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Schweiz Erblindungen und Unfälle wegen Laserpointer-Attacken

Bei Missbräuchen der Lichtanzeiger kann es zu Verletzungen am Auge, Erblindung sowie Unfällen kommen. Der Bundesrat schickte deswegen ein Gesetzesentwurf zu einem Verbot in die Vernehmlassung. Doch er wurde harsch kritisiert. Nun kommt die Diskussion ins Parlament.

Legende: Video Umstrittene Debatte um Laserpointer-Verbot abspielen. Laufzeit 1:44 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 19.07.2014.

In den falschen Händen werden sogenannte Laserpointer zu gefährlichen Instrumenten. Deswegen will der Bundesrat mit einem neuen Gesetz den Besitz solcher Geräte verbieten. Zwar dürfen schon heute starke Laserpointer in der Schweiz nicht verkauft werden. Doch Private können sie sich direkt und ohne Kontrolle via Internet beschaffen.

Harmlos sind die ursprünglich als Hilfsmittel für Vorträge und Projektionen gedachten Lichtanzeiger bei missbräuchlicher Anwendung nicht. Aufgrund von Ablenkung entstehen Unfälle, der Laserstrahl kann zu Verletzungen am und sogar bis zur Erblindung des Opfers führen.

Angriffe auf Piloten

Besonders Lokführer, Polizisten und Autofahrer sind gefährdet. Doch nicht einmal Fussballprofis sind vor solchen Attacken sicher, wie ein Vorfall an der WM 2014 gezeigt hat. Der russische Goalie Igor Akjinfejew wurde mitten im Spiel gegen Algerien geblendet.

Doch vor allem Piloten werden oft zur Zielscheibe von Laserattacken. In den vergangenen fünf Jahren hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt rund 500 Angriffe auf Flugzeuge und Helikopter registriert. Weil die Strahlen Piloten blenden und ablenken, können solche Attacken Landungen und Starts massiv gefährden.

Kritik am Gesetzesentwurf

Bei der Kantonspolizei Zürich nehmen die Meldungen über Laserattacken zu. Gab es 2011 noch rund 100 Opfer, waren es letztes Jahr über 150. Dass Handlungsbedarf besteht, darüber ist man sich an vielen Stellen einig. Doch wie dieses auszusehen hat, darob scheiden sich die Geister.

Der Gesetzesentwurf des Bundesrates zu einem Verbot von Laserpointern wird harsch kritisiert. In der Vernehmlassung zeigten die Reaktionen darauf sowohl Skepsis ob der Wirksamkeit als auch den Vorwurf, dass das Gesetz nicht weit genug gehe. Nun geht die Diskussion ins Parlament – und somit in eine neue Runde im Kampf gegen die Gefahren von Laserpointern.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Petra Aust, Weil/Rhein
    Na ja, als Jugendliche hatten wir immer mit Zwillen auf die Hinterteile von Pferden gezielt die ausgeritten waren. Manch einer istvdan vom plötzlich durchgegangenen Pferd gestürzt und manchet Fussgänger musste zur Seite springen. Aus heutiger Sicht sehr leichtsinnig und gefährlich, nicht nur für den Reiter. Damals war es einfach nur lustig, genauso wie über den Radweg gespannte schnüre (die meist rissen).
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  • Kommentar von G.Schneider, Liestal
    Starke Laserpointer sind schlicht und einfach auf die Waffenliste zu setzen. Besitz und Anwendung nur mit Waffenschein und ein Einsatz gegen Menschen sollte mit hohen Geldstrafen, in groben Fällen mit Haftstrafen gebüsst werden. Hier muss endlich mal hart durchgegriffen werden! Mehr als einen schwachen Laserpointer für eine PP-Präsentation braucht der Otto-Normalbürger nämlich nicht!
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  • Kommentar von Hermann Frei, Neftenbach
    Ich bin vor zwei Jahren mit einem solchen Gerät geblendet worden, der Täter wurde angezeigt. Das Verfahren wurde dann aber eingestellt weil ich keinen Schaden erlitten hätte somit keine böse Absicht vorhanden gewesen sei. Ich hätte einen Arzt aufsuchen und über Kopfschmerzen klagen müssen! Der Laser wurde eingezogen weil er, oh Wunder über Wunder, viel stärker war als das Ettiket vorgaukelte.
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