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Seit einem Jahr streiken auch Schüler aus der Schweiz fürs Klima
Aus 10 vor 10 vom 13.12.2019.
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Ein Jahr Klimastreiks Animation: So hat die Klimajugend demonstriert

170 Klimastreiks an 60 Orten. Seit einem Jahr gehen Jugendliche für mehr Klimaschutz auf die Strasse. SRF Data hat das Rekord-Streikjahr 2019 analysiert.

Am 14. Dezember 2018 wurde in Zürich zum ersten Mal für einen aktiveren Klimaschutz demonstriert. Rund 500 Schülerinnen und Schüler blieben damals ganz nach Greta Thunbergs Vorbild dem Unterricht fern und gingen dafür in der Limmatstadt auf die Strasse. Es sollte der Startschuss für eine Jugendbewegung sein, die in der Schweiz in dieser Breite und Hartnäckigkeit bisher unbekannt war. Bereits eine Woche später protestierten in drei weiteren Städten insgesamt knapp 3000 Personen für den Klimaschutz.

Seither fanden schweizweit rund 170 Klimastreiks in über 60 Städten und Ortschaften statt. Fast 400’000-mal insgesamt demonstrierten Menschen in der Schweiz fürs Klima. Die meisten Klimastreiks gab es in Zürich, gefolgt von Bern, Lausanne und Genf. Mit den «Landdemos» eroberte die Bewegung auch kleinere Ortschaften. Den bisherigen Höhepunkt erreichte die Klimabewegung am 28. September: Etwa 100’000 Menschen nahmen an der nationalen Klimademo in Bern teil.

Streikende sind aktiver in der Romandie

In der Romandie zog es relativ zur Bevölkerung mehr Menschen auf die Strasse als in der Deutschschweiz. Stefan Rindlisbacher, Historiker und Forscher für Jugend- und Umweltbewegungen an der Universität Freiburg, erstaunen die Unterschiede zwischen den Sprachregionen nicht: «Historisch zeigt sich bei sozialen Bewegungen meistens eine unterschiedlich starke Mobilisierung zwischen den Sprachregionen.»

Je nach Thema seien Menschen unterschiedlich stark betroffen oder sensibilisiert. «Die Westschweiz ist tendenziell für grenzüberschreitende Themen offener und strebt eher eine internationale Zusammenarbeit an», erklärt Rindlisbacher.

«Es sind definitiv die grössten Jugendproteste in der Schweizer Geschichte», sagt Rindlisbacher. In Bezug auf Häufigkeit und Dauer sei seit den 1980er-Jahren keine Bewegung mehr so aktiv gewesen. Auch global würden die Klimastreiks zu den grössten Protesten der letzten Jahrzehnte gehören.

Stefan Rindlisbacher

Historiker

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Stefan Rindlisbacher hat Zeitgeschichte an der Universität Freiburg und der Freien Universität Berlin studiert. Derzeit ist er Doktorand und forscht zu Jugend- und Umweltbewegungen in der Schweiz.

Bislang handle es sich aber eher um ein europäisches Phänomen – mit wenigen Ausnahmen wie Australien. Insbesondere in den Vereinigten Staaten habe die Bewegung bislang kaum Fuss fassen können. «Dies ist untypisch, da soziale Proteste – vor allem seit den 1960er-Jahren – häufig von den Vereinigten Staaten ausgingen», stellt der Historiker fest.

«Der Zenit ist noch nicht überschritten»

Nachdem die ersten Monate dieses Jahres von besonders vielen Klimastreiks geprägt waren, flaute die Bewegung über den Sommer ab. Seit der nationalen Klimademo gab es nur noch am 29. November, dem «Green Friday», grössere Klimastreiks.

«Der Zenit ist noch nicht überschritten», glaubt Rindlisbacher. Vielmehr hätten soziale Bewegungen verschiedene Phasen, in denen sie entweder nach aussen aktiver seien oder sich nach innen konsolidieren würden. Die klimaneutrale Gesellschaft läge jedoch noch in weiter Ferne, daher gäbe es für die Klimajugend keinen Grund sich zurückzulehnen.

Quellen und Methodik

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Die Daten stammen von «Klimastreik Schweiz», den Organisatoren der Schweizer Klimastreiks. Die Daten wurden mit Polizeiangaben und der Schweizer Mediendatenbank abgeglichen. Grösstenteils stimmen die Angaben überein. Einzig bei den Grossdemonstrationen in Städten wie Bern, Lausanne oder Zürich zeigt sich ein grösserer Unschärfebereich bezüglich Teilnehmeranzahl.

Die Daten können bei «Klimastreik Schweiz» angefragt werden. Die Methodik hinter der Auswertung finden Sie auf dem Open-Data-Portal von SRF Data.

Sendebezug: 10vor10, 13.12.2019

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