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Bilanz: Drei Jahre mit dem Energiegesetz in Basel
Aus HeuteMorgen vom 21.12.2020.
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Energiegesetz wirkt Basel kommt weg von Gas- und Ölheizungen

Seit drei Jahren ist in Basel das neue Energiegesetz in Kraft. Behörden und Hausbesitzer ziehen eine positive Bilanz.

Weg von Öl und Gas hin zu erneuerbaren Energien – dies ist die Stossrichtung der Basler Energiepolitik. Mit einschneidenden Konsequenzen für Hausbesitzer: Wer seine Heizung erneuer muss, darf keine Öl- oder Gasheizung einbauen, sondern muss grundsätzlich auf Alternativen wie Wärmepumpen, Solaranlagen oder Erdsonden umstellen. So schreibt es das Basler Energiegesetz vor, das seit Oktober 2017 gilt.

Das Basler Energiegesetz

Im November 2016 verabschiedete das Basler Parlament die Revision des kantonalen Energiegesetzes. Am 1. Oktober 2017 trat das angepasste Gesetz zusammen mit der entsprechenden Verordnung in Kraft.

Im Fokus des neuen Energiegesetzes steht die Reduktion der CO2-Emissionen. Die wichtigsten Eckwerte:

  • CO2-Ausstoss bis 2050 auf maximal 1 Tonne pro Jahr und Einwohnerin oder Einwohner reduzieren.
  • Strom der Industriellen Werke Basel IWB aus 100 Prozent erneuerbar Energie.
  • Fernwärme bis 2020 zu 80 Prozent CO2-frei (nur noch Abfall und Holz).

Bei der Einführung war Basel mit diesem Gesetz noch ein Pionier-Kanton. Nun zeige sich, dass das neue Gesetz auch greife, sagt Matthias Nabholz, Leiter des Basler Amts für Umwelt und Energie AUE: «Wir können feststellen, dass bei neuen Heiz-Anlagen der Anteil erneuerbarer Energie bei über 90 Prozent liegt.» Vor dem neuen Gesetz habe dieser Anteil bei nur etwa 50 Prozent gelegen.

Das Gesetz wird von allen Seiten akzeptiert.
Autor: Matthias NabholzLeiter Amt für Umwelt und Energie BS

Für die neuen klimafreundlicheren Heizungen hat der Kanton seine Förderbeiträge mehr als verdoppelt. So sei beispielsweise eine Wärmepumpe unterdessen nicht teurer als eine neue Gas- oder Ölheizung. Als das Gesetz 2017 in Kraft trat, gab es noch Unsicherheiten, räumt Nabholz ein. So warteten viele Liegenschaftsbesitzer mit dem Einbau einer neuen Heizung.

Hausbesitzer zufrieden mit Information

Diese Skepsis habe sich unterdessen aber gelegt. «Das Gesetz wird von allen Seiten akzeptiert, von der Politik, von Hausbesitzern und von der Bevölkerung», sagt Nabholz. Dazu habe auch beigetragen, dass es seit einem Jahr für Wärmepumpen keine Baubewilligung mehr brauche.

Diese positive Einschätzung teilt auch Andreas Zappalà, Geschäftsführer des Basler Hauseigentümerverbands HEV. Das neue Gesetz sei damals zwar überhastet eingeführt worden. Nun gebe es aber nur noch in Einzelfällen Probleme, stellt Zappalà fest. Entscheidend sei die Beratung der Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer, die eine neue Heizung einbauen wollen oder müssen. Diese Beratung sei in Basel-Stadt sehr gut. Die Liegenschaftsbesitzer seien gut informiert.

Trotz neuem Energiegesetz sind aber erst die Hälfte aller Heizungen im Kanton Basel-Stadt klimafreundlich. Dies zeige, dass der Weg von fossiler zu erneuerbarer Energie noch ein weiter sei, sagt Matthias Nabholz vom Basler Amt für Umwelt und Energie.

Heute Morgen, 21.12.2020, 6.00 Uhr;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Strom für Wärmepumpen stamme laut IWB zu 100% Erneuerbaren. Welch ein Trugschluss in der Realität des Verbrauchs: In SUMME übers Jahr speisen Erneuerbare so viele kWh Strom ins IWB Netz wie diese Wärmepumen verbrauchen. Diese Wärmepumpen brauchen Strom aber vornehmlich im Winter, speziell bei kaltem Wetter und wenn Sonne nicht scheint (nachts). Dann liefert Solar so gut wie nichts, ebenso in diesen Wetterlagen ist oft Windflaute. Wer sorgt dann für warme Stuben: AKW aus F, Kohlekraft aus DE.
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  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    "En Siech voll" Strom verbraten mit Wärmepumpen ist einfach nicht sinnvoll. Gerade weil absehbar ist, dass Strom Mangelware wird (gegen das Wachstum stemmt sich ja dann rot-grün wieder, wie dumm!). Ein Ausbau der Fernwärme wäre energetisch effizienter, aber das verpennen auch die linken Städnte alle ausnahmslos. Dass der Bürger dann völlig überteuerten grünen Strom einsetzen soll, um die Misere mitzumachen, ist einfach nur Raubrittertum.
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  • Kommentar von Sienus G. Pfiffner  (BachOfSience)
    Nur dumm, dass die Wärmepumpen Strom brauchen. Der im Winter vom Ausland importiert werden muss, weil Atomkraftwerke, fossile Kraftwerke und Windanlagen in der Schweiz nicht gewollt sind.

    Die Gesamteffizienz des Hauses wäre eigentlich der Ansatz und nicht lokale Emissionsfreiheit.
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    1. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Auch Für Sie Herr Pfiffner: «Im Fokus des neuen Energiegesetzes steht die Reduktion der CO2-Emissionen. Die wichtigsten Eckwerte: Punkt 2, Strom der Industriellen Werke Basel IWB aus 100 Prozent erneuerbar Energie.»
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    2. Antwort von Sienus G. Pfiffner  (BachOfSience)
      @ Herr Meyer
      Mein Kommentar bezieht sich mehr auf den Artikel als auf das Gesetz.

      Die Idee des Gesetzes ist gut und vorbildhaft!

      Sowohl der Titel als auch der Text konzentrieren sich auf das Heizen. Wärmepumpen als Ersatzheizung sind oft grosse Stromverbraucher. Der Pkt 2 kann dies nicht entkräften, weil wir in einer Marktwirtschaft leben. Die erneuerbare elektr. Energie ist im Winter Mangelware. Wenn IBW vorbildlich Windenergie kauft, wird Firma XY den Strom kaufen der übrig bleibt.
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    3. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Herr Pfiffner, die IWB ist der Stromversorger von Basel und keine Firma die lediglich ihren eigenen Bedarf deckt. Auf ihrer Website werden Projekte vorgestellt, die dazu beitragen vor Ort eigenen Strom zu produzieren. Schauen Sie doch mal nach. Dass die Umsetzung Zeit brauchen wird, ist klar. Wieviel Sommer- oder Winterstrom schlussendlich in Basel selber produziert werden kann, sehen wir nach dem Erreichen des Ziels.
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