Zum Inhalt springen

Schweiz Erste Rückführung nach Italien seit dem Urteil aus Strassburg

Seit dem Urteilsspruch des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte wurde die Rückführung nach Italien ausgesetzt. Nach intensiven Verhandlungen haben sich Italien und die Schweiz auf ein Verfahren geeinigt. Laut «10vor10»-Recherchen wurde heute eine erste Familie nach Italien zurückgeschafft.

Legende: Video Schweiz und Italien regeln die Rückschaffung abspielen. Laufzeit 02:59 Minuten.
Aus 10vor10 vom 26.11.2014.

Italien und die Schweiz haben sich auf eine Einzelfall-Regelung geeinigt. Italien wird für jede Flüchtlingsfamilie entsprechende Garantien abgeben. Italien habe durchaus Unterbringungsstrukturen, welche den Anforderungen entsprechen würden, sagt BFM-Direktor Mario Gattiker in Rom.

«Mario Morcone hat mir jetzt, heute, zugesichert, dass man im Einzelfall diese Garantie eben abgibt und dass die Familien eben zusammenbleiben und diese Personen in einer altersgerechten Lösung untergebracht werden.» Die Einzelfall-Lösung sei für die Schweiz ein guter, unkomplizierter Weg, so Gattiker. «Wir haben eine einfache und pragmatische Lösung gefunden.»

Rückführungs-Stopp nach Strassburger Urteil

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg.
Legende: Seit dem Urteil vom 4. November hatte das BFM die Rückführungen nach Italien sistiert. Keystone

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg (EGMR) hatte Anfang November entschieden, dass die Schweiz eine achtköpfige afghanische Flüchtlings-Familie erst dann zurückschicken darf, wenn Italien eine geeignete Unterbringung garantieren kann.

Mario Morcone, Chef des Migrationsamtes beim Italienischen Innenministerium, verspricht im «10vor10»-Interview, dass Italien auch für die afghanische Flüchtlingsfamilie eine geeignete Unterbringung finden werde: «Diese Familie werden wir selbstverständlich aufnehmen, für sie die beste Lösung in Italien finden», so Morcone.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

26 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Max Müller, Wangen
    Hier die Schuld der EU zu geben wäre etwas zu einfach - Hier hat einfach eine total überflüssige und überbezahlte Person (inkl. Chef) in dem besagten Amt, einen miserablen Job geleistet. Der ganze (Um)Weg an den EGMR hätte man sich sparen können - und es hätte nicht mal einen Bericht in den Medien gegeben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Errare humanum est... Sorry.. es ist nicht die EU die Dies fordert.. sondern old Germany: Flüchtlinge sollen künftig nach Quoten auf europäische Länder verteilt werden, fordert Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière. Staaten wie Deutschland, die Schweiz und Österreich, die heute viele Asylbewerber aufnehmen, sollen entlastet werden....................................... zu lesen unter News Ticker..
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Patrik Schaub, Zunzgen
      Ihr Wort in Gottes Ohr, Herr Nanni ...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Wie heute gemeldet denkt die EU ueber eine bessere Verteilung der Fluechtlingsmassen nach, da es Laendern ... hoert hin!!!.. wie die CH, Italien und DL nicht mehr zugemutet werden koenne, alles aufzunehmen! Wie das allerdings geht ohne DUBLIN noch mehr zu verletzen ist nicht ganz klar.. sie sagen nur.. (die Gscheiten) man muesse bereits in Italien triage machen.. was ja eigentlich schon jetzt so sein sollte. Soll es so gehen, werden keine Abschiebungen mehr noetig!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen