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Legende: Audio Was die Wahl im Kanton Zürich bei den nationalen Parteien auslöst abspielen. Laufzeit 03:32 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 24.03.2019.
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Eidgenössische Wahl im Herbst Bürgerliche im Öko-Dilemma

Die grüne Welle hat den Kanton Zürich regelrecht überrollt. Deutlicher als erwartet haben die Grünen und Grünliberalen die Parlamentswahlen gewonnen. Noch grösser ist die Überraschung bei den Wahlen in die Zürcher Regierung. Mit dem nahezu unbekannten Martin Neukom schaffen die Grünen den Wiedereinzug in den siebenköpfigen Regierungsrat, auf Kosten eines FDP-Sitzes.

Man wählt lieber Original als Kopie

Das ist eine Sensation. Erstmals in der Geschichte des Kantons ist die einst mächtige freisinnige Partei nur noch mit einem Sitz im siebenköpfigen Regierungsrat vertreten. Die Konsequenz der Grünen hat sich ausbezahlt. Die Partei hatte den Klimawandel im Fokus und auch ihr Kandidat, Martin Neukom war ein klarer Klimakandidat. Er arbeitet als Ingenieur in der Solarforschung und war somit für die Wählenden offenbar der Kandidat der Stunde.

Auch im Parlament haben die bürgerlichen Parteien deutlich Federn gelassen. Am meisten verliert die SVP. Mit einem Wählerverlust von 5.5% bleibt sie zwar stärkste Partei, fällt aber auf das Niveau von 1995 zurück. Die Niederlage der stärksten Partei hat sich abgezeichnet, bereits bei den Gemeindewahlen vor einem Jahr musste die SVP Sitzverluste hinnehmen. Ihre Themen Migration und Europa haben die Wähler nicht an die Urne gelockt.

Überraschender ist aber eigentlich die Niederlage für die FDP. Die Partei hatte bis zu den Zürcher Wahlen das Siegerimage. Dieses wurde nun – mindestens vorderhand – gestoppt. Dass die Partei am Schluss auch noch versuchte, sich ein grünes Mäntelchen anzulegen, hat die Wähler anscheinend nicht überzeugt. Man wählt lieber das Original. Dies bekam auch die SP zu spüren. Sie verliert zwar nur leicht, konnte aber von der grünen Welle ebenfalls nicht profitieren.

Die Lehren für die eidgenössischen Wahlen

Zürcher Wahlen sind immer auch ein Test für die Nationalratswahlen. Bereits seit 40 Jahren gilt: Wer die Zürcher Wahlen gewinnt, gewinnt auch national und umgekehrt.

Grüne und Grünliberale dürften deshalb auch im nationalen Wahlkampf weiter klar auf die Karte Klimawandel setzen. Die bürgerlichen Parteien müssen sich gut überlegen, ob sie die ökologischen Themen auch weiterhin negieren wollen.

Sie stecken aber in einem Dilemma. Missachten sie die Stimmung in der Bevölkerung, drohen ihnen ähnliche Verluste wie in Zürich. Setzen sie aber plötzlich auch auf das Thema Klimawandel, laufen sie Gefahr, dass der Wähler am Schluss doch das Original wählt, nämlich die Ökoparteien Grüne und Grünliberale.

Iwan Santoro

Iwan Santoro

SRF-Inlandredaktor

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Santoro arbeitet seit 2013 bei Radio SRF und ist jetzt in der Inland-Redaktion tätig.

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63 Kommentare

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  • Kommentar von werner zuercher  (Werner Zuercher)
    Gott sei Dank sorgt das Schweizer Wahlrecht dafür, dass jede Partei bei 30% an ihre Grenze stößt. Die SVP hat als einzige Partei diese Grenze erreicht. Da wird es alleine schon schwer zu halten. Sehr leicht etwas zu verlieren. Auch wenn die SVP dank aktuellen Klimaschwindel etwas verliert, bleibt sie immer noch, mit Abstand wählerstärkste Partei! Nach der Gründung der Verräter und Schleimbeutelpartei BDP prophezeite man den Niedergang der SVP! Wo ist die Medial aufgebauschte BDP? Wo die SVP?
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  • Kommentar von A. Zuckermann  (azu)
    Ich habe es schon im Wahlkampf 2015, diesem Sommer voll Hetzte und Hass, gesagt: Das Klima wird zu existenziellen Königsfrage und die Brügerlichen und Rechten werden diese Fragen nicht ewig unter der Asyl-Paranoia begraben können. Schade, häte man 2015 ein bischen breiter gedacht und gewählt wären wir jetzt schon vier Jahre weiter. Aber he, lieber später als nie...
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  • Kommentar von Werner Christmann  (chrischi1)
    Was mich jetzt interessieren würde. Haben die Grünen oder Grünangestrichenen effektiv griffige Vorschläge zu Naturschutz, Erhalt von Biodiversität und so, oder lautet das sinnnlose Credo weiterhin: CO2-Abgaben, die schlussendlich nichts ausser Profiten bei den Händlern bringen? Etwas neues wäre zum Beispiel, was ja zwar zaghaft und scheibchenweise angestrebt wird aber wohl auch von Misserfolg gekrönt sein dürfte: Vom homo Mercedes zum homo perpedes.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      Die Themen und Vorschläge sind relativ breit. Sie finden sie unter gruene.ch, oder der entsprechenden Kantonalpartei. Ein einzelner Vorschlag wäre ja wirklich ein bisschen mager.
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