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Teurer und später als geplant Es harzt mit den Asylzentren des Bundes

Legende: Audio Bundesasylzentren: Mehrkosten schon jetzt absehbar abspielen.
1:50 min, aus HeuteMorgen vom 04.07.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bis 2019 sollen in Bundeszentren 5000 zusätzliche Plätze für Asylsuchende entstehen.
  • Doch jetzt zeigt sich: Es dauert länger als geplant, denn vielerorts stecken die Projekte noch in den Kinderschuhen.
  • Darum braucht es Übergangslösungen – die Kosten steigen um mindestens 35 Millionen Franken.

Irgendwo im Aargau oder im Baselland wird eines der 19 Bundesasylzentren stehen. Allerdings ist nach Jahren der Planung immer noch völlig offen, wo genau das Zentrum hinkommt. Anderswo, im zürcherischen Rümlang etwa oder im Südtessin, stehen zwar die Standorte fest, nur dauert es dort noch vier oder mehr Jahre, bis die Zentren fertig gebaut und bezugsbereit sind.

Die Beispiele zeigen: Es harzt. In zwei Jahren sollte die Asylreform starten, doch bis dann dürfte nur die Hälfte der geplanten 19 Zentren auch bereit sein.

Die Kosten steigen

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) lässt sich aber nicht beirren. Es hält an seinem Zeitplan fest. Übernächstes Jahr gehe es los, sagt SEM-Sprecher Lukas Rieder: «Wo die dauerhaften Bundesasylzentren nicht bereit wären, würden Übergangslösungen sicherstellen, dass die Beschleunigung der Asylverfahren trotzdem garantiert wird.»

Übersicht über die wichtigsten Asyl-Infrastrukturen des Bundes
Legende: Übersicht über die wichtigsten Asyl-Infrastrukturen des Bundes. SEM

Der Bund wird also vorübergehend zusätzliche Unterkünfte nutzen müssen, weil alles langsamer geht mit den Bundeszentren als geplant. Und das kostet. SEM-Sprecher bestätigt, dass provisorisch einberechnete Reserven angezapft werden müssen: «Der Mehrbedarf würde 35 Millionen Franken betragen. Übergangslösungen sind darin enthalten.»

Geht die Rechnung noch auf?

Zusätzliche 35 Millionen also, und neue Gesamtkosten von fast 600 Millionen. Wegen der Übergangslösungen könnte es aber noch teurer werden, warnen die Bundesbehörden. Zum Beispiel, wenn es dann provisorischen Standorten Massnahmen für den Lärmschutz brauche.

Auch wenn die Kosten steigen: Unter dem Strich soll sich die Reform auszahlen. Kürzere Asylverfahren, so die Idee, sollen Geld sparen. Mit den jetzt bekannten Mehrkosten aber wird es länger dauern, bis sich die Reform selbst finanziert.

76 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Es harzt doch nicht - alles bestens im Lande des Wohlstandes - wo die gebratenen Tauben vom Himmel fallen. Die Zuwanderung von über 80 000 ist ja auch so wunderbar, wie der heutige Bericht der SECO zeigt - was sollen denn die paar Asylanten für eine Harzerei verursachen ? Was sind läppische 35 Millionen -? ein Taschengeld der Wohlhabenden bei uns - die das sehr gerne begleichen- voran die FDP - Multi - Millionäre. Da mache ich mir echt NULL Sorgen um die Asylanten, die bekommen es gut !
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    Die die immer so an Frau Sommarugas Arbeit rummeckern. Ich würde gerne wissen wieviel Rückschaffungsverträge BR Blocher in seinen 4 Jahren abgeschlossen hat.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Der Stein des Anstosses ist doch, dass es Rueckschaffungsvertraege offenbar braucht. Normalerweise sollte aber ein Staat seine eigenen Bürger auch ohne solche "Vertraege" zurücknehmen.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Grüne, Linke und Menschenrechtsorganisationen könnten doch für die angeblichen "Flüchtlinge" eine Art Patenschaft übernehmen, sie versorgen und gleichzeitig beaufsichtigen. Und dann auch bei allen Vorkommnissen die Verantwortung übernehmen. Denn alles wird auf die Allgemeinheit abgeschoben einschliesslich der durch diese Personen bestehende Gefahr. Dann wird sich doch bloss wieder beschwert, dass das Helfen ja tatsächlich auch Geld kostet. Da bleibt man doch lieber bei wohlig-warmen Worten.
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