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Entscheid des Ensi Wie sicher ist Beznau I?

Legende: Audio Wie sicher ist das Atomkraftwerk Beznau 1? abspielen. Laufzeit 02:12 Minuten.
02:12 min, aus HeuteMorgen vom 06.03.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit drei Jahren ist das Atomkraftwerk Beznau I nicht mehr am Netz.
  • Der Grund: 2015 wurden fast tausend Materialfehler im Reaktordruckbehälter entdeckt.
  • Am Dienstag will das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) darüber informieren, wie es mit Beznau I weitergehen soll.
  • Gleichzeitig bringen sich auch die AKW-Gegner wieder in Stellung.

Wie sicher ist das AKW Beznau I? Das ist die Frage, über die seit Jahren – und gar Jahrzenten – erbittert gestritten wird. Beznau I ist eines der ältesten Atomkraftwerke weltweit und mit Unterbrüchen seit 1969 am Netz.

Die Betreiberin Axpo sagt, man habe seit damals rund 2,5 Milliarden Franken in Unterhalt und Nachrüstungen investiert; das AKW erfülle sämtliche Sicherheitsanforderungen und auch das Problem mit den fehlerhaften Materialstellen beim Reaktordruckbehälter sei behoben. Klar ist: Jeder Tag, an dem Beznau I nicht läuft, kostet das Unternehmen viel Geld. Seit Beginn des Stillstandes 2015 habe man deswegen rund 350 Millionen Franken verloren. Das bestätigt die Axpo auf Nachfrage.

Die Technik ist veraltet; das Material ebenso.
Autor: Irène KälinGrüne Aargauer Nationalrätin

Ende Monat will sie Beznau I wieder in Betrieb nehmen. Vorausgesetzt natürlich, das Ensi gibt am Dienstag grünes Licht dafür. Immerhin hat die Axpo mit Blick auf diesen Termin bereits begonnen, die Sicherheitsvorkehrungen rund um das AKW zu verstärken, berichtete der Sender «Tele M1».

Auch wenn nun auf die 1000 Löcher des Reaktors ein ‹Pflästerli› geklebt wurde, das AKW hat viele andere Altersbeschwerden.

Gleichzeitig bringen sich aber auch die AKW-Gegner wieder in Stellung: Ein erneutes Hochfahren von Beznau I wäre inakzeptabel, schreibt die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Und die grüne Aargauer Nationalrätin Irène Kälin sagt: Beznau I sei ein Uralt-AKW. «Die Technik ist veraltet; das Material ebenso. Auch wenn nun auf die 1000 Löcher des Reaktors ein ‹Pflästerli› geklebt wurde – das AKW hat viele andere Altersbeschwerden», sagt Kälin.

Kurz: Ein Risiko für Mensch und Umwelt. Hierbei gebe es nur eine Lösung: Abschalten – für immer. Auch die Tatsache, dass der Termin für eine Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks bis heute elf Mal verschoben werden musste, ist für sie ein Zeichen dafür, dass es sich um schwerwiegende Mängel handeln müsse.

Wie sicher also ist das AKW Beznau I? Gegner und Befürworter stehen sich unversöhnlich gegenüber. Mit weiteren Auseinandersetzungen ist in jedem Fall zu rechnen – unabhängig davon, wie das Ensi heute entscheidet.

AKW in der Schweiz

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    E. Siefert, A. Terrieur: Den riesigen Plastikmüll, Elektromüll, etc. etc. auf der Welt und in den Meeren seit mind. 30 Jahren - da sorgt sich doch kein Mensch darum, obwohl es eine viel grössere Zeitbombe ist (als der Atommüll) und unsere Kinder daran zu nagen haben werden. Also weshalb sorgen Sie sich um den Atommüll !!
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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    Ich bin weiterhin FÜR die AKWs ! Unser Land kennt keine Tsunamis oder starke Erbeben (bis jetzt) und die CH-Sicherheitsvorkehrungen/Kontrollen sind besser als in jedem anderen Land. Unser Stromverbrauch steigt weiterhin ins Unendliche. Kein anderer Stromersatz wird das je leisten können - auch die fürchterlichen, natur-störenden Windräder nicht.
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    1. Antwort von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
      Wenn Sie weiterhin so vehement für AKW's "lobbyieren", erklären Sie mir klipp und klar, wo Sie mit dem Atommüll und späterem Rückbaumaterial, das so sicher wie das Amen in der Kirche auch anfallen wird, hin wollen - Danke... Tsunamis und "starke" Erdbeben sind wohl die "seltensten" Gefahren, die bei uns eintreten können...
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    2. Antwort von Alex Terrieur (Imfeld)
      ABER den "harmlosen" radioaktiven Müll würden Sie schon bei sich Zuhause aufnehmen...???
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  • Kommentar von Beatrice Fiechter (thea)
    Interessant ist,dass trotz der Abstimmung Energie 2050 u.dem klar ausgedrückten Willen der Hälfte der Schweizer Bevölkerung weg von AKWs zu kommen,die AXPO weiter in Beznau 1 investiert. Ich frage mich,auf welcher Grundlage? Da sind bestimmt Gesetzeslücken u.Zusagen von ganz oben! Kein Geschäft würde sonst so risikoreich investieren. Die AXPO scheint sich sehr sicher zu sein! Aber wie will sie die Mia-Investitionen wieder einholen? Wer zahlt am Ende die Zeche- am Ende wir alle?
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