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Ein Berufsleben durch den Sucher
Aus Regionaljournal Graubünden vom 23.09.2020.
abspielen. Laufzeit 12:39 Minuten.
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Fotograf geht in Pension Wie der Bündner Paparazzo Theo Gstöhl die Promijagd aufgab

Prominente, Unfälle und Verbrechen: Der Bündner Fotograf Theo Gstöhl war sein ganzes Berufsleben nahe am Puls der News. Nach einer schicksalhaften Sommernacht verliess er allerdings die Paparazzi-Schiene.

Donnerte irgenwo in Graubünden eine Lawine ins Tal oder entgleiste ein Zug, Theo Gstöhl war vor Ort. Wollten sich die Schönen und Reichen in den mondänen Tourismushochburgen ein paar Tage entspannen, Theo Gstöhl bekam Wind davon.

Ich bin Charles und Diana nachgesprungen.
Autor: Theo GstöhlFotograf

«Ich bin Charles und Diana nachgesprungen, ich bin Caroline von Monaco und Stefano Casiraghi nachgesprungen», erinnert sich Gstöhl. Eine Begegnung ist ihm dabei besonders in Erinnerung.

Die Begegnung mit Stallone

Es war in den 1990er-Jahren vor dem Luxushotel Palace in St. Moritz. Theo Gstöhl hatte einen Tipp bekommen, Hollywood-Schauspieler Sylvester Stallone sei dort abgestiegen.

Die Kamera mit Teleobjektiv bereit, wartete er vor dem Hotel. «Zuerst kam so ein 2-Meter-Engländer auf mich los, ich solle verschwinden», erzählt Gstöhl. Kurz darauf kam Stallone selbst aus dem Haus und wollte den Fotografen mit Nachdruck zum Rückzug bewegen.

«Ich habe ihm gesagt, ich wolle nur ein Bild von ihm, wie er in seine Limousine steigt», sagt Gstöhl. Der Schauspieler habe sich auf den Handel eingelassen und Theo Gstöhl hatte, wofür er gekommen war.

Kurze Zeit später als Gstöhl auf dem Weg war, um seine Bilder zu entwickeln, sah er Stallones Wagen beim Walensee mit offener Motorhaube am Strassenrand stehen. Daneben stand der Schauspieler und eine Blondine.

«Da wusste ich, wieso er nicht fotografiert werden wollte, er wollte die Frau offenbar nicht in den Medien haben.»

Die Abkehr von der Paparazzi-Schiene

Ob David Hasselhoff, Prinz Charles und Prinzessin Diana oder eben die Mitglieder des Fürstenhauses von Monaco – Gstöhl hatte sie alle vor der Linse. Die Aufträge dafür bekam er von verschiedenen Zeitungen.

Heute sagt Gstöhl: «Ich hatte keine grosse Freude, den Leuten auf den Wecker zu gehen». Doch es sei halt sein Job gewesen, ergänzt er.

Ich schwor mir, nie wieder mache ich Paparazzi!
Autor: Theo GstöhlFotograf

Doch dann kam die Nacht auf den 31. August 1997, die alles veränderte. In Paris verunglücken Prinzessin Diana und ihr damaliger Freund tödlich. Ihr Auto wurde von Paparazzi verfolgt.

«Als ich das im Fernsehen sah, liefen mir Tränen die Wangen runter, ich schwor mir, nie wieder mache ich Paparazzi!», erinnert sich Gstöhl. Auch er habe nämlich solche Jagden mitgemacht, sagt er.

«Es war auf schneebedeckter Fahrbahn von Davos nach Klosters, vorne Charles und Diana, hinten zehn, zwanzig Autos mit Paparazzi.» Er habe sich vorgestellt, wäre da etwas passiert, wäre er mitschuldig gewesen.

Fotograf ist Theo Gstöhl bis zu seiner Pension geblieben, Prominente habe er aber seitdem in Ruhe gelassen.

Regionaljournal Graubünden, 21.9.2020, 17:30 Uhr;

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