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Der Streit um die Masken
Aus Puls vom 20.04.2020.
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Experten uneinig Maskentragen auf dem Prüfstand – die Vor- und Nachteile

Soll der Bund empfehlen, im öffentlichen Verkehr oder in Läden eine Schutzmaske zu tragen oder dies gar vorschreiben? Diese Frage spaltet die Experten. Wir nennen Vor- und Nachteile.

Fakt ist: Die Beweislage aus Studien zum Tragen von Masken ist ungenügend. Die meisten haben so wenige Fallzahlen untersucht, dass sich keine sicheren Schlüsse ziehen lassen. Darum sagen manche Experten: Masken seien unnütz. Andere aber betonen: Die bisherigen Studien lieferten zwar keinen Beweis, dass die Masken nützten – das bedeute aber nicht, sie seien nutzlos. Man müsse die Vor- und Nachteile abwägen. Manche Fachleute fordern zudem nun gute Studien, die im Alltag untersuchen, wie gut Masken tatsächlich vor Ansteckung schützen.

PRO:

  • Masken vermindern Übertragungen durch Infizierte ohne Symptome: Das neue Coronavirus wird zu einem erheblichen Teil durch Menschen weiterverbreitet, die keine oder noch keine Symptome haben. Das heisst, eine Maske erst dann aufzusetzen, wenn ich Symptome habe, kann zu spät sein. Und es gibt einen bestimmten Anteil an Infizierten, die gar nicht wissen, dass sich das Coronavirus bei ihnen im Rachen eingenistet hat und sie dadurch andere anstecken können. Tragen alle Menschen im öffentlichen Raum Masken, kann deswegen die Übertragung reduziert werden.
  • Mehr Sicherheit für die anderen: Masken bieten einen Fremdschutz. Je nach Modell und je nachdem, ob sie korrekt getragen werden, ist dieser Schutz unterschiedlich gross. Aber Masken können das Risiko verringern, dass man durch Husten, Niesen oder eine feuchte Aussprache jemand anderes ansteckt. In manchen Ländern – besonders in Asien – tragen die Menschen deswegen bereits seit längerem viel häufiger Masken als es in Europa praktiziert wird.
  • Korrektes Maskentragen kann man lernen zum Beispiel nie die Maske zwischendurch über das Kinn nach unten ziehen und später wieder über Mund und Nase platzieren. Die Aussenseite der Maske nicht mit den Händen berühren. Zum Ausziehen die Maske nur an den Bändeln greifen, vom Gesicht entfernen und ohne weitere Berührung der Aussenseite entsorgen. Danach die Hände mit Seife waschen. Wichtig ist auch, eine Maske auszuwechseln, sobald sie durchnässt ist. Sobald das Material nass ist, reduziert sich die Filterwirkung der Maske.
  • Masken kann man selbst anfertigen: Wenn man eine Maske trägt, dann möglichst keine besseren Modelle, die dem Pflegepersonal vorbehalten sein sollten. Mittlerweile gibt es auch genügend Anleitungen im Internet, wie sich jeder eine Maske selbst schneidern kann. Masken aus Stoff sollten regelmässig bei mindestens 60 °C gewaschen werden. Für andere Materialien sollte man sich schlaumachen, was geeignete Desinfektionsprozeduren sind. Dabei aber immer im Kopf behalten: Eine solche selbstgefertigte Maske kann andere vor mir bis zu einem gewissen Grad schützen, mein eigener Schutz ist aber vermutlich nicht sehr gut. Darum unbedingt die Abstands- und Hygieneregeln weiterhin befolgen.

CONTRA:

  • Falsche Sicherheit für einen selbst Es gibt kaum Beweise, dass Träger von einfachen Schutzmasken im Alltag vor einer Ansteckung geschützt sind. Wahrscheinlich bieten sie einen kleinen Schutz, aber andere Faktoren sind deutlich wichtiger. Zum Beispiel, dass man genügend Abstand hält und häufig die Hände wäscht. Forschende warnen darum, Maskenträger könnten sich in falscher Sicherheit wiegen und andere, wichtigere Massnahmen vernachlässigen. Wenn beispielsweise ältere Menschen bereits jetzt ihre Einkäufe wieder selbst erledigen wollen, könnten Masken sie dazu verleiten, ihre Vorsicht aufzugeben.
  • Andere brauchen die Maske dringender: Der Bund ist zwar auf grosser Shoppingtour, um die Knappheit an Masken in der Schweiz zu lindern. Aber noch immer sind global gesehen die Masken knapp. Wir treiben die Preise hoch und kaufen Menschen die Masken weg, die sie dringender brauchen als die Allgemeinheit bei uns: Pflegepersonal in ärmeren Ländern zum Beispiel.
  • Masken tragen ist nicht einfach: Wer draussen unterwegs ist, sieht: die meisten Menschen wissen nicht, wie man eine Maske richtig und sicher trägt. Oder sie vergessen es immer wieder, weil es unangenehm ist. Eine Maske muss immer die Nase und die ganze Mundpartie bedecken. Sobald man eine Maske trägt, ist ihre Aussenseite potenziell mit Viren verschmutzt. Das heisst, man sollte sich niemals an die Maske greifen. Wir alle greifen uns unbewusst aber viele Male am Tag ins Gesicht, reiben die Augen, kratzen an der Nase – und so kann das Virus von der Maske über die Hände in den Körper gelangen. Auch die Augen sind eine wichtige Eintrittspforte für das Virus. Kurz: Wenn man eine Maske nicht richtig trägt, kann sie zur Ansteckungsquelle werden.

Puls, 20.04.2020; 21:05 Uhr

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52 Kommentare

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  • Kommentar von Eva Werle  (Eva Werle)
    Es gibt einen nicht zu unterschätzenden psychologischen Effekt, den ich jetzt schon mehrfach gehört habe. Wenn das Maskentragen freiwillig ist, dann fragen sich die Leute zurecht, was es bringen soll, wenn wenige Maske tragen, aber viele - vielleicht Infizierte - nicht. Und sie fragen sich, warum sie andere durch das Tragen ihrer Maske schützen sollen, wenn diese das umgekehrt nicht tun.
  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Und dann noch dem Teil das nicht erwähnt wird. Das wir Menschen sich anschauen. Das wir sozialen Wesen sind, die es nötig haben auch optisch wahrzunehmen und wahrgenommen möchte werden. Dies aufzuheben halte ich für eine sehr Grösse Fehler, die unbekannte Folgen wird habe auf unsere Gesellschaft und auf unser Psyche. Hier wird eindeutig die Welt Bevölkerung manipuliert! Nächste Schritt eine Überwachung App, natürlich wegen dem Corona. dann sind wir nicht mehr weit weg von eine China Diktatur
  • Kommentar von Eva Werle  (Eva Werle)
    Die Signalwirkung ist auch nicht zu unterschätzen. Viren sieht man nicht, das verleitet zu Nachlässigkeit. Die Maske erinnert daran: Wir sind in einer Pandemie. Das haben viele schon längst vergessen, verdrängt oder leugnen es.
    Ausserdem reduziert die Maske auch sonstige die Lunge belastende Stoffe: z.B. Pollen, Abgase und Feinstaub. Zusätzliche Belastung der Lunge trägt - im Gegensatz zur Atemwegshygiene - zur Schwere einer Infektion bei.