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Ein Gespräch über politische Gegner, Frösche, Parkplätze und Kinder
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 06.12.2020.
abspielen. Laufzeit 20:56 Minuten.
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Ende einer Polit-Karriere Ursula Wyss: «Wir müssen unserer politischen Kultur Sorge tragen»

Die Berner SP-Politikerin gibt ihr letztes politisches Amt ab. Sie galt als eine der einflussreichsten Politikerinnen.

Mit 16 Jahren trat die Bernerin der SP bei – seitdem ist sie der Partei und der Politik treu. Doch nun ist Schluss. Ende Jahr gibt die 47-Jährige ihr Amt als Berner Gemeinderätin ab. Acht Jahre war sie in der Berner Stadtregierung, davor war sie im Nationalrat auf nationaler Ebene tätig – auch als Fraktionspräsidentin.

Interessant sind die Unterschiede, wie Ursula Wyss in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Am Anfang ihrer Karriere war in Zeitungen von einer «quirligen Politikerin» zu lesen, die «man einfach gerne haben muss.»

Neuere Berichte zeichnen ein anderes Bild von Ursula Wyss, eines von einer unnahbaren, ja machthungrigen Politikerin. Für Wyss ist das keine Überraschung. «Wenn man neu kandidiert, hat man noch niemanden mit Entscheiden verärgert. Das ändert, je länger man politisch aktiv ist.»

Ursula Wyss privat

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Die 47-Jährige wohnt in Bern und lebt mit Thomas Christen zusammen. Er ist ebenfalls SP-Parteimitglied und Vize-Direktor des Bundesamtes für Gesundheit. Sie hat zwei Söhne; sie sind 9 und 22 Jahre alt. Ursula Wyss wuchs in der Region Bern auf. Sie studierte Ökonomie, Ökologie und Abfallwirtschaft an den Universitäten Bern, Glasgow und Berlin. 2006 promovierte die Bernerin zum Dr. rer. oec. an der Universität Bern.

2016 kandidierte sie erfolglos für das Berner Stadtpräsidium. Es war ein aufreibender Wahlkampf, in dem Ursula Wyss laut eigener Aussagen persönlich hart angegriffen wurde. «Was ich damals erlebte, wünsche ich niemandem», sagt sie heute.

Politische Auseinandersetzungen seien wichtig. Aber: «Unsere Politik lebt davon, dass sich Leute exponieren können, ohne dass sie oder ihre Familie angegriffen werden.» Ihr missfalle der aggressive Ton, gerade in den sozialen Medien, zusehends. «Wir müssen Sorge tragen zu unserer politischen Kultur, zu unserem Umgang miteinander.»

Was sie im neuen Jahr machen will, möchte Ursula Wyss nicht verraten. Es sei etwas, bei dem sie nicht mehr in der Öffentlichkeit stehen werde.

Ihre politische Karriere verlief gradlinig. Nur das Berner Stadtpräsidium blieb ihr verwehrt.

Fürs Berner Stadtpräsidium kandidiere ich nie mehr.

Ein Mann der Grünen Freien Liste, Alec von Graffenried, wurde 2017 gewählt. Wird es Ursula Wyss dereinst nochmals versuchen? Sie schliesst es aus «und zwar definitiv.»

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 5.12.2020/6.12.2020, 17:30 Uhr;

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Kobi Fischer  (Kobeli)
    Bin froh, dass sie weg ist, sie hat mich immer am meisten aufgeregt.
    wird wohl nichts gescheiteres nachkommen.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    "Wir müssen Sorge tragen zu unserer politischen Kultur, zu unserem Umgang miteinander.» Ja, und genau da Frau Wyss und die SP ein konsequente Politik vermissen lassen. Die Kultur generell wird im Kindesalter als Basis erworben. Mit dem Laissez-faire-Ansatz wurde in den letzten 30 Jahren das "Miteinander" arg strapaziert. Jedes Kind hat Anrecht auf eine anständige Erziehung, vor allem wo es darum geht, das Ego zurückzunehmen und dem andern Respekt zu zollen. Da mangelt es nun einigen Leuten.
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  • Kommentar von Matthias Sommer  (abcdef)
    Fand Ihre Politik mehrheitlich gut. Was mir zu denken gibt: Typisches linkes Elektorat (Akademiker-Paar). Inzwischen 2/3 der WählerInnen der SP.
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