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Legende: Video Organspende: Angehörige sollen weiterhin mitreden können abspielen. Laufzeit 02:02 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.09.2019.
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Entscheidung über Organspenden Vorschlag des Bundesrats ist keine Revolution

Die Landesregierung hat eine Alternative zur Organspende-Initiative vorgestellt. Mit dieser würde sich allerdings nicht viel ändern.

Heute muss man Ja sagen zu einer Organentnahme im Falle des Hirntodes. Das heisst, eine sogenannte Willensäusserung einer Person gibt den Ausschlag. Ansonsten haben die nächsten Angehörigen das Sagen.

Künftig soll man Nein sagen müssen, wenn man keine Organe spenden will. Dies ist die Widerspruchslösung, wie sie schon in anderen Ländern üblich ist, und wie sie den Initianten des Volksbegehrens «Organspende fördern – Leben retten» vorschwebt. So sollen die Wartelisten für Empfänger kürzer werden.

Was, wenn weder ein Ja noch ein Nein vorliegt?

Die Initianten gehen davon aus, dass eine Person, die sich zu Lebzeiten nicht ausdrücklich dagegen ausgesprochen hat, grundsätzlich bereit ist, ihre Organe zu spenden. In ihrem Argumentarium steht zwar, die Angehörigen dürften eine Spende, falls eine klare Willensäusserung des Verstorbenen fehle, ablehnen. Doch im Initiativtext festgehalten ist diese Möglichkeit nicht.

Der Bundesrat möchte deshalb mit seiner erweiterten Widerspruchslösung, die er nun als indirekten Gegenvorschlag zur Initiative in die Vernehmlassung gegeben hat, den Einbezug der Angehörigen ausdrücklich ins Transplantationsgesetz schreiben. Bloss: Der Unterschied zur bestehenden Situation ist klein. Denn schon heute kann man zum Beispiel mit einem Organspendeausweis seine Absicht bekunden, Organe spenden zu wollen.

In der Tat ist es keine Revolution, denn es werden in beiden Fällen die Angehörigen befragt.
Autor: Alain BersetGesundheitsminister

Und schon heute werden, wenn ein solcher Ausweis fehlt, die Angehörigen befragt. Bundesrat Alain Berset gab in der Medienkonferenz denn auch unumwunden zu: «In der Tat ist es keine Revolution, denn es werden in beiden Fällen die Angehörigen befragt.» Er wolle mit dem indirekten Gegenentwurf zur Initiative aber eine vertiefte Diskussion zum Thema anstossen.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Martin H. Meier  (Mahame)
    Vorher Zustimmungsregelung, nachher Widerspruchsregelung.
    Ziel der Initiative und des Bundesrates: Erhöhung der Anzahl Organe, die zur Verfügung steht.
    Die Initiative hat kaum Chancen bei einer Volksabstimmung.
    Der Vorschlag des Bundesrates (Gesetzesänderung) hat im Parlament eine realistische Chance, eine Mehrheit zu finden.
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  • Kommentar von B. Moser  (moser.b)
    Das Problem der Initianten ist folgendes: Wer befasst sich schon gerne mit dem eigenen Tod? Dies ist auch der Grund weshalb oft keine Testamente vorliegen! Und was die Initianten auch nicht bedacht haben: Was ist wenn das Volk nein sagt?

    Nun versucht der Bundesrat den Initianten eine Brücke zu bauen. Denn ein Nein bei einer Volksabstimmung wäre eine totale Katastrophe, eigentlich fast das Ende von Swisstransplant.
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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Eigenverantwortung, ich lese gerade ein Buch von einem Sufi der 116 Jahre alt wurde ohne fremde Organe. Welcher 60 jährige sitz wenn er Hüftproblem hat auf den Boden, auf eine Gummimatte, und siehe da er muss sich plötzlich dehnen, strecken und recken verschieden Positionen einnehmen, nein, 35 jährige lassen sich lieber die Knie operieren, es wird viel zu viel vom Menschen gesprochen als sei er ein Ersatzteillager. Ich aber bin zuerst Bewusstsein. Dann Seele, dann Geist und dann sogar Zellen.
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