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Kleinkünstlern und ihren Betrieben droht die Pleite
Aus HeuteMorgen vom 29.05.2020.
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Freiberufler und Coronakrise «Für uns wird es finanziell sehr eng»

  • Wegen der Coronakrise hatte der Bundesrat grosszügige Kurzarbeits-Entschädigungen beschlossen – nun ist für einige bald fertig.
  • Selbstständige, die allein, oder zu zweit eine GmbH bilden und sich selbst anstellen, kriegen nur noch bis Ende Monat Kurzarbeitsgelder.
  • Das Ende der Kurzarbeitszahlungen trifft viele Menschen, die im Kultur- und Eventbereich tätig sind, besonders hart.

Ihre Aussichten seien düster, sagt Gabriela Jaquet von der Konzertagentur les Jaquets in Zürich. Sie organisiert Konzerte und andere Veranstaltungen. «Für uns wird das finanziell sehr eng, da wir immer noch keine Events machen können und auf Bescheid warten, wie es weiter geht.»

Bis jetzt konnten sie und ihr Mann sich mit den Kurzarbeitsgeldern des Bundes während der Coronakrise über Wasser halten. Doch damit ist ab Montag Schluss: Der Bundesrat ist der Meinung, sogenannte «arbeitgeberähnliche Angestellte» könnten dann wieder selbst für ihr Einkommen sorgen.

«Arbeitgeberähnlich», darunter fallen Kleinstbetriebe wie die Agentur les Jaquet oder Freelancer, zum Beispiel viele Tontechniker. Für die Kultur- und Eventbranche sei das ein harter Schlag, sagt Jürg Gantenbein. Er ist Präsident des Schweizer Verbands Technischer Bühnen- und Veranstaltungsberufe. Dazu gehören zum Beispiel Tontechnikerinnen und Maskenbildner.

«Immer noch Berufsverbot»

Gantenbein sagt, die Entschädigung jetzt abzuschaffen, sei ein Affront. «Wir leiden immer noch unter einem Berufsverbot. Es sind alle Veranstaltungen abgesagt. Das heisst, wir haben einfach schlichtweg keine Arbeit. Darum verlangen wir, dass die Entschädigung sofort wieder eingerichtet wird und wie bei anderen auch sicher bis Ende August verlängert wird.» Falls grössere Events dann wieder möglich seien.

Dies fordert nun auch die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats. Sie verlangt, dass Kleinstbetriebe wieder wie während der Covid-19-Zeit Kurzarbeit beantragen dürfen. Eine entsprechende Motion auf Anregung von SP Nationalrätin Mattea Meyer hat die Kommission eingereicht.

SVP findet, es reiche

Dagegen stellt sich die SVP. Nationalrätin Therese Schläpfer (SVP Zürich) sagt, die Branche brauche keine Speziallösung. «Das Parlament hat auch für die Kulturschaffenden viel Geld gesprochen. Ausserdem gibt es für Selbständigerwerbende die EO-Lösungen, sodass sie auch Kurzarbeits-Entschädigung bekommen können. Und so ist ein Grossteil abgedeckt.»

Die gesprochenen Gelder und die Entschädigungen durch die Erwerbsersatz-Ordnung würden reichen. Als Nächstes muss sich nun das Parlament mit der Motion befassen. Gabriela Jaquet und ihrem Mann bleibt abzuwarten, wie dieses entscheidet.

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Corona-Krise: Viele Lockerungen – «Neue Normalität»
Aus 10vor10 vom 27.05.2020.
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Heute Morgen vom 29.05.2020, 06:00 Uhr

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Dietrich Michael Weidmann  (Dietrich Michael Weidmann)
    Viele Kleingewerbler haben doch bisher traditionell die SVP gewählt! Sie sollten langsam aber sicher aufwachen, denn sie können doch nun ganz klar erkennen, dass die SVP eben nicht ihre Interessen vertritt, sondern jene der Grösstunternehmer! Eine Partei, welche das Gewerbe unterstützt, muss sich ganz klar für eine Weiterführung der Kurzarbeitsentschädigung für Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung bis mindestens Ende August aussprechen.
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  • Kommentar von Jean-Claude Frei  (Jcf)
    Dass die ALV auch für Selbständige erweitert werden sollte, bin ich schon lange dafür.
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  • Kommentar von Jean-Claude Frei  (Jcf)
    Die Menschen wollen heute alles haben. Man gönnt es sich mit Kleinkrediten oder per Leasing oder motzt, es sei zu teuer. Jeder, vorallem sogenannte Unternehmer sollten wissen, dass gewisse Reserven geschaffen werden sollten. Sich darauf verlassen, dass dies der Staat für einen macht und zahlt wenns mal Eng wird, ist kaufmännisch wenig Intelligent.
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