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Folgen der Hitze Der Bachforelle geht der Schnauf aus

Hitze-Perioden werden für die Kaltwasserfische zu einer existenziellen Frage.

Die Bachforelle: Sie ist eine Hochleistungsschwimmerin. Im immer wärmeren Wasser, das weniger Sauerstoff hat, geht ihr aber zunehmend der Schnauf aus – und es wird ihr zu heiss:

Fisch auf Gewässergrund.
Legende: Mögen kaltes Wasser: Bachforellen. SRF

Diego Dagani, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Bundesamt für Umwelt (Bafu), erklärt: «Bachforellen können ihre Körpertemperatur nicht selber regulieren. Sie probieren das zu vermeiden.» Deshalb würden sie sich in tiefere Stellen zurückziehen und probieren, in kältere Gewässer zu migrieren.

Legende: Video Diego Dagani: «Bachforellen migrieren» abspielen. Laufzeit 00:15 Minuten.
Aus News-Clip vom 02.08.2018.

Der Lebensraum schrumpft

Was die steigenden Wassertemperaturen in Flüssen und Bächen für Kaltwasserfische bedeuten, hat das Bafu in Modellen berechnet: Bis 2050 könnte der optimale Lebensraum für Bachforellen, um bis zu 44 Prozent kleiner werden. Die rot markierten Gewässer wären im Extremfall zu warm.

Grafik mit Schweizer Karte. Die Flüsse im Mittelland sind rot eingefärbt.
Legende: In den kommenden gut 30 Jahren wird es für die Bachforelle in vielen Gewässern der Schweiz zu warm werden. Vorab in tieferen Lagen. SRF

Mit anderen Worten: Die Bachforelle dürfte in den tieferen Lagen verschwinden, weil sie sich flussaufwärts kühlere Gewässer sucht.

Doch die wandernden Fische stossen an Grenzen: Dann, wenn Kraftwerke, nicht fischgängig sind. Zum Beispiel, weil so viel Wasser durch die Turbinen geführt wird, dass für die Fische nur Rinnsale bleiben. Bis 2030 sollen deshalb 1000 Hindernisse unter anderem dank Fischtreppen durchgängig gemacht werden.

Zurück zur Natur

Laut Diego Dagani gibt es aber noch eine weitere Möglichkeit, nämlich die Habitate oder die Flüsse wieder so naturnah wie möglich zu erstellen.

Im Gegensatz zu begradigten Flussläufen gibt es in naturnahen Gebieten mehr Schattenplätze und damit mehr kühlere Stellen. Davon würde vor allem auch die Äsche profitieren: Sie braucht eine bestimmte Flussbreite, lebt unterhalb von Seen und kann deshalb nur bedingt flussaufwärts ins kühlere Wasser.

Deshalb werden die heute schon bedrohten Bestände wohl weiter sinken, wenn die Wassertemperaturen steigen.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Man könnte doch Schweizweit eine Aktion durchführen. Jeder Schweizer der an ein öffentlich zugängliches Gewässer geht, soll mindestens einen Sack voll Eis mitnehmen und ins Wasser werfen. Ich bin überzeugt, es wird nicht mehr so lange dauern mit der Hitze und die Bevölkerung könnte einen Beitrag zum Überleben der Fische erbringen. Auch offizielle Stellen (Gemeinden und Fischereizuständige) sollten im grossen Styl helfen und nicht einfach tatenlos zuschauen.
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Bis 2044 ist dafür die Bevölkerung bei extrapoliert 10 Millionen. Dann hat es in den Flüssen mehr Platz für die Menschen, wenn die lästigen Fische weg sind.
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Der Artikel zeigt, es ist nicht nur die Hitze! Man hat in Vergangenheit über 90% der Fliessgewässer einschneidend verändert, verbaut, verlocht, begradigt, umgeleitet, den Fischen die Wanderwege, Nischen, Rückzugsgebiete genommen, das Ökogleichgewicht der Gewässer zerstört und Turbinen geben der Wasserwelt den Rest, sie zerhäckseln sie in Massen. Wie immer, aufgrund höherer Interessen wird der hier in der BV verankerte Artenschutz täglich bedenkenlos u.sehr unklug missachtet. Es wird sich rächen.
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