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Senkung des Wasserzinses Eine schlechte Nachricht für die Bergregionen

Die Bergregionen müssen mit deutlichen Verlusten rechnen – und das längerfristig. Eine Einschätzung von Curdin Vincenz.

Die Ankündigungen von Energieministerin Doris Leuthard sind für die Bergkantone und -gemeinden keine gute Nachricht, die Stromwirtschaft kann hingegen durchatmen. Kurzfristig sind die Verluste für die Bergregionen berechenbar, langfristig eine Blackbox.

Bis 2022 würden nach dem bundesrätlichen Vorschlag die Kantone und Gemeinden einen Viertel ihrer Einnahmen aus der Wasserkraft verlieren. Das trifft vor allem das Wallis und Graubünden. Dort sind die Wasserzinsen für gewisse Gemeinden die Haupteinnahmequelle – noch vor den normalen Steuern.

Zukunft des Wasserzinses ist unklar

Für die Stromwirtschaft, die unter dem Zusammenbruch der Preise leidet, sind die tieferen Wasserzinsen eine weitere Entlastung, zusätzlich zur Marktprämie auf den Wasserstrom in den kommenden Jahren, die das Volk mit der Energiestrategie im Mai beschlossen hat. Dennoch bleiben die Vorschläge des Bundesrats hinter den Wünschen der Stromwirtschaft zurück. Diese hatte eine Halbierung der Wasserzinse oder sogar eine Senkung um zwei Drittel verlangt.

Wie es mit dem Wasserzins nach 2023 weitergeht, ist erst in Umrissen klar. Die Idee: Ein Sockelpreis und ein variabler Teil. Ein Fixpreis von 50 Franken pro Kilowatt Bruttoleistung, wie ihn der Bundesrat als Beispiel nennt, wäre weniger als die Hälfte des heutigen Wasserzinses. Stiege der Markt-Preis des Wasserstroms über eine gewisse Schwelle, würde auch der Zins entsprechend steigen.

Was für die Stromkonzerne eine Absicherung ist, macht die Finanzplanung für die Bergkantone und die Standortgemeinden schwierig. Sie werden sich spätestens ab 2023 überlegen müssen, welche Einnahmequellen die spärlicher sprudelnden Wasserzinsen ersetzen könnten.

Curdin Vincenz

Curdin Vincenz

Vincenz arbeitet seit 18 Jahren bei Radio SRF. Derzeit berichtet er über das Geschehen im Bundeshaus. Zuvor war unter anderem SRF-Regionalkorrespondent in Zürich und Moderator der Sendung «Rendez-vous». Curdin Vincenz hat an der Universität Bern Geschichte und Politikwissenschaft studiert.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Inwiefern steht diese Reduktion der Wasserzinsen fuer die Kantone wohl im weiteren Kontext zur "Energiestrategie"? Jemand muss ja wohl Federn lassen um diese Energiestrategie letztlich finanzieren zu können. Sicher ist ja nur, dass jene, die so vehement "zukunftsorientiert denken und fordern" sich in der Regel doch nicht akkurat mit-beteiligen wollen.
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  • Kommentar von Tim Buesser (TimBue)
    50 Fr/kW sind für Wasserkraft typischen 2000-3000 Volllast-Stunden 1.5-2.5 Rp/kWh, um die es hier als Abgeltung für Berggebiete geht. Man setze das in Relation zu 15-30 Rp/kWh, das via KEV an Wind- und Solarstrom "ausgeschüttet" wird. Während Wasserkraft genau dosiert nach Bedarf liefert und durch unvorhersehbaren Wind- und Solarstrom destabilisiertes Netz sogar noch ausgleichen muss, ist es ein politischer Affront gegen Berggebiete, gleichzeitig bei ihnen solcherlei Rappen-Spalterei zu treiben.
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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Ein Zahlenbeispiel: Das Kraftwerk "Bieudron" im Rhônetal hat eine Leistung von 1'285 MW und produziert etwa 1'780'000 MWh. Ein Wasserzins von 80 Franken pro MW entspricht erhöht den Strompreises um kanpp 6 Rappen pro kWh. Wir Stromkonsumenten berappen das, zudem schwächt es die Position unserer Kraftwerksbetreiber im internationalen Stromhandel. Unterstützung der Bergregionen, ja klar, aber warum in den Strompreisen "versteckt" und nicht lieber transparent über den direkten Finanzausgleich?
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