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Die Exit-Strategie des Bundesrats
Aus 10 vor 10 vom 16.04.2020.
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Exit-Plan des Bundesrats Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick

Ab dem 27. April werden die Corona-Massnahmen erstmals aufgeweicht. Doch viele Fragen bleiben – hier die Antworten.

Wieso müssen sich Kinder weiterhin von den Grosseltern fernhalten, obwohl sie nicht als eigentliche Verbreiter des Coronavirus gelten?

Laut den aktuellsten Aussagen des Bundesamts für Gesundheit sind Kinder tatsächlich sehr schwach betroffen. Sie sind selten krank, selten Träger des Virus und sie stecken sich untereinander offenbar fast nie an. Dennoch gibt es einzelne Kinder, die infektiös sind. Das Risiko ist deshalb nicht null. Und infizieren sich über dieses Kind Grosseltern, so sind diese in Gefahr, sehr schwer zu erkranken. Deshalb bleibt der Bund weiterhin bei seiner Empfehlung, dass Grosseltern und Enkel sich nicht zu nahe kommen sollten.

Wird man künftig mehr Menschen auf das Virus testen?

Das Bundesamt für Gesundheit passt seine Empfehlungen für die Tests tatsächlich an. Künftig sollen alle Personen mit typischen Symptomen wie Fieber oder trockenem Husten getestet werden. Dies sei nun möglich, da es nicht mehr so viele Betroffene gebe, so Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit. Menschen ohne Symptome sollen jedoch auch weiterhin nicht getestet werden.

Wann öffnen die Restaurants wieder?

Sehr wahrscheinlich nicht sehr bald. «Abstandhalten hat in einer Bar oder im Restaurant bekanntermassen nicht die erste Priorität», meinte Koch. Man müsse hier genau hinschauen, ob eine gewisse Öffnung mit Einschränkungen überhaupt umsetzbar ist. Trotzdem seien baldige Lockerungen nicht ganz vom Tisch, so Koch weiter. Der Bund will sich dazu weiter beraten.

Gib es jetzt genügend Schutzmasken?

«Es sollte jetzt keinen Maskenengpass mehr geben», so Koch. Der Markt würde wieder genügend hergeben. Nun seien die einzelnen Branchen und Betriebe dazu aufgefordert, sich diese anzuschaffen. Der Bund könne bei kurzfristigen Engpässen einspringen. Bis Ende April werden laut dem BAG beim Bund 100 Millionen Masken vorrätig sein. Es sei aber nicht vorgesehen, für die ganze Bevölkerung genügend Masken an Lager zu haben. Auch gebe es weiterhin keine allgemeine Maskenpflicht.

Wer sorgt für den nötigen Gesundheitsschutz in den wieder geöffneten Betrieben?

Der Bund wird bis nächste Woche Modelle für Schutzkonzepte für verschiedene Tätigkeiten veröffentlichen. Dies seien aber nur Grobkonzepte. Für die konkreten Regeln und Massnahmen sind die Betriebe selbst oder die Branchenverbände zuständig. Laut Boris Zürcher vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) geht es dabei auch «um den gesunden Menschenverstand». Es brauche Schutzkonzepte für Dienstleister und Kunden, um eine erneute Zunahme der Fallzahlen zu vermeiden. Die Verantwortung hierfür liege aber in erster Linie beim Arbeitgeber.

Kann ich in diesem Jahr meine Abschlussprüfung machen oder eine Lehre beginnen?

Die Lehrabschlüsse finden statt. Dabei gibt es allerdings keine schulischen Prüfungen; es zählen die Erfahrungsnoten. Ob und in welcher Form es praktische Prüfungen gibt, entscheidet jeder Berufsverband für sich – bis Ende April.

Bei den neuen Lehrverträgen zeichnet sich laut Bund ein deutlicher Rückgang ab. Heisst: Es muss befürchtet werden, dass viel weniger Junge im Herbst eine berufliche Ausbildung beginnen werden. Die Bildungsexperten beim Bund denken allerdings bereits an Massnahmen. So könnte der Lehrbeginn verschoben werden. Zudem würden Brückenangebote in Betracht gezogen.

Zu den Maturitätsprüfungen soll zeitnah, bis Anfang Mai, ein Entscheid fallen.

Warum bleiben Individualsportarten wie etwa Tennis verboten? Dort könnte der Abstand doch problemlos eingehalten werden?

Es geht auch darum, insgesamt nicht zu viele Menschen im öffentlichen Raum zu haben, die von A nach B fahren – also nicht zu viele Bewegungen zu schaffen. Zudem: In der Garderobe nach dem Spiel könnte man sich deutlich näher kommen als beim Spiel selbst.

Wann gilt wieder der reguläre Fahrplan der SBB?

Bis am 26. April ist das Angebot der SBB weiterhin reduziert. Ab dem 27. April erfolgen dann schrittweise Lockerungen, wie das Unternehmen schreibt. Ab dem 11. Mai seien «weitere umfangreichere Schritte» geplant. Bis auf Weiteres empfiehlt es sich auf jeden Fall, immer den Online-Fahrplan zu konsultieren.

Kann ich bald wieder Fahrstunden nehmen?

Die Fahrschulen sind bis mindestens 8. Juni geschlossen. Nach den aktuellen Plänen des Bundesrates können dann Ausbildungsstätten wieder öffnen. Der Schweizerische Fahrlehrerverband SFV geht davon aus, dass ab dann auch Fahrstunden und Prüfungen wieder möglich sind. Der Entscheid sei aber noch nicht abschliessend. Eine gewisse Unsicherheit bleibt also bestehen.

Wird es diesen Sommer überhaupt Open-Air-Festivals geben?

Wann Grossveranstaltungen wieder durchgeführt werden können, will der Bundesrat in einer der nächsten Sitzungen entscheiden. Bundesrat Alain Berset machte diese Woche jedoch klar: «Grossveranstaltungen werden wahrscheinlich zur letzten Kategorie gehören, die wieder zugelassen wird». Inzwischen haben bereits einige grosse Schweizer Festivals und Openairs die Reissleine gezogen. So sind das Paléo Festival in Nyon, das Montreux Jazz Festival sowie auch das Blue Balls in Luzern abgesagt.

Wann werden die Grenzen wieder vollständig geöffnet?

Darüber konnte der Bundesrat diese Woche nichts Genaues sagen. Bis auf Weiteres gelten weiterhin die Mitte März verfügten Reisebeschränkungen, Link öffnet in einem neuen Fenster.

die nächsten Schritte

«10vor10», 16.04.2020, 21:50 Uhr;

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102 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Kotthaus  (Alcheringa)
    Für die Restaurants beginnt jetzt eine wichtige Zeit um mit den Aussenplätzen Geld zu verdienen. Ich kann nicht verstehen wieso diese nicht öffnen dürfen. Die Hotel und Gastronomiebetrieb sind hier doch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Wenn nur jeder zweite Tisch besetzt ist dürfte die Einhaltung der Abstandsregel leicht werden.
  • Kommentar von Thomas Schneebeli  (TS+LL)
    Der Exit-Plan des BR-es ist eine grosse Enttäuschung. Er konzentriert sich einzig und allein auf die 2 000 Hospitalisierten und 1 000 mit(!) Corona-Virus Verstorbenen. Die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft wird an die Wand gefahren, ganze Branchen nicht einmal in den Zukunftsplänen erwähnt. Gesunde alte Personen monatelang isolieren ist unmenschlich. Masken immer noch als unnötiges Mittel verpönen ist falsch. Es ist höchste Zeit, dass das Parlament die Regie übernimmt. Nicht zufriedenstellend.
  • Kommentar von Thomas Schneebeli  (TS+LL)
    Der Exit-Plan vom letzten Donnerstag des BR-es ist eine grosse Enttäuschung. Nicht einmal ansatzweise ein Zukunftsszenario für 280 000 Angestellte aus der Gastrobranche, Bahnen,Veranstaltungen, Kultur ausarbeiten. Keine Planungsmöglichkeiten, keine Logistik möglich. Der Gesellschaftliche Schaden durch Isolation bringt viel grössere Schäden mit sich als das Virus selber. Mit jedem Tag Stillstand verliert CH 500 Mio FR, dabei könnten viele Betriebe alle Schutzmassnahmen erfüllen.Sehr frustrierend.