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Energiewende Wer Heizkosten sparen will, muss sich warm anziehen

Um den Atomausstieg zu schaffen, will der Bundesrat das Heizen in der Schweiz massiv verteuern. Höhere Heizkosten hatte der Bundesrat bis jetzt davon abhängig gemacht, ob gewisse Klimaziele erreicht werden. Das soll jetzt ändern.

9 Rappen pro Liter Heizöl beträgt die CO2-Abgabe heute. 22 Rappen pro Liter will der Bundesrat in Zukunft verlangen. Dies kündigt er in seiner Botschaft zur Energiestrategie 2050 an.

Auf diese Weise will die Regierung mehr Geld hereinholen, um energiesparende Gebäudesanierungen zu ermöglichen – im Rahmen des Gebäudeprogramms.

Der Präsident des Steuerungsausschusses des Programms, FDP-Ständerat Pankraz Freitag, freut sich zwar, dass künftig über eine halbe Milliarde Franken für Wärmeisolationen oder Fenstersanierungen zur Verfügung stehen soll. Gleichzeitig zeigt er sich aber überrascht, dass die Erhöhung der CO2-Abgabe nicht mehr von Klimazielen abhängen soll.

Loslösung von geltender Verordnung

Die CO2-Verordnung, die seit acht Monaten in Kraft ist, schreibt vor, dass fossile Brennstoffe wie Heizöl oder Erdgas nur verteuert werden dürfen, wenn zu viel CO2 in der Schweiz ausgestossen wird. Das soll nun nicht mehr gelten.

Die CO2-Abgabe von heute 36 Franken pro Tonne CO2 soll losgelöst von den Klimazwischenzielen einfach auf 84 Franken steigen. Pankraz Freitag: «Das heisst, es ist tatsächlich eine Verteuerung des Heizens mit Öl oder Gas – unabhängig davon, ob wir grosse Erfolge erzielen in den nächsten Jahren.»

Das werde politisch auf Widerstand stossen, ist Freitag überzeugt: «Hier gehe ich davon aus, dass es noch grosse Diskussionen absetzen wird, weil gegenüber dem bisherigen, erfolgsorientierten System eine neue Situation entsteht.»

Alleinige Zuständigkeit der Kantone

Und noch eine weitere geplante Änderung beim Gebäudeprogramm sorgt bei Freitag für Stirnrunzeln. So will die Regierung die Verantwortung für das Programm, die sich Bund und Kantone heute teilen, ganz an die Kantone abtreten. Das aber könnte dazu führen, sagt der Ständerat, «dass am Schluss dann vielleicht der Genfer und der Glarner nicht mehr die gleichen Beiträge erhalten».

Ich gehe nicht davon aus, dass man damit die Sanierungsquote drastisch erhöhen kann.
Autor: Pankraz FreitagStänderat

Wunder seien vom Gebäudeprogramm ohnehin nicht zu erwarten – auch mit einer halben Milliarde Franken nicht. Freitag: «Ich gehe nicht davon aus, dass man damit die Sanierungsquote drastisch erhöhen kann.»

Massiv teureres Heizen für den Atomausstieg – die Pläne des Bundesrates werden noch zu reden geben.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Mike Steiner, Winterthur
    Es geht längst nicht mehr um Klimaschutz, sondern um Mehreinnahmen. Dass das Geld nicht mehr zur Verfügung steht, um selbstbestimmt Sanierungen durchzuführen, sondern nur durch Subventionen bürokratisch, aufreibend und unter tiefer staatlicher Planungseinmischung zurückkommen kann, passt in die sozialistischen Denkmuster der Urheberschaft, zumal die Massnahme nicht an die CO2-Ziele gekoppelt ist. Ich hoffe, das Volk (durch Nebenkostenüberwälzung voll dabei) wird diesen Schwachsinn verhindern!
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  • Kommentar von S.Mosimann, Luzern
    Die CH Bürgerinnen und Bürger sind zu 100% selber schuld. Seit Jahren werden neue Abgaben und Gebühren an der Urne stetig gutgeheissen. Obwohl längst bekannt und klar ist, dass diese von Regierung und Behörden zweckentfremdet werden. Offenbar glauben an den Abstimmung viele Leute, dass nur die Anderen davon betroffen sind.
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  • Kommentar von Michael Hofer, Aesch
    Absoluter Witz! Ich als Mieter habe gar keine Chance meine Energiebilanz beim Wohnen zu senken! Unsere Wohnung hat alles alte Elektrogeräte mit einer extrem schlechten Energiebilanz! Die Fenster entsprechen nicht dem heutigen Standard und die Isolation ist auch sehr schlecht. Die Verwaltungen haben aber immer das gleiche Verhalten, ja keinen Rappen investieren. Klar sie müssen ja auch die Energiekosten nicht bezahlen! Die Diskussion geht also völlig in die falsche Richtung!
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