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Feedback per Klick Ärzte wehren sich gegen unfaire Ratings

Legende: Audio Ärzte wehren sich gegen Internet-Ratings abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
01:55 min, aus HeuteMorgen vom 11.10.2018.
  • Schweizer Ärztinnen und Ärzte wehren sich gegen schlechte Internet-Bewertungen, die häufig anonym verfasst werden.
  • Der eidgenössische Datenschützer soll deshalb mit Google über Ärzte-Ratings reden.
  • Dieser fordert, dass sich künftig identifizieren müsse, wer einen Arzt bewerten wolle.

Arrogant sei er, desinteressiert. Das las Neurologe Otmar Meienberg bei Google über sich. Nur einen Stern hatte die Patientin seiner Praxis in Münchenstein BL gegeben. Öffentlich wehren konnte er sich aufgrund des Arztgeheimnisses nicht. Stehen lassen wollte er das aber auch nicht.

Bewertungen meist unfair

Fast immer seien die Ärztebewertungen, die neuerdings auf Google auftauchten, unfair. «Anlass zu negativen Rezensionen geben oft Beurteilungen von Arbeitsfähigkeit, Autofahrtauglichkeit oder Rentenansprüchen», sagt Meienberg. Sie würden nicht selten von Patienten stammen, die psychische Probleme hätten, von denen man oft gar keine Kenntnisse habe.

Im Fall von Otmar Meienberg schuf ein eingeschriebener Brief an die Patientin Abhilfe. Ihr Kommentar, schrieb Meienberg, sei möglicherweise ehrverletzend, könnte rechtliche Folgen haben. Die Bewertung wurde daraufhin gelöscht. Das Problem sei damit aber noch lange nicht gelöst.

Es gibt bereits heute Patienten, welche den Ärzten mit negativen Google-Rezensionen drohen.
Autor: Otmar MeienbergNeurologe

Ratings werden wohl noch zunehmen

Das weiss auch Yvonne Gilli von der Ärztevereinigung FMH. Die Bewertungen hätten oft wenig mit der Qualität der Behandlungen zu tun, sagt sie. Oft seien sie ausserdem anonym. «Wir gehen davon aus, dass Ärzte-Ratings über das Internet noch zunehmen werden, auch in der Schweiz. Es ist bereits eine Realität und hat auch die Ärztinnen und Ärzte eingeholt.»

Die FMH hat deshalb den eidgenössischen Datenschützer kontaktiert. Und der will jetzt mit Google über die Ärzte-Bewertungen reden, sagt sein Sprecher Hugo Wyler. Aber: «Man wird sicher kein Verbot aussprechen können.»

Stattdessen fordern die Datenschützer, dass sich wenigstens eindeutig identifizieren muss, wer einen Arzt bewertet.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Tanner (mikado5034)
    Ich verstehe die Aufregung, vollkommen! Aber ist das nicht ein Fall für das SECO? "Unlauterer Wettbewerb", hier zum Nachteil der bewerteten Ärzte, wenn die Bewertung anonym erfolgt? Klassischer Fall von Negativwerbung. Der FMH soll eine Sammelklage gegen Google anstrengen, dann stellt das automatisch ab. Und schliesslich für irgend etwas sind auch Ärzte einem Verband angeschlossen.
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  • Kommentar von Elisabeth Frehner-Isenring (Denia)
    Àrzte haben eine wichtige und schwierige Aufgabe zu leisten, an denen einzelne sogar selber fast zugrunde gehen. Denn die meisten arbeiten mit Herzblut für ihre Patienten. Ich habe an anderer Stelle mal Dr. Robert-Grandpierre Schlimmes gewünscht. Dabei hat er es nur gut mit mir gemeint. Ich entschuldige mich bei ihm und kann nur sagen, jetzt vor allem rückblickend, er hat ganze Arbeit geleistet, denn es geht mir gut. Mit meinem Mann Hans Frehner. Ich wünsche ihm/u Familie nur das Allerbeste.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Jeder Mensch hat dad Recht, anständig behandelt zu werden auch Ärtze. Üble Nachrede ist strafbar. Und angenehme Ärze müssen nicht unbedingt gute Ärzte sein. Wer von drn Ärztekritikern hätte es gerne, wenn sein Arbeitgeber die jährliche Qualifikation im Internet publizieren würde. Das ist Transparenz. Wollt ihr das?
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