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Frauenquote in Staatsbetrieben Luzern führt Geschlechterquote für Spital, Hochschule & Co. ein

  • Der Kanton Luzern will für Betriebe, an denen er beteiligt ist, eine Geschlechterquote einführen und Rechenschaft zum Klimaschutz einfordern.
  • Künftig müssen in den Verwaltungs- und den Stiftungsräten dieser Organisationen beide Geschlechter zu mindestens 30 Prozent vertreten sein.
  • Dies hat der Regierungsrat laut Mitteilung festgelegt. Kann eine Organisation diese Vorgaben nicht einhalten, muss sie dies begründen.
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Aus dem Archiv: Geschlechterrichtwerte in Schweizer Unternehmen
Aus Tagesschau vom 02.01.2021.
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Der Kanton Luzern ist an 52 Organisationen beteiligt. An 17 hält er eine Mehrheit, an 35 eine Minderheit. Solche Beteiligungen sind etwa das Kantonsspital, die Kantonalbank, die Hochschule, das Sozialversicherungszentrum WAS, aber auch Stiftungen wie die Wirtschaftsförderung oder Vereine.

Zu 24 Beteiligungen hat der Regierungsrat eine sogenannte Eignerstrategie festgelegt. Er legt darin fest, welche Ziele er als Mehrheits- oder Minderheitseigner verfolgt. Erstmals wurden die Strategien 2013 festgelegt. Nun wurden sie zum zweiten Mal überarbeitet.

Nur eine weiche Quote

Für die Minderheitsbeteiligungen mit einem tiefen Risiko verzichtete der Regierungsrat auf eine Eignerstrategie. Er begründete dies mit dem administrativen Aufwand. Es solle effizient Einfluss auf die Beteiligungen genommen werden.

Neu enthalten die Luzerner Eignerstrategien nun eine weiche Geschlechterquote. Grundsätzlich müssen demnach in den obersten strategischen Leitungsgremien (Verwaltungsrat, Stiftungsrat) der kantonalen Beteiligungen beide Geschlechter zu mindestens 30 Prozent vertreten sein. Wird die Vorgabe nicht eingehalten, muss die Untervertretung begründet werden.

Leumundszeugnis und Klimaversprechen

Der Kanton macht ferner 19 Schlüsselbeteiligungen klimapolitische Vorgaben. Schlüsselbeteiligungen sind Körperschaften, die viel bauen oder viele Immobilien haben. 

Diese Körperschaften müssen in einem Bericht darlegen, mit welchen Massnahmen sie das Ziel der Klimaneutralität erreichen wollen. Sechs von ihnen (Kantonsspital, Kantonalbank, Pensionskasse, Gebäudeversicherung, Hochschule, Verkehrsverbund) müssen einen eigenständigen Klimabericht schreiben, andere können zum Thema im Geschäftsbericht Rechenschaft ablegen.

Schliesslich auferlegt der Kanton bei fünf Organisationen besondere Vorschriften zum obersten strategischen Leitungsorgan. Dies bei Körperschaften, welche aus finanzieller und oder politischer Sicht zentrale Beteiligungen darstellen.

Kandidatinnen und Kandidaten müssen hier bei der Wahl oder Wiederwahl einen Betreibungs- und Strafregisterauszug einreichen. Es handelt sich um das Sozialversicherungszentrum WAS, das Kantonsspital, die Psychiatrie, die Gebäudeversicherung sowie um den Verkehrsverbund.

Nicht der erste Kanton mit Frauenquote

Der Kanton Luzern überarbeitet seine Beteiligungsstrategie regelmässig alle vier Jahre. Im Herbst entscheidet der Kantonsrat abschliessend über den neuen Vorschlag. Luzern ist indes nicht der einzige Kanton, dessen Eignerstrategien Geschlechterquoten vorsehen.

Baselstadt hat bereits 2014 eine gesetzliche Geschlechterquote für Strategie- und Aufsichtsgremien von öffentlich-rechtlichen Anstalten und öffentlichen Unternehmen eingeführt. Die Drittel-Geschlechterquote wird seit dem 1. Januar 2020 in allen 22 staatsnahen Unternehmen des Kantons Basel-Stadt erfüllt. Aktuell liegt der Frauenanteil bei 47.8 Prozent. Vier Unternehmen weisen gar einen Frauenanteil von 50 Prozent und mehr auf. Baselstadt ist damit schweizweit führend.

SRF 4 News, 10.08.2021, 5:30 Uhr;

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42 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Baumann  (pierrotlunaire)
    Quoten werden wie immer nur in den oberen Chargen gefordert und in den Berufen Feuerwehr, Strassenbau, Landwirtschaft-Erntearbeiter, Abfallwesen etc. herrscht toter Rock. Ich mag dieser seit Jahren herrschenden Gleichmacher-Diversitäts-Blauäugigkeit wegen nicht mal mehr den Kopf schütteln. Es sollten nur Können, Wissen und Sozialkompetenz zählen. Alles andere ist Nonsense.
    1. Antwort von Franziska Stäheli  (Franziska Stäheli)
      So ich versuche es nochmals

      Ich fordere Männer Quoten in Nagelstudios, bei Prostituierten, bei Hostesen, bei serviersöhnen ;-) und und und

      Bürojobs sind unisex deswegen machen dort Quoten Sinn. Und die Luzerner Regelung greift ja auf beide Seiten. Weshalb also die Aufregung?
    2. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Immer die gleichen nervigen Argumente. Quoten wären/sind nötig, da wo ein Geschlecht bevorzugt wird, obwohl genügend gleichwertig Ausgebildete beider (aller) Geschlechter vorhanden. In einem Beruf in dem praktisch nur Männer/Frauen arbeiten, ergibt Quote keinen Sinn. Da Kaderstellen bis in die oberste Stufe in der Regel von allen Geschlechtern, die die nötigen Voraussetzungen mitbringen, besetzt werden können, dies aber nicht getan wird, kann Quote sinnvoll sein. Ja Seilschaften durchbrechen.
    3. Antwort von Markus Baumann  (pierrotlunaire)
      @Stäheli Was sind dann Ihrer Meinung nach die Jobs bei Feuerwehr, Strassenbau, Landwirtschaft.Erntearbeiter, Abfallwesen? Quoten machen dort keinen Sinn? Ihr Vergleich hinkt: Männer fordern keine Quoten. Da Frauen aber Quoten fordern, stellt sich die Frage, weshalb nur in „ausgewählten“ Berufen und in den Führungspositionen? In der Regel muss eine leitende Funktion über Jahre mit Qualität „erarbeitet“ werden und sollte nicht durch Quote bestimmt werden.
    4. Antwort von Markus Baumann  (pierrotlunaire)
      @Meyer In den kommunistischen Staaten waren/sind Frauen durchaus in den Berufen tätig (gewesen), die ich oben genannt habe. Da wurde einfach zugeteilt. Prinzipiell wären Frauen in diesen Berufen also denkbar.
    5. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Herr Baumann, Bei uns ist es üblich den Beruf selber zu wählen, egal ob Frau, Mann, Divers.
    6. Antwort von Markus Baumann  (pierrotlunaire)
      @Meyer Ist mir auch klar. Mit meinem Beispiel wollte ich nur sagen: Frauen wären grundsätzlich auch „geeignet“ Berufe auszuüben, die bei uns selbstverständlich den Männern „zugeteilt“ werden. Wie Sie sagen: Es ist eine Frage der Wahl. Und die wiederum hängt ab wovon? Offensichtlich gibt es, neben allgemeinen, auch Frauen- und Männerberufe. Ob es Diverseberufe gibt, ist mir nicht bekannt. Können, Wissen und soziale Kompetenz nebst persönlichem Interesse sind Voraussetzungen für einen Beruf.
  • Kommentar von Stefano Simeone  (SteSi)
    Wenn diese Quoten scheinbar so wichtig sind, wieso gelten diese nur für Verwaltungs- und Stiftungsräte, nicht aber für die übrige Belegschaft?
  • Kommentar von Angelika Graf  (Angelka)
    Kompetenz ist wichtig, Diversität ist aber auch wichtig, was viele Studien belegen. Ich denke oft ist im Vorhinein nicht eindeutig wer mehr Kompetenz hat und dann spielen bei der Entscheidung plötzlich Faktoren eine Rolle, die keine Rolle spielen sollten (wie eben z.B. das Netzwerk...). Sollte dann nicht besser Diversität im Vordergrund stehen?
    Genauso wie man Kompetenz von den Organisationen voraussetzt sollte man auch Diversität voraussetzen!
    1. Antwort von Rolf Meier  (r0lf)
      Ich glaube, es wird in Verwaltungsräten schon länger auf Diversität geachtet, aber nicht Diversität der äusseren Merkmale, sondern nach Arbeitsgebiet: Industrie, Politik, Finanz etc...