiquetts gar nichts! Nun, wer von vielen des Personals bei SRF die "Ausrichtung" und "Zusammenlebens-Philosophien" kennt, weiss schnell, warum nichts gegen sexuelle (oder andere) Randgruppen oder "neue" Familienbilder hier im Forum geschrieben werden darf! Freie Meinung gilt also nur im ideologischen Gleichklang !
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    1. Antwort von SRF News
      Es ist überhaupt nicht in unserem Sinne, gewisse Meinungen zu «zensieren». Wir geben lediglich jene Kommentare nicht frei, die stark herablassend sind, ganze Gruppen diskriminieren oder diffamieren.
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    2. Antwort von Stefan Faes, SG
      Herr Bolliger, sie beschweren sich in diesem Forum zum wiederholten Mal über eine angebliche Zensur. Bitte lesen sie die Kommentare. Die Gegner der Ehe für alle kommen sehr wohl zu Wort. Und das ist gut so! Meinungen sollen frei geäussert werden dürfen, solange sie nicht verletzen, diffamieren oder beleidigen. Ich bin froh, dass die Diskussion hier nicht auf Youtube-Niveau stattfindet!
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    3. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Selbstverständlich bin ich genau gleicher Meinung, wie die SRF-Redaktion und Stefan Faes. Wenn es aber um die wählerstärkste Partei und deren Politiker geht, sind in den letzten Jahren Dutzende von herablassende, diskrimierende und diffamierende Hassorgien aufgeschaltet worden, die das Netiquette in höchstem Masse verletzten! Ich schrien zur Homoehe nur, dass immer nur von RECHTE für ALLE, aber NIE von PFLICHTEN für ALLE im Land geschrieben und gesprochen werde! Das reichte für eine Zensur!!!
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    4. Antwort von Peter Maurer, ZH
      Herr Bolliger hat recht. Ich werde laufend zensuriert! Obwohl ich wohl am besten entscheiden kann, was hier her passt und was nicht! SRF übt ganz klar Zensur und schaut für ein Gleichgewicht, was überhaupt nicht sein müsste/darf!!! Ich will sehen, was das Volk denkt und das via Daumen nach oben oder eben nicht!!! Was SRF oder das Mundtotgesetz sagt interessiert mich 0,0! Kein Mut, Angst vor der Volkmeinung?
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