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Eidgenössische Finanzkontrolle Neues IT-Debakel bei der Steuerverwaltung

Legende: Video Wieder IT-Debakel beim Bund abspielen. Laufzeit 02:07 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.10.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die IT-Probleme bei der Steuerverwaltung reissen einem Bericht der Finanzkontrolle zufolge nicht ab.
  • Kurzfristig habe der Bund Ausstände von knapp 2 Mrd. Franken hinnehmen müssen – hauptsächlich bei Verrechnungssteuer und Stempelabgaben.
  • Inzwischen laufe die Software etwas schneller, heisst es. Die Wartezeiten seien zurückgegangen.

Vor einem Jahr nahm die Steuerverwaltung eine neue Software in Betrieb. Für die direkte Bundessteuer, die Verrechnungssteuer und die Stempelabgabe.

Kurzfristige Ausstände von 1,8 Milliarden Franken

Es war ein Start mit Pannen, wie der Bericht der Finanzkontrolle zeigt: Monatelang spuckte das System weder Mahnungen noch Betreibungen aus. Das bestätigt auch Joel Weibel von der Eidgenössischen Steuerverwaltung: «Es kam kurzfristig zu Ausständen von rund 1,8 Milliarden Franken, die nun behoben werden. Es ging hauptsächlich um Verrechnungssteuer und Stempelabgaben». Zwei Drittel der Beträge habe die Steuerverwaltung inzwischen einfordern können, erklärt Weibel.

Die Lage normalisiere sich. Und der Bund werde keine Forderungen abschreiben müssen.

Weitere Probleme auf der Liste

Doch die Finanzkontrolle listet weitere Probleme auf. Wer mit dem neuen System arbeitet, braucht viel Geduld. Ein Dokument öffnen – das dauere bis zu 20 Sekunden. Zeitweise benötigten die Mitarbeitenden für die gleichen Aufgaben mehr als doppelt so lange wie vor der Umstellung. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Steuerverwaltung dieses Problem nicht aktiver angegangen sei.

Die Software laufe inzwischen etwas schneller – sagt Joel Weibel: «Die Wartezeiten sind zurückgegangen. Aber wir haben ein Projekt gestartet, um abzuklären ob wir die Verfügbarkeit und die Schnelligkeit verbessern können. Und auch, ob wir die Kosten reduzieren können.»

An das Bundesamt für Informatik gebunden

Die neue Software ist im Betrieb nämlich teurer als geplant. Auf dem freien Markt wären die nötigen Informatik-Arbeiten für den Betrieb günstiger zu haben.

Die Steuerverwaltung aber ist vertraglich an das Bundesamt für Informatik und Technologie gebunden – und dieses hat bislang nicht Hand geboten zu Preis-Senkungen.

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41 Kommentare

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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Wieder eine IT Problematik. Ich denke es sollte unbedingt der Schluss gezogen werden: Digitale Abstimmung und Digitale ID keinesfalls weiterverfolgen.
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    1. Antwort von Anna Jakob (Anjak15)
      Würden Sie etwa jedes Mal, wenn ein Patient sich in einem Spital infidziert gleich die ganzen Errungenschaften der Medzin abschaffen? Wohl kaum. IT Probleme würde ich deshalb nicht Pauschalisieren. Im besagten Fall müsste viel eher mal geprüft werden was mit dem Bundesamt für Informatik und im Speziellen mit der Software nicht stimmt. Es gibt genügend Mittel eine Software zu testen und robust zu machen, BEVOR man diese in Betrieb nimmt.
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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler, alias Rollstuhlrocker)
    Sofort ein IT-System auf dem Freien Markt beschaffen wenn es anders nicht geht, bei der Privatwirtschaft ginge dies wesentlich schneller, weil man das überhaupt beim Bund, da habe ich grosse Zweifel bei diesen hohen Durchschnittslöhnen eben, noch Fragen offen !!!
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    1. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      veto. abgesehen davon, dass es in der Privatwirtschaft mitunter überhaupt nicht schneller geht (wei alle "im selben Spital krank" sind...), ist es durchaus so, dass die meisten Verzögerungen und Kosten bei eingekaufter Software durch deren Customizing entstehen, Man hat in Wirtschaft und Verwaltung in 50 Jahren IT nicht gelernt, Prozesse auf Standardsoftware (welche mitunter durchaus best practices mitbrächte) anzupassen und nicht umgekehrt...
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    "Wer nichts wird wird Wirt. Und weiss er dann nicht was er soll, dann geht er noch zum Schweizer Zoll!". Seit nicht mehr nur beim Zoll, sondern mit Ausnahme der dreifach Besoldeten FINMA-Roteure auch beim Rest der Bundesbuettel die Verzweifelten statt die Elite gerufen wird, wird der Bund zunehmend mit Zigmilliardenfolgen gelaehmt. Bei der IT schon, derweil in anderen Bereichen noch vom Rest der Entrechteten und ihrer "Privilegien" wie standesgemaesse Alterssorge Enteigneten profitiert wird....
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    1. Antwort von Reto Camenisch (Horatio)
      Würden sie einer einfachen Seele ihre Gedankengänge mit einfachen Worten und Sätzen nochmals darlegen? Danke
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    2. Antwort von Peter Imber (Wasserfall)
      Herr Dupond: Weniger verschachtelte und weniger ineinander verwobene Punkte würden der Verständlichkeit Ihrer Argumente helfen. Aber: Ich bin weder Wirt noch Zollbeamte, finde aber Ihre Bemerkungen für viele untadlige Berufsleute in diesen beiden Berufsständen ziemlich beleidigend. Könnte es sein, dass Sie etwas gar hoch vom hohen Ross runter über andere Menschen reden und urteilen?
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