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Eingeschlossen in der Höhle SMS aus dem Hölloch

Seit drei Tagen sind im Muotathaler Hölloch acht Männer eingeschlossen. Dank einem speziellen Datenübertragungs-System haben sie Kontakt zur Aussenwelt.

Legende: Video Eingesperrt in einer Höhle abspielen. Laufzeit 4:37 Minuten.
Aus 10vor10 vom 24.01.2018.

Wie geht es den Eingeschlossenen? Regula Höhn, die Einsatzleiterin der Höhlenrettung, hat per SMS Kontakt zu den acht Männern. «Auf meine Frage wie es ihnen geht, antworteten sie: Die Umfrage ergab ein einstimmiges ‹gut›!». Der Humor scheint ihnen also noch nicht vergangen zu sein.»

Wann können die Männer das Holloch verlassen? Aus der Höhle könnten die Männer frühestens am Wochenende herauskommen, sagte Franz auf der Maur von der Schweizer Höhlenrettung dem Regionaljournal Zentralschweiz. Eine frühere Rettung sei wegen der starken Regenfälle nicht möglich. Profi-Höhlenkletterer konnten die Männer zwar jetzt schon erreichen, aber der Zugang in die Höhle wäre für Touristen zu anspruchsvoll.

Weshalb wurden die Männer eingeschlossen? Sie waren am Sonntag unterwegs auf einer Höhlenexpedition im Muotathaler Höllloch, als der Wasserpegel zu steigen begann. Tiefer gelegene Höhlengänge füllten sich mit Wasser. Dieses versperrt den Männern nun den Ausgang.

Schlafplätze in der Höhle
Legende: Aufnahme einer früheren Höhlenexpedition: So sieht's im Dombiwak aus. Peter Draganits

Wo halten sie sich auf? Die Männer konnten sich ins hochwassersichere Dombiwak retten. Dieses sei eingerichtet wie eine Berghütte, sagt Peter Draganits, der das Biwak eingerichtet hat. «Es hat Wasseranschluss, WC, isolierte Schlafplätze, eine Küche, Benzin-Lampen und -Kocher», so Draganits.

Wie vertreiben sich die Eingeschlossenen die Zeit? Laut einer SMS aus der Höhle unternehmen sie kleinere Ausflüge – etwa zu anderen Biwaks oder einem unterirdischen See. Ausserdem seien sie am Kaffeetrinken, Suppelöffeln und schlüpften zwischendurch in den Schlafsack, um sich aufzuwärmen. «Ausserdem hat es dort Jasskarten und andere Spiele», sagt der Höhlenretter Franz Auf der Maur weiter.

Wie werden die Männer versorgt? Rettungskräfte konnten durch einen alternativen Eingang ins Hölloch Versorgungsmaterial zu den Eingeschlossenen transportieren. Angehörige hätten auch für die Männer Päckchen mitgeben können.

Handybildschirm mit geöffneter SMS
Legende: SMS aus dem Hölloch: Die acht Eingeschlossenen nehmen's mit Humor. SRF

Weshalb können sie überhaupt SMS schreiben? Normalen Handyempfang hat es im zweitgrössten Höhlensystem Europas natürlich keinen. Die Eingeschlossenen können jedoch über das sogenannte «Cave-Link»-System Kurznachrichten nach draussen schicken. «Cave-Link» ist ein spezielles Datenübertragungs-System, das normalerweise zum Versenden von Messdaten verwendet wird und auch im Bergbau zum Einsatz kommt.

Infografik: Höllloch

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Achim Frill (Afri)
    Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Besserwisser wird es immer geben. Ich jedenfalls lobe die Höhlenbetreiber, die in sehr weiser Voraussicht so eine perfekt eingerichtete Notstelle eingerichtet haben. Wäre das nicht so, und müssten die Teilnehmer aufgrund von Kälte oder Nahrungsmangel um ihr Leben bangen, wären die Nörgler und Blödschwätzer noch schneller zur Stelle.
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    Unglaublich so viel Aufmerksam für verantwortungslose und hirnrissige Extremsportler! Es ist nur zu hoffen das sie die Zeche selber bezahlen müssen!
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  • Kommentar von kurt trionfini (kt)
    Trist war`s mir zumute als ich die Kommentare zur ersten Meldung von der eingeschlossenen Gruppe las. Selbsternannte Experten für alles und jedes und Höhlenforschung sowieso. Hat mich an die Kommentare zu Gondo erinnert. Wozu ein Diplomierter Höhlenführer im Hölloch? Wozu gut aufgestellte Krisenstäbe wie in Gondo? Können wir uns sparen. Fragen wir die Experten in diesen Foren. Die wissen alles. Alles, was die andern wieder falsch machen.
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