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Stellenabbau bei Swisscom «Es werden alle Bereiche überprüft»

Legende: Video «Stellenabbau bei der Swisscom» abspielen. Laufzeit 1:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.02.2017.

300 Stellen will die Swisscom im laufenden Jahr abbauen – zusätzlich zu den 700 Stellen, die der Telekomanbieter im Jahr 2016 gestrichen hatte. Wo genau die Stellen abgebaut werden sollen, sagte CEO Urs Schäppi nicht. Nur: Es würden alle Bereiche überprüft.

Auch eine definitive Stellen-Zahl für das gesamte Sparprogramm bis 2020 blieb Schäppi schuldig. Wie es nach 2017 weitergehe, könne er derzeit nicht sagen. Die Verantwortlichen würden dies für jedes Jahr neu ansehen. Er schliesst «bei dem rasanten Strukturwandel im ICT-Markt» nicht aus, dass auch in den kommenden Jahren Stellen wegfallen werde.

Andererseits: Wenn plötzlich ein neuer Bereich stark wachse, könne es auch sein, dass am Ende des Jahres der Stellenbestand höher sei als geplant.

Die Vorgeschichte

  • Swisscom präsentierte die Zahlen zum Geschäftsjahr 2016. Ergebnis: 1,6 Milliarden Franken Gewinn.
  • Trotz des positiven Ergebnisses will das Unternehmen weiter an seinem Sparpaket festhalten.
  • Und baut sogar mehr Stellen ab als ursprünglich kommuniziert: Statt 700 sollen es jetzt insgesamt 1000 Stellen sein.
  • Die Gewerkschaft Transfair übt Kritik an der Unternehmenspolitik.

SRF News: Die Swisscom hat letztes Jahr mehr verdient und baut trotzdem 1000 Stellen ab. Wie geht das zusammen?

SRF-Wirtschaftsredaktor Samuel Emch: Der Gewinnsprung bei der Swisscom ist vorwiegend über Sondereffekte zustande gekommen. Die Ausgangslage für den Konzern ist immer noch die gleiche: Das Telekomgeschäft wandelt sich schnell, damit wandelt sich auch die Belegschaft. Dass die Swisscom heute einen erneuten Stellenabbau bekannt gibt, damit hat man nicht gerechnet.

Werden jetzt Hunderte Swisscom-Mitarbeiter auf die Strasse gestellt?

Davon ist nicht auszugehen. Die Swisscom wird versuchen, einen Teil der Stellen über natürliche Abgänge abzubauen – wie Pensionierungen oder dem Nicht-Besetzen offener Stellen. Für die, die dann tatsächlich den blauen Brief erhalten, gibt es einen Sozialplan. Bei den Stellen, die im letzten Jahr abgebaut worden waren, geschah die Hälfte über natürliche Fluktuationen.

Weiss man schon, in welchen Geschäftsfeldern die Swisscom primär Stellen sparen will?

Letztes Jahr waren es Verwaltungsstellen und Bereiche, die nicht mehr so gut gelaufen sind. Jetzt gibt der Konzern aber keine näheren Angaben. Der Abbau der Stellen ist in der Medienmitteilung auch ziemlich versteckt. Hier gibt es noch viel Klärungsbedarf.

Es werden auch immer wieder mal Stellen geschaffen bei der Swisscom – wo sehen Sie denn am ehesten Ausbau-Potenzial?

Es gibt durchaus Wachstumsbereiche bei der Swisscom. Der Marktleader wächst beispielsweise im Bereich TV. Zudem gibt es verschiedene neue Projekte und Bereiche, die die Swisscom angeht und ausbauen will. Zum Beispiel bei Dienstleistungen im Gesundheitsbereich oder auch bei Cloud-Angeboten, sollten diese auf eine Nachfrage stossen.

Das Gespräch führte Salvador Atasoy.

4 Kommentare

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  • Kommentar von E. R. Röthlisberger (sodeli)
    Ein tolles Resultat. Ein richtiger Glückspilz der Herr Schäppi. Ein tolles Angstszenario, das der USR III hilft. Macht das Sinn? Werden die MitarbeiterInnen verselbständigt nach dem Muster UBER, DPD ... Verstehen unsere ParlamentarierInnen die Befürchtungen der Schweizer BürgerInnen? Die Hoffnungen: Ganz normale Dinge, wie "gsund ässe, es Dach über em Chopf, ä gueti und sicheri Büez ha und gsund bliibe".
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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    1,6 Milliardeb Gewinn - das ist ja schon um zu weinen! Die Swisscom hatte also 1000 Personen fürs Nichtstun angestellt. Ist es nicht eher so dass der Druck auf die verbleibenden Angestellten zunimmt, und alle mitmachen aus Angst den Job zu verlieren immer mehr Menschen werden krank, weil sie immer mehr arbeiten müssen.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Diese Swisscom-verlangt für eine einmalige 1. Mahnung, eine Mahngebühr von Fr. 20 - wenn man aber oft auf bezahlte Leistungen dieser Firma warten muss, weil Störungen vorliegen -dann darf man keine Ausfalls Entschädigung fordern. Ich neige bald dazu alles bei dieser Firma zu künden. Das macht dann einen Ausfall von 1500 Fr aus die ich spare .
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