Zum Inhalt springen

Weniger Jugendkriminalität Friedlicher dank Smartphone?

Legende: Video «Jugendkriminalität auf Rekordtief» abspielen. Laufzeit 0:22 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.12.2016.
  • Die Jugend war nie friedlicher als heute. 2015 wurden 6'000 Straftaten registriert, so wenige wie noch nie seit Beginn der BfS-Statistik zur Jugendkriminalität.
  • Grund dafür sei ein verändertes Freizeitverhalten der Jugend, sagen Experten in der «Schweiz am Sonntag». Viele würden sich vermehrt via Soziale Medien austauschen und weniger im öffentlichen Raum aufhalten.
  • Die heutige Jugend sei ausserdem leistungsorientierter. Der Rückgang sei auch auf erfolgreiche Integrations- und Präventionsprogramme zurückzuführen.

Mit weniger als 6000 Straftaten pro Jahr ist die Jugendkriminalität so tief wie nie seit Beginn der BfS-Statistik. Die Trendwende kam bereits im Jahr 2010. Zuvor stieg die Zahl der Verurteilungen von Jugendlichen wegen Verletzungen des Strafgesetzes von Jahr zu Jahr an; bis zum Höhepunkt mit über 10'000 Verurteilungen.

Seither gehen die Zahlen zurück. Und der Rückgang gilt für jegliche Art von Delikten: Es gibt weniger Diebstähle, weniger Sachbeschädigungen, weniger Gewaltdelikte.

Jugendliche mehr «online» als draussen

Erklärungen für die rückläufigen Zahlen finden Experten vor allem im veränderten Freizeitverhalten von Jugendlichen. Die berichtet die «Schweiz am Sonntag». Studien würden zeigen, dass Jugendliche heute vermehrt zu Hause bleiben und sich über soziale Medien austauschen. Auch Konflikte würden so vermehrt online ausgetragen als im öffentlichen Raum.

zu sehen sind Symbolbilder einer Rauferei.
Legende: Auch Gewaltdelikte von Jugendlichen sind rückläufig – bereits seit sechs Jahren. SRF

Auch das Bewusstsein vieler Jugendlichen habe sich verändert: «Die heutige Generation von Jugendlichen ist angepasster und leistungsorientierter als frühere», sagt Marcel Riesen-Kupper, Leitender Oberjugendanwalt des Kantons Zürich und Präsident der Schweizer Vereinigung für Jugendstrafrechtspflege.

Ein weiteren Grund sieht der Experte in erfolgreichen Präventionsprogrammen. Vor zehn Jahren seien etwa auffällig viele ausländische Jugendliche aus kriegsversehrten Regionen delinquent geworden. «Viele wurden erfolgreich integriert», so Riesen-Kupper.

16 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Fabienne Uhlmann (Cueni)
    In meiner Umgebung (Familie, Freunde, Nachbarschaft) sind meine Erfahrungen mit Jugendlichen vorwiegend positiv. Trotz und vielleicht auch wegen den Smartphones sind sie doch u.a. auch auf dem Laufenden über das Geschehen schweiz- und weltweit. Sie sind daran interessiert und nehmen Anteil! Wie die Erwachsenen doch auch! Früher, z.B. im Bus und Tram, haben sich die meisten Leute hinter der Zeitung versteckt, welche halt nun durch das Smartphone ersetzt wird.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Meinen Erfahrungen nach, liegt es daran, dass die jungen Menschen lieber zu Hause bleiben, weil sie an allen Ecken angepöbelt werden. Da trifft man sich doch lieber in Gruppen zu Hause, wo man sicher ist. Dass sie sich dann mit ihren Smartphones mit den andern Gruppen verständigen ist doch klar. Es ist schade, dass die heutige Generation sich nicht mehr wie wir ausser Haus treffen kann. Die vorhandene Angst bringt leider eine Einschränkung unserer Menschenrechte.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Mark Stalden (Mark)
      Vor was müssen die Jungen Leute denn Angst haben Frau Roe?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Kurt Meier (Kurt3)
    Es scheint mir ziemlich paradox , dass ausgerechten Leute , die täglich jeden Beitrag hier auf SRF kommentieren , sich über die Jugendlichen und Ihre Smartphones aufregen .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen