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Flughafen Zürich Fluglärm-Gegner verstärken Lobbying in Bundesbern

Legende: Audio Fluglärm-Debatte in Bundesbern abspielen. Laufzeit 02:11 Minuten.
02:11 min, aus HeuteMorgen vom 31.08.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Fluglärm-Gegner wollen ihre Kräfte bündeln – vor allem im nationalen Parlament.
  • Mit der «Koalition Luftverkehr, Umwelt, Gesundheit» will man Umwelt- und Lärmschutz-Anliegen durchsetzen.
  • Die Befürworter eines starken Zürcher Flughafens bemerken die Aktivität, bleiben indes bei ihren Standpunkten.

Gemeindepolitiker und regionale Aktivisten im Einzugsgebiet des Zürcher Flughafens kämpfen schon seit Jahrzehnten gegen Fluglärm. Deren Engagement sei nach wie vor wichtig, betont Priska Seiler Graf, SP-Nationalrätin und Stadträtin von Kloten.

Flughafenpolitik ist Bundespolitik.
Autor: Priska Seiler GrafNationalrätin SP

Wichtig sei aber eine gut koordinierte Zusammenarbeit: «Wenn jeder für sich etwas wurstelt, kommt man nicht weiter.» Man müsse mit einer Stimme sprechen, sich auf gewisse Punkte einigen und diese dann auch in Bern vorbringen. Denn: «Flughafenpolitik ist Bundespolitik.»

Mit KLUG zum Ziel?

Deshalb hat Seiler Graf zusammen mit einigen Mitstreitern vor bald zwei Jahren die «Koalition Luftverkehr, Umwelt, Gesundheit» – kurz KLUG – gegründet. Dieser nationalen Dachorganisation gehören ganz verschiedene Umwelt- und Lärmschutz-Organisationen an.

SP-Nationalrätin Priska Seiler Graf
Legende: Priska Seiler Graf will koordiniert gegen den Fluglärm kämpfen. Keystone

Und KLUG ist gut im Parlament vernetzt. Denn die beiden Co-Präsidentinnen, Priska Seiler Graf und die Grüne Lisa Mazzone, sitzen im Nationalrat und sind aktiv mit parlamentarischen Vorstössen.

Zum Beispiel für die Einführung einer Flugticket-Abgabe. Damit würden Flüge teurer werden, räumt Seiler Graf ein, «ich denke, das ist verantwortbar, so tief wie die heute liegen». Das zusätzliche Geld könnte dann für Klimaschutzprojekte verwendet werden – «oder auch für Sicherheitsmassnahmen, die auf dem Flughafen immer wieder neu erstellt werden müssen».

Gegenspieler betonen wirtschaftlichen Nutzen

Die Vertreter von KLUG haben also in kurzer Zeit spürbare Aktivitäten entwickelt. Allerdings lassen auch ihre Gegenspieler nicht locker – gerade, wenn es um den Flughafen Zürich geht.

FDP-Nationalrätin Regine Sauter
Legende: Regine Sauter möchte keine weiteren Schranken für den Zürcher Flughafen. Keystone

So kämpft Regine Sauter, FDP-Nationalrätin und Direktorin der Zürcher Handelskammer, für die Anliegen des Flughafens. Der Flughafen schaffe rund 27'000 Arbeitsplätze und generiere etwa 5 Milliarden Franken an Wertschöpfung, sagt Sauter. «Er ist somit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Kanton Zürich. Gerade deshalb ist es auch nicht vernünftig, diesem Flughafen unnötige Schranken aufzuerlegen.»

Der Streit um die Luftfahrtpolitik geht weiter – auf regionaler wie auf nationaler Ebene.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    Ich denke, auf der ganzen Welt gibt es keine solchen Diskussionen über den Internationalen Flughafen im Land wie bei uns in CH. Die Flugplatzgegner sollen wegziehen und mal endlich Ruhe geben. Wir brauchen Kloten und auch den evtl. Ausbau unseres einzigen Intern. Flughafen !!!
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  • Kommentar von Klaus Kreuter (KallePalle)
    Noch ein Zusatz: Wenn man baut oder zügelt weiss man genau wo man hingeht. Wenn der Flughafen eben in der Nähe ist, weiss man auch dass es Fluglärm gibt.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Das Gebot der Stunde + der kommenden Jahre, wollen wir hier noch so bescheidene Ziele von Klimakonferenzen nicht zur Farce verkommen lassen: Rückbau auf ein gesundes Mass. Das gilt für die zivile wie auch - hier angesprochene - militärische Luftfahrt. Bei den von der SES erwähnten 11'232'877 Personen, die pro Tag fliegen, ist mit grösster Wahrscheinlichkeit ein rechter %Satz dabei, die nicht zwingend, dringend fliegen müssen und wo sehr wohl vernünftigere Alternativen zur Verfügung stehen?
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