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Fasnacht nach Crans-Inferno Feuerverbot für die öffentlichen Basler Fasnachtscliquen-Keller

  • Vor der Basler Fasnacht, die am 23. Februar beginnt, schaut die Feuerpolizei kurzfristig sämtliche öffentlich zugänglichen Cliquenkeller an.
  • In allen diesen Vereinslokalen gilt ein «striktes Rauch- und Feuerverbot». Letzteres ist neu.
  • Rund 70 Cliquen haben für ihre Lokale eine Bewilligung. Sie sind verantwortlich, dass die Sicherheitsregeln eingehalten werden.
  • Während der Fasnacht soll es Stichprobenkontrollen der Behörden geben, wie in normalen Beizen. Das war bisher rar.

Das Brandunglück von Crans-Montana, bei dem 40 Menschen starben und 116 verletzt wurden, hat Fragen aufgeworfen zur Sicherheit an der Basler Fasnacht mit traditionell proppenvollen Lokalen. Erste Antworten gibt die Regierung mit ihrem Massnahmenpaket, das primär auf Cliquenkeller zielt und auch die Bevölkerung sensibilisieren soll.

In den Kellern werden Details wie die Dekoration nochmals angeschaut.
Autor: Veronika Röthlisberger Direktorin der Gebäudeversicherung Basel-Stadt

Die Feuerpolizei steigt für die Kontrollen ab dem 2. Februar in sämtliche Cliquenkeller – drei Wochen vor dem «Morgestraich». Es gehe darum, gemeinsam die Situation anzuschauen, sagt Veronika Röthlisberger, Direktorin der Gebäudeversicherung Basel-Stadt (GVBS): «Details wie die Dekoration oder die Beschilderung eines Fluchtweges werden nochmals angeschaut.»

Dekomaterial muss schwer entflammbar sein, was auch für Fasnachtslarven oder -laternen gelte. Manches könne man speziell imprägnieren, aber wenn das nicht geht, sei ein Objekt besser zu entfernen.

Andrang während der Fasnacht in der Basler Innerstadt
Legende: Während der Fasnacht herrscht in der Basler Innerstadt vielerorts eine grosse «Druggete». Das gilt auch für Cliquenkeller, die dann fürs Publikum als temporäre Beizen geöffnet sind. Keystone/Georgios Kefalas

Rasch korrigieren könne man noch, wenn mehr Stühle vorhanden als Plätze bewilligt sind. Cliquen könnten ihre Belegungslimite einhalten, indem sie Gäste am Eingang zählen oder ein Vorab-Reservierungssystem einführen – das werde teils schon so gemacht, sagt Röthlisberger.

Vor diesen Kontrollen lädt die Gebäudeversicherung alle Cliquen mit Keller zu einem Informationsanlass ein. Erklärt werden Präventionsmassnahmen, aber auch die Verantwortlichkeiten. Dieser nicht öffentliche Anlass ist freiwillig.

Die Feuerpolizei in Basel-Stadt

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Im Kanton Basel-Stadt ist die Feuerpolizei eine Abteilung der kantonalen Gebäudeversicherung GVBS. Sie ordnet Massnahmen und Auflagen schon im Baubewilligungsverfahren an. Zudem ist sie auch für die Kontrollen zuständig; fünf Gebietsverantwortliche der GVBS führen diese durch.

Im Stadtkanton sind die Schweizerischen Brandschutzvorschriften der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen VKF als kantonales Recht anwendbar.

Für besseren Brandschutz leistet die GVBS nach eigenen Angaben «grosszügige Beiträge» an Brandschutzeinrichtungen und unterstützt die kantonalen Feuerwehren finanziell.

Die Behörden stellen den Cliquen zudem Informationsmaterial für Ihre Lokale zur Verfügung, namentlich Plakate zur jeweils maximalen Belegungszahl oder zu den wichtigsten Verhaltensweisen für Besuchende.

Keller der Lälli-Clique
Legende: Die Basler Gebäudeversicherung will auch Dekorationen unter die Lupe nehmen – hier ein Blick in den Keller der Lälli-Clique. Keystone/Georgios Kefalas

Zwei Wochen vor Fasnachtsbeginn plant der Kanton eine Informationskampagne zu Verhaltensempfehlungen punkto Brandschutz, auch als vertrauensfördernde Massnahme. Der Regierungsrat habe nach dem Brandunglück in Crans-Montana eine Verunsicherung in der Bevölkerung festgestellt, sagt Finanzdirektorin Tanja Soland. Die Treppen in manche Cliquenkeller seien eben eng.

Regelungen nach der Fasnacht unter die Lupe

Nach der Fasnacht 2026 will die Basler Regierung über die Bücher gehen; vorgesehen ist eine generelle Überprüfung der Brandschutzvorgaben und der Praxis dazu. Einfliessen sollen Erkenntnisse aus dem Fall Crans-Montana und Erfahrungen an der diesjährigen Fasnacht.

Dass das Massnahmenpaket abgesehen vom Feuerverbot jetzt keine neuen Regeln vorsieht, ist indes ein Zeichen dafür, dass die Behörden mit den bisherigen im Prinzip zufrieden sind. «Die haben sich bewährt», sagt GVBS-Direktorin Röthlisberger.

Gute Noten vom kommerziellen Brandschutzexperten

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Notausgang-Schild an einer Türe
Legende: Die kommerzielle Brandschutz-Branche hat seit dem Fall Crans-Montana enorm Arbeit. Viele lassen jetzt ihre alten Feuerlöscher im Keller überprüfen. Keystone/Gaetan Bally

Ein Brandschutzexperte mit eigener Firma lobt die Regierung für ihr Massnahmenpaket: Andreas Scheidegger, der in Basel seit 20 Jahren aktiv ist, begrüsst speziell die flächendeckende Kontrolle der Cliquenkeller. Das sei «zwingend notwendig», da nach aktuellen Regeln kleine Keller lange nicht angeschaut wurden.

Die Eigenverantwortung der Betreiber sei aber richtig, da die Gebäudeversicherung nur Kontrollorgan sei und nicht jeden Tag nachsehen könne. Diskutieren könne man den Rhythmus, wie oft kontrolliert wird, und ob das erst ab 300 Plätzen vorgeschrieben sein soll.

Seit dem Fall Crans-Montana habe die ganze Brandschutzbranche enorm viele Aufträge: «Wir werden überrollt.» Viele wollten jetzt ihre Einrichtungen und Geräte checken lassen – vorher hätten viele sie als lästiges notweniges Übel betrachtet, weil Brandschutzkontrollen Geld kosten.

Räume für mehr als 300 Personen werden laut GVBS regulär alle sechs Jahre kontrolliert; diese Regel gilt in Basel seit zehn Jahren. Kleinere Lokale werden nur gecheckt, bevor sie die Bewilligung erhalten - das gilt auch bei Umbauten. Ad hoc kann es jederzeit Kontrollen geben bei Hinweisen oder Vorfällen.

Die letzten Brandschutzkontrollen gab es in Basler Lokalen 2021 und 2022; damals wurden 40 Betriebe kontrolliert und dabei kleinere Mängel festgestellt.

Regionaljournal Basel Baselland, 22.1.2026; 12:03 Uhr ; 

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