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Frankenschock sitzt tief Wie viel Steuergeld benötigt die Tourismusbranche?

Aus der Politik kommen Forderungen, Bergbahnen und kriselnde Tourismusdestinationen sollen stärker subventioniert werden.

Legende: Video SP fordert mehr Subventionen für den Bergtourismus abspielen. Laufzeit 04:00 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.07.2019.

Das Postkartenwetter beschert den Schweizer Tourismusorten Traumumsätze. Während vor allem der Städtetourismus boomt, harzt es aber in den Bergen: Einige Orte haben sich seit dem Frankenschock nie mehr richtig erholt.

Mehr Subventionen gefordert

Im Namen der SP-Bundeshausfraktion fordert der Berner Ständerat Hans Stöckli (SP), der Staat müsse den Tourismus stärker unterstützen und als Service public sehen. «Service public bedeutet, dass die öffentliche Hand Verantwortung und auch Kontrolle ausübt», sagt Hans Stöckli. Bergbahnen seien ähnlich wichtig wie die Wasser- oder Stromversorgung.

Doch der Bund fördert den Tourismus heute schon bedeutend. In seinem jüngsten Bericht listet der Bundesrat die wichtigsten Fördertöpfe des Bundes auf. Am meisten schenkt die reduzierte Mehrwertsteuer von 3.7 Prozent für Beherbergungsbetriebe ein – das entspricht einer Subvention von 180 Millionen im Jahr.

Der Bund finanziert weiter:

Schweiz Tourismus53 Millionen pro Jahr
Gesellschaft für Hotelkredite236 Millionen als Darlehen
Fonds für neue Regionalpolitik350 Millionen (10 Jahre)
Tourismus-Innovationsfonds30 Millionen (4 Jahre)

Auch Gelder aus den Gemeinden fliessen

Aber auch die Gemeinden fördern stark, wie die neuste Studie von Andreas Deuber zeigt, Leiter des Instituts Tourismus an der Fachhochschule Chur. Alleine die 25 grössten Bündner Destinationen investierten 322 Millionen Franken in den Tourismus. Deuber schätzt die Investionen dieser 25 Orte in ihre Tourismus-Infrastruktur insgesamt sogar auf eine Milliarde Franken.

Zum Teil seien die Investitionen problematisch, weil sie unkoordiniert erfolgt seien. Der Experte rät von weiteren Subventionen ab, auch auf nationaler Ebene. «Der Tourismus muss ein marktwirtschaftliches System bleiben», sagt Deuber. «Man soll keine Subventionswirtschaft aufziehen.»

Auch über diese Töpfe fördert der Bund den Tourismus:

  • Kulturpolitik
  • Landwirtschaftspolitik
  • Pärkepolitik
  • Sportpolitik
  • Verkehrspolitik

Wie viel aus diesen Förderinstrumenten tatsächlich in den Tourismus fliessen, kann der Bund nicht aufschlüsseln. Es dürften noch einmal ein paar Millionen jährlich sein.

Während die SP-Bundeshausfraktion und auch einige Parlamentarier aus den Bergregionen quer durch die Parteien mehr Subventionen für den Tourismus fordern, tritt der Bundesrat auf die Bremse. Er will das Budget für die Branchenorganisation Schweiz Tourismus nicht ausbauen. Dies wird zurzeit in den Räten debattiert.

Im jetzigen Parlament haben es Forderungen nach mehr Subventionen eher schwer. Sollten die linken Parteien im Herbst bei den Wahlen zulegen, könnten neue Fördermodelle für den Tourismus durchaus mehrheitsfähig werden.

Bund fördert eine neue Bahnreise

Mit 700'000 Franken Bundessubventionen im Gepäck will Marketing-Experte Andreas Niederhauser den Schweizer Bahntourismus noch stärker ankurbeln.

«Grand Train Tour of Switzerland» heisst das Angebot, das er mit Bundeshilfe entwickelt. Eine Rundreise über die schönsten Panoramastrecken. Bis in drei Jahren soll die Tour 32’000 Übernachtungen mehr generieren. Hinter Niederhausers Verein, der die Bahntour entwickelt, steht auch die SBB. Trotzdem brauche es Bundeshilfe, erklärt Andreas Niederhauser: «Die Koordination zwischen den beteiligten acht Transportunternehmen und zehn Destinationen ist sehr aufwendig.»

30 Millionen steckt der Bund über vier Jahre in solche Tourismus-Innovationsprojekte. Doch der Bundesrat will das Budget ab dem nächsten Jahr kürzen.

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51 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Die Tourismusbranche braucht keine neuen zusätzliche Steuergelder. Die Hotelbesitzer, Gasthof- und Seilbahnbetreiber, sowie die CH-Tourismus-Organisation arbeiten wie andere Wirtschaftsbetriebe im freien Markt: Wer es gut macht hat Gäste, wer es nicht gut macht muss über die Bücher oder aufhören, Punkt! So einfach funktioniert die freie Marktwirtschaft! Sehr viele Mitgenossen, haben die gleiche Meinung zum Vorstoss des Berner SP-Ständerates. Nein, Herr Stöckli, der Staat muss und soll nicht!
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    1. Antwort von M. Fretz  (MFretz)
      Dann streichen wir den Bauern auch jede Subvention. Freier Markt
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Die Alpen sind längst kein Stück unberührte Natur mehr: Eine regelrechte Alpen-Industrialisierung hat zwischen einst ruhigen Bergkämmen entstehen lassen. Für den Wintersport werden ganze Landstriche zerstört. Jedes Jahr werden unzählige neue Almhütten und Hotels gebaut. Aussichtsplattformen,Bergbahnen, Biker, Rodelbahnen, Wanderer Wildtiere alle müssen sich die Alpen teilen. Die Berge sind zum Rummelplatz geworden, Landschaft verschandelt des Geldes willen. Weitere Subventionen - Nein.
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    1. Antwort von M. Fretz  (MFretz)
      Quatsch. Es werden keine neuen Berge zubetoniert. Es werden Seilbahnen ersetzt. Und da und dort weitere Anlagen.
      Tourismus = Wertschöpfung. Ballenberg bringt nichts
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Doch der Bund fördert den Tourismus heute schon bedeutend. Noch mehr Subventionen sollte der Bund nicht tätigen. Dem Steuerzahler werden schon genügend Subventionen aufgeladen. Der Bund bezahlt jährlich knapp 40 Milliarden Franken an Subventionen und es werden immer mehr. Es wäre an der Zeit, dass der Bundesrat auf die Bremse tritt.
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