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Screen burn-in: Fernseh-«Sonnenbrand» auf Kosten des Käufers
Aus Espresso vom 28.01.2021.
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Einbrenn-Schaden am TV Screen burn-in: Fernseh-«Sonnenbrand» auf Kosten des Käufers

Bei einem OLED-Fernseher von Migros hat sich das Logo einer Sendung für immer eingebrannt. Schuld ist: der Kunde selbst!

Vor der Fussball-WM 2018 in Russland kaufte sich ein Migros-Kunde aus Basel einen Fernseher des koreanischen Herstellers LG für rund 2000 Franken. Doch das Gerät mit OLED-Technologie verträgt offenbar das dauerhaft eingeblendete Sonnen-Symbol des Frühstücksfernsehens von SAT1 nicht: Nach zwei Jahren entdeckt der Kunde einen seltsamen Schatten und stellt fest, dass sich das Sendungslogo in seinen teuren Bildschirm «eingebrannt» hat.

Foto eines Fernsehers mit Einbrennschaden
Legende: Das Sendungslogo hat sich dauerhaft unten links am Fernseher eingebrannt. SRF

Trotz Garantieverlängerung lässt Migros den Kunden hängen. «Unsachgemässe Handhabung» sei am Schaden schuld.

Reparatur kostet mehr als der Fernseher

Der Kostenvoranschlag für die Reparatur: 2400 Franken. Das sind 400 Franken mehr, als der Kunden ursprünglich für das Gerät bezahlt hat.

Tatsächlicher Grund für den «Sonnenbrand» ist die OLED-Technologie: OLED Bildschirme brillieren zwar mit satten Farben und perfektem Kontrast. Doch wenn das gleiche Bild lange Zeit stehen bleibt, brennt es ein. Konkret: Die eingebauten Leuchtdioden ermüden früher und leuchten danach schwächer als die anderen, und das sieht man in Form eines Schattens.

Tipps: Wie vermeidet man Einbrennschäden?

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen
  • Funktionen und Software zur Minimierung des Einbrennrisikos, die im Gerät eingebaut sind, unbedingt nutzen oder aktivieren (Z.B. Pixel Refresher, Pixel-Verschiebung)
  • Helligkeit des Bildschirms anpassen bzw. verringern
  • Gezielte Helligkeitsrücknahme von Logos (bei gewissen Geräten lässt sich die Helligkeit von Logos einstellen)

Der Basler Migros-Kunde hatte von diesem Problem gehört. Und kehrte deshalb alles was möglich war vor, damit es nicht passiert. Er schaltete die sogenannte «Pixelverschiebungs»-Funktion ein. Er nahm sein Gerät nachts nie vom Netz. Und er kaufte eine Garantieverlängerung für drei Jahre für rund 200 Franken.

Nach dem teuren Kostenvoranschlag der Migros entschliesst sich der Kunde schweren Herzens, das Gerät nicht reparieren zu lassen. Zwar hätte er damit problemlos noch Fernsehen können, klar. Doch ein 25 Zentimeter grosser Schatten an einem so teuren Gerät, das hätte ihn täglich gefuchst.

Was sagt Migros?

Migros verschanzt sich auf Anfrage des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» hinter dem Kleingedruckten. Dort steht explizit, dass Einbrennschäden von der Garantie ausgeschlossen sind.

Eine wenig kundenfreundliche Regelung, denn offenbar ist bekannt, dass es bei OLED Geräten zu solchen Schäden kommen kann. Nicht nur beim Kunden aus Basel, besonders auch bei Fitnessstudios und an anderen Orten, wo der gleiche Sender sogar den ganzen Tag läuft.

In der Bedienungsanleitung dieses LG Fernsehers steht nur, man solle nicht über einen längeren Zeitraum ein «Standbild» anzeigen. Kein Wort davon, dass auch das Logo einer Sendung oder eines Senders Probleme machen kann.

Stellungnahme von LG Electronics:

«Burn-in sind bei Fernsehgeräten heutzutage nur noch sehr selten. Durch statische Bilder oder Bildschirmelemente, die über viele Stunden oder Tage hinweg ununterbrochen auf dem Bildschirm angezeigt werden – und das bei typischerweise maximaler Helligkeit – können in Einzelfällen noch Nachbilder entstehen. Dank diversen Schutzmechanismen, wie Pixel Refreseher, Pixel-Shift und gezielte Helligkeitsrücknahme von Logos, ist das Risiko bei korrekter Handhabung jedoch sehr gering.»

2000 Franken futsch – obwohl der Kunde nichts falsch gemacht hat

Migros bestätigt «Espresso» schriftlich, dass der betroffene Kunde nichts anders oder besser hätte machen können. Ausser vielleicht etwas weniger lang die gleiche Sendung schauen. Doch das kann man einem Kunden nicht vorschreiben.

Der Hersteller selbst weiss offenbar von der Problematik des Frühstücksfernsehens von SAT1. Die meisten Senderlogos seien unproblematisch, schreibt LG gegenüber Migros: «Dieses Logo gehört jedoch zu einer eher problematischen Art - die Statik ist bei diesem Logo ziemlich enorm.»

Bei heutigen OLED Geräten sollte das Problem nicht mehr so gross sein, ergänzt Migros: «Ganz ausschliessen kann man ein solches Einbrennen aber nicht».

Espresso, 28.01.2021, 08:13 Uhr

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58 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Rusch  (Ch.U.R.)
    Es gibt tatsächlich Leute, die kicken am Morgen als erstes den Fernseher an und dann läuft die Kiste den ganzen Tag lang. Anders ist es schlichtweg nicht vorstellbar, dass sich das Logo des Senders einbrennt.
  • Kommentar von Manuel Nagel  (mkrm)
    Die Zeitschrift c't berichtete vor zweieinhalb Jahren von einem ähnlichen Fall. Lustigerweise ist auch auf diesen Bildern eindeutig das eingebrannte Logo von Sat1 Frühstücksfernsehen zu sehen.
    Generell gehört es bei OLEDs dazu, ein paar Hinweise zu beachten, z. B. sie nicht vom Strom zu trennen, damit Korrekturprogramme laufen können, und Optionen aktivieren, die statischer Bildinhalte abdunkeln.
    Dafür bekommt man das beste Bild bei gleichzeitig leichtester Bauweise, die heute möglich ist.
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Ich nehme nun mal an, dass in den AGB's auch drinsteht, dass OLED nicht für "Schäden" haftet die in den Köpfen der Zuschauer eingebrannt werden...
    Frühstück-TV ist da Hochrisikoprogramm. Ich schaue da lieber in mein Birchermüesli ;-)