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Zoos: Endlich raus aus dem Shutdown
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Ein Zoo nach dem Shutdown Dank Solidarität der Menschen konnten die Zootiere überleben

Der Walter Zoo in Gossau hat den Shutdown überlebt. Am Montag kann er die Aussenbereiche wieder öffnen.

Am Montag dürfen die Zoos wieder öffnen: «Wir freuen uns, dass wir den Zoo wieder öffnen können», sagt Thomas Harder, Leiter Marketing und Verkauf des Walter Zoos in Gossau. Doch die Freude sei ein bisschen verhalten, denn es gebe auch viele Restriktionen. Die Restaurantterrassen und die Innenräume im Zoo müssten noch geschlossen bleiben. Und es gebe auch Kapazitätsgrenzen für die Besucherinnen und Besucher.

Was ein Shutdown für einen Zoo bedeutet: Die Tiere müssen trotzdem versorgt und die Anlage muss gepflegt werden. Harder sagt dazu: «Ein grosser Teil unserer Mitarbeitenden war auch während des Shutdowns im Zoo und hat die Tiere umsorgt und gefüttert. Es aber sicher weniger los, als während des Normalbetriebs.»

Keine Besucher mehr: Alle Tiere hätten sicher gemerkt, dass niemand mehr gekommen sei, sagt Harder, auch die Reptilien. Am grössten seien die Unterschiede für diejenigen Tiere gewesen, die stark mit den Besucherinnen und Besucher interagierten – zum Beispiel für die afrikanischen Zwergziegen und die Ponys. Sie werden normalerweise von den Kindern gefüttert und gestreichelt. «Gemerkt hat man es auch bei den Schimpansen und den Grosskatzen, die haben viel stärker als sonst auf die Mitarbeitenden reagiert».

Ungewohnte finanzielle Situation: Den Walter Zoo in Gossau gibt es seit 60 Jahren. Geschlossen werden musste er vorher nur einmal, in den sechziger Jahren, wegen der Maul- und Klauenseuche. «So eine Lage, dass wir von einem Tag auf den anderen keine Einnahmen mehr hatten, haben wir noch nie erlebt», sagt Harder. Normalerweise decke der Walter Zoo seine Betriebskosten mit den Einnahmen, dazu gehören auch die Gewinne aus der Gastronomie. «Die Einnahmen, die wir während des zweiten Shutdowns hatten, waren Tierpatenschaften und Spenden, die die Leute übernommen haben.» Zusammen mit Beträgen von Stiftungen und vom Gönnerverein reichte das, um den Zoo über Wasser zu halten.

Die Besucherinnen und Besucher fehlten auch den Äffchen.
Legende: Die Besucherinnen und Besucher fehlten auch den Affen. Keystone

Der Zoo als Härtefall: Bis jetzt habe der Walter Zoo noch kein Geld vom Kanton St.Gallen erhalten. «Wir haben einen Antrag gestellt und hoffen sehr, dass wir etwas erhalten.» Denn, wenn der Zoo für längere Zeit weiterhin nur mit beschränkter Besucherzahl geöffnet werden könne, drohten weitere finanzielle Probleme. Doch Harder vertraut auch weiterhin auf die Bevölkerung: «Als wir über unsere Social-Media-Kanäle während des letzten Shutdowns kommuniziert haben, dass wir Probleme haben, haben wir viel Unterstützung aus der Bevölkerung erhalten.»

Auch die Grosskatzen merkten, dass weniger los war im Zoo. (Archivbild)
Legende: Auch die Grosskatzen merkten, dass weniger los war im Zoo. (Archivbild) Keystone

Auf schönes Wetter angewiesen: Wenn wie ab dem 1. März nur die Aussenanlagen geöffnet werden könnten, sei der Zoobesuch weniger attraktiv. «Bei schönem Frühlingswetter ist es weniger ein Problem», sagt Harder, «weil sich die Tiere auch in den Aussenanlagen aufhalten.» Doch das Bedürfnis der Leute, die lange nur zu Hause waren, einen Zoo zu besuchen, schätzt er als gross ein. Aber natürlich müsse das Wetter mitspielen.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Ich finde diese Kritik an Zoologischen Gärten einfach nur unpassend. Oft kommt diese von Leuten die keine Ahnung haben was Zoologische Gärten eigentlich machen und was nicht. Dabei tragen gerade die Zoos in Ländern wie der Schweiz dazu bei, dass wir überhaupt verstehen was Artenvielfalt bedeutet, wie wir diese erhalten können und teilweise wiederherstellen. Ohne Zoos wäre zB. der europäische Wisent ausgestorben. Aber Hauptsache seine Ideologie und Moralvorstellung als Universalgültig erklärt...
  • Kommentar von Werner Häberli  (Wern Hably)
    In meiner Jugendzeit bettelten die Bären im Berner Bärengraben noch um Futter und die Schimpansen im Züri Zoo waren gkleidet wie die Wärter und assen mit Löffel aus dem Blechteller. Heute ist das ein No-go, aber das hat den Menschen die Tiere näher gebracht und Freude und Liebe zum Tier erweckt. Denselben Effekt hatten Delfine und Elefanten im Zirkus. Viele Jahre später war es eine Art Wiedersehen bei Besuchen in Reservaten in Afrika. Grauenhaft ist was Menschen anderen Menschen antun.
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    „Dank Solidarität der Menschen konnten die Zootiere überleben“- schön zu lesen, wo Solidarität geübt wird!
    1. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      Auch und gerade Tiere haben Solidarität verdient. Die habe nämlich an der Blödheit der Menschen überhaupt keine Schuld.