Zum Inhalt springen

Header

Audio
Mit DNA-Untersuchung das richtige Schweizer Cannabis züchten
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 11.11.2020.
abspielen. Laufzeit 07:11 Minuten.
Inhalt

Einheimisches Cannabis Sie forschen am besten Bio-Hanf der Schweiz

Cannabis mit hohem THC-Gehalt ist offiziell kaum erforscht. Im Aargau erfolgt nun die Auslese aus 1000 Sorten.

Auf einem Feld im aargauischen Niederwil suchen Forscherinnen und Forscher nach dem besten Bio-Hanf. Geschützt hinter einem Doppelgitter mit Stacheldraht und überwacht durch Videokameras und Bewegungsmelder, wachsen hier Cannabis-Pflanzen mit einem THC-Gehalt von über einem Prozent.

Eingezäuntes Hanffeld mit Kameras und Stacheldraht.
Legende: Pure Holding AG

Der Anbau solcher Pflanzen ist in der Schweiz eigentlich gesetzlich verboten. Dank des «Experimentierartikels» des Bundes kann die Firma Pure Gene aber mit einer Sonderbewilligung ihre Forschung betreiben. Das Unternehmen gehört zur Pure Holding, welche nach eigenen Angaben die grösste Produzentin von Cannabis in Europa ist. Obwohl die Pflanzen in Niederwil nicht für den Konsum gedacht sind, könnten die Forschungsresultate dereinst beim Anbau von Cannabis für Schweizer Kiffer helfen - sollte dieser legalisiert werden.

Der Experimentierartikel

Textbox aufklappenTextbox zuklappen

National- und Ständerat haben Pilotversuche mit Cannabis gutgeheissen. Der Bund kann damit reglementierte Studien erlauben, welche den Konsum zu Genusszwecken untersuchen. Auch der Anbau wird damit geregelt.

Laut dem Bundesrat konsumieren in der Schweiz rund 200'000 Personen regelmässig Cannabis mit einem höheren THC-Gehalt als erlaubt. Um neue Regulierungen zu prüfen, sollen Städte und Kantone deshalb Versuche durchführen können.

Auf der Anbaufläche in der Grösse eines Fussballfelds wird in Niederwil getestet, welche der vielen THC-Sorten sich für den Anbau im heimischen Klima eignen. Angebaut werde unter Bio-Bedingungen, erklärt Yannick Schlup, leitender Wissenschafter bei Pure Gene. Überprüft werden etwa das Wachstum, die Anfälligkeit auf Schädlinge oder die Inhaltsstoffe der Pflanzen. 1000 Sorten aus aller Welt durften die Forscher importieren und setzen.

Wundertüte Cannabis

Rund 5000 Cannabis-Pflanzen hat Pure Gene in Niederwil angebaut. Jede einzelne wird dokumentiert. Blüten, Blätter, Wurzeln und Stamm werden untersucht. Zudem extrahieren die Forscher bei jeder Probe DNA-Material. Mit diesen Angaben klären sie im Labor etwa, wo genau im Erbgut der Pflanze definiert ist, weshalb sie schneller wächst als andere.

Hanfblüte.
Legende: Pure Holding AG

«Cannabis ist extrem divers. Im Gegensatz zu anderen Kulturpflanzen gibt es Differenzen, welche unsere Züchter überraschen», so Schlup. Anders als Gräser, Mais oder Soja hätten die einzelnen Hanf-Sorten viel ausgeprägtere individuelle Merkmale. Cannabis sei erst wenig erforscht – dies wegen des fast weltweiten Verbots. Das Experimentieren mit Hanf, der einen THC-Gehalt von über einem Prozent aufweist, sei eine Blackbox. Bisher habe die Forschung im Versteckten stattgefunden. «Nun soll die Pflanzen modernen landwirtschaftlichen Ansprüchen gewachsen sein.»

Durch die Betrachtung der Genstruktur könne sehr viel schneller und präziser gezüchtet werden, erklärt Wissenschafter Yannick Schlup. Für die Züchtung unter Schweizer Klimabedingungen ist er optimistisch. Man habe bereits Sorten gefunden, die auch im Bio-Anbau gute Erträge liefern. Nach der Ernte in Niederwil geht die Suche nach der besten Cannabis-Pflanze für die Schweiz nun im Labor weiter.

Video
Aus dem Archiv: Anbau von Medizin-Cannabis soll legal werden
Aus Tagesschau vom 12.03.2020.
abspielen

Regionaljournal Aargau Solothurn, 11.11.2020, 17:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.