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Schweizer Friedhöfe haben zu viel Platz
Aus Echo der Zeit vom 16.09.2017.
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Tag des Friedhofs Friedhöfe werden immer mehr zu Parkanlagen

Zu den schönsten Parkanlagen in den Schweizer Städten zählen mitunter die Friedhöfe. Es sind die letzten Orte, wo Freiflächen noch wachsen.

Es gibt immer mehr freien Platz auf Friedhöfen in der Schweiz. Im Sihlfeld, dem grössten Friedhof in der Stadt Zürich, ist ein Teil der Fläche zu einem öffentlichen Park geworden. Dort kann und soll man unter Bäumen verweilen können, wie Lukas Handschin vom Stadtzürcher Stadtgartenamt sagt. «Es werden sogar von der örtlichen Bibliothek Bücherboxen zur Verfügung gestellt.»

Dass es immer mehr Platz auf Friedhöfen gebe, sei überall feststellbar, hält auch Christoph Schärer, Leiter Stadtgrün Bern, fest. «Die grösste Entwicklung ist die, dass Reihengräber nicht mehr gefragt sind. Das Bedürfnis geht mehr in Richtung Individualisierung von Gräbern. Und damit ändert sich das Bild der Friedhöfe komplett.

Immer mehr freie Flächen

Eine Allee auf dem Friedhof Sihlfeld in der Stadt Zürich.
Legende: Friedhöfe werden immer mehr zu Parkanlagen wie hier der Friedhof Sihlfeld in der Stadt Zürich. Keystone

Immer weniger Menschen lassen sich begraben. 90 Prozent der Toten werden heutzutage kremiert und nochmals 20 Prozent der Kremierten lassen ihre Asche irgendwo in der Natur verstreuen.

Es entsteht also immer mehr freier Platz auf den Friedhöfen. Deshalb hat man den altehrwürdigen Bremgartenfriedhof in Bern jüngst verkleinert. Ein Teil davon ist jetzt offiziell ein Quartierpark. Auch Flächen auf dem grössten Friedhof Madretsch in Biel sind zum Teil umgenutzt worden. Weil Städte wachsen, werden Grünflächen rar. Deshalb ist für Schärer klar, dass der Trend zu Friedhofs-Umnutzungen weiter zunehmen wird.

Denkmalschutz redet mit

In der Stadt Zürich gebe es noch keine Pläne für eine Verkleinerung von Friedhöfen, erklärt Lukas Handschin. Das heisse aber nicht, dass das so bleiben werde. «Wenn dazu ein politischer Wile vorhanden ist, muss man drüber diskutieren.» Wobei es nicht so einfach sei, einen Friedhof zu verkleinern oder gar aufzulösen. Da rede auch der Denkmalschutz mit, sagt Handschin.

In Bern und Zürich ist man überzeugt, die Bestattungsrituale hätten sich zwar geändert, aber es gebe auch immer wieder neue Bedürfnisse. So wird in Bern beispielsweise demnächst ein buddhistisches Grabfeld realisiert. Auch das braucht Platz neben den christlichen und muslimischen Grabfeldern.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Beat. Mosimann  (AG)
    In der Türkei hat es alte Gräber, die seit Jesus Zeiten bestehen, diese werden nie ausgegraben. Das hat mich doch sehr überrascht, seither habe ich das Gefühl, das Kremieren falsch sein könnte.
    1. Antwort von E. Waeden  (E. W.)
      Aber nicht nur Urnengräber werden je nach Kanton od. Gemeindeverordnungen nach 20/25 Jahren aufgelöst, sondern auch diejenigen von Erdbestattungen.
    2. Antwort von Beat. Mosimann  (AG)
      GENAU, leider muss man sagen. @ E. W...,Urnengräber/ Erdbestattungen, nach dieser Zeit, das ist doch nicht zum fortwerfen, nach 25 J., es war ein Mensch, wir sind soooo unwissend, diesbezüglich.
  • Kommentar von Omar Abdullah  (Omar Abdullah)
    Das finde ich ein bisschen morbid...
    1. Antwort von E. Waeden  (E. W.)
      Weshalb morbid? Auf Friedhöfen "herrscht" eine sehr friedliche Stimmung & sich dort aufzuhalten hilft auch bei der Entschleunigung. Und der Tod zum Leben dazu gehört, finde ich es perönlich positiv, dass der Tod nicht länger ein Tabu-Thema ist. Es gibt viele Kulturen, welche schon immer viel unverkrampfter mit Leben & Tod umgehen. Der westlichen Zivilisation schadet es also auch nicht.
  • Kommentar von Paul Grunder  (Zimmermeister)
    Jaja, und weil das Reglement vorschreibt, dass nach 20 Jahren geräumt wird und nicht mehr nach 25 oder 30, wird Fläche frei. Es lohnt sich auch kein Grabstein mehr, der kostet ja durchschnittlich pro Jahr 600 Franken. Zivilstansnachrichten sind aus Datenschutzgründen verboten, Grabinschriften bald auch. Also ab ins Gemeinschaftsgrab, bei Nacht und Nebel verschwinden. Ich bin 70 und weiss auch, warum Friedhöfe leer werden.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Weil es immer mehr Leute gibt. gibt es auch immer mehr Todesfälle. Allerdings kann man noch in den meisten Gemeinden ein Familiengrab beantragen.
    2. Antwort von Beat. Mosimann  (AG)
      Warum werden Friedhöfe leer?